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Vermögensverteilung Reiche Beamte

18.01.2010 ·  Neue Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen, dass die reichste Berufsgruppe in Deutschland die Beamten sind - sofern man Anwartschaften auf Renten und Pensionen berücksichtigt. Die Zahlen zeigen: Es ist Zeit für eine Debatte über die Verteilung der Kosten einer alternden Gesellschaft.

Von Holger Steltzner
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Das Vermögen in Deutschland ist gar nicht so ungleich verteilt, wie immer behauptet wird. Berücksichtigt man die Anwartschaften auf Renten und Pensionen, die bares Geld wert sind, zeigen neue Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass die reichste Berufsgruppe die deutschen Beamten sind.

Beamte müssen nicht mit eigenen Beiträgen für ihr Alter sparen, und sie tragen nicht das Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Im Ergebnis verfügt ein Pensionär über ein durchschnittliches Nettovermögen inklusive Pension von mehr als einer halben Million Euro. Damit ist der Durchschnittsbeamte wohlhabender als der Selbständige mit wenig Beschäftigten, und er hat ein doppelt so hohes Vermögen wie ein durchschnittlicher Bezieher einer gesetzlichen Rente.

Schieflage der Kosten einer alternden Gesellschaft

Diese Zahlen überraschen nicht wirklich. Sie bestätigen eindrucksvoll das schwelende Unbehagen über die Schieflage der Verteilung der Kosten einer alternden Gesellschaft in Deutschland. Die Hauptlast tragen bislang vor allem ehemalige und aktive Beschäftigte der freien Wirtschaft. Rentner wissen, dass die Rente stagniert. Arbeiter oder Angestellter müssen sich damit abfinden, dass die Kaufkraft der künftigen Rente schmilzt, im Unterschied zum monatlichen Rentenbeitrag. Sie müssen auch hinnehmen, wenn der Arbeitgeber die früher auskömmliche betriebliche Rentenzusage kürzt oder streicht.

Ihnen wird geraten, selbst fürs Alter vorzusorgen, ohne zu sagen, wie man das bewerkstelligen kann. Schließlich sollen sie mit Steuer- und Sozialabgaben den deutschen Sozialstaat finanzieren – und auch noch die eigene Familie.

Es ist Zeit für eine Debatte

Die Anwartschaften für Renten und Pensionen summieren sich hierzulande auf 4,6 Billionen Euro, das sind über alle Berufsgruppen und Erwachsene hinweg durchschnittlich 67.000 Euro für jeden. Zusammen mit dem angesammelten Geld- und Sachvermögen ergibt sich ein durchschnittliches Gesamtvermögen von mehr als 150.000 Euro pro Kopf.

Diese Zahlen sollten Grund genug für eine unaufgeregte Debatte über die gesellschaftliche Verteilung der Kosten des demographischen Wandels sein. Es ist unbestritten, dass der rauhe Wind des schärfer gewordenen internationalen Wettbewerbs auch Beamten manche Anpassung abverlangt hat, beispielsweise unentgeltliche Mehrarbeit oder die Streichung des dreizehnten Gehalts. Das wird wohl nicht reichen. Bislang hat noch kein Politiker den Mut gefunden, das heiße Eisen Beamtenversorgung anzupacken. Doch das Thema wühlt Wähler auf.

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