03.09.2004 · Während bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland offenbar die Talsohle erreicht ist, machen immer mehr Verbraucher Pleite; deren Zahl stieg im ersten Halbjahr um rund 40 Prozent.
Knapp 20.000 Firmen haben im ersten Halbjahr 2004 in Deutschland Insolvenz angemeldet. Während die Zahl der Unternehmenspleiten damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent zurück ging, nahmen die Insolvenzen der übrigen Schuldner nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag um ein Viertel zu.
Besonders drastisch mit knapp 40 Prozent stieg die Zahl der Verbraucher, die Insolvenz anmeldeten. „Eine Normalisierung ist hier noch nicht absehbar", sagte ein Sprecher des Statistikamtes. „Weil die wirtschaftliche Situation derzeit nicht so gut ist, wird es noch einige Zeit dauern, bis diese Welle abebbt.“
Ein Berg insolventer Haushalte wird abgearbeitet
Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen geht immer noch auf eine Gesetzesänderung zurück: „Seit 2002 gibt es die Möglichkeit der Stundung. Es gab einen ganzen Berg insolventer Haushalte, der jetzt nach und nach abgearbeitet wird.“ Auch die Zahl der insolventen Personengesellschaften und Selbstständigen stieg im ersten Halbjahr erneut deutlich an.
Rund 20 Milliarden Euro offene Forderungen
Die offenen Forderungen der Gläubiger beliefen sich im ersten Halbjahr nach Angaben der Gerichte auf fast 20 Milliarden Euro, rund ein Zehntel weniger als vor einem Jahr. Im Juni lag die gesamte Zahl der Insolvenzen rund ein Viertel über dem Stand vom Juli 2003. Knapp sieben Prozent mehr Unternehmen traten den Gang zum Insolvenzrichter an, die Zahl der Verbraucherinsolvenzen kletterte sogar um über 50 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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