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Verletzte in Portugal : Flughafen-Dach stürzt ein

  • Aktualisiert am

Das Dach der Check-In-Halle am Flughafen von Faro Bild: dapd

Fünf Verletzte, viele verzweifelte Urlauber: Am Algarve-Airport von Faro ist ein Hallendach teilweise eingestürzt. Stundenlanges Durcheinander an dem beliebten Touristenziel war die Folge.

          Touristen-Panik und stundenlanges Riesen-Chaos an der Algarve: Das Dach der Check-In-Halle im internationalen Flughafen von Faro im Süden Portugals ist inmitten eines heftigen Unwetters teilweise eingestürzt. Dabei waren am frühen Montagmorgen ein Tourist und vier Flughafenmitarbeiter verletzt worden, wie die zuständigen Behörden mitteilten.

          Eines der Opfer, ein 26 Jahre alter Flughafenmitarbeiter aus Brasilien, habe schwere Verletzungen erlitten, berichtete die Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf einen Krankenhaussprecher. Starker Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern habe auch viele Tower-Fenster zerstört, hieß es.

          Der Flugbetrieb in der bei Briten und Spaniern, aber auch bei deutschen Touristen beliebten Algarve kam aufgrund des Unfalls und des Unwetters für knapp fünf Stunden völlig zum Erliegen. Vor dem Unfall war lediglich eine Maschine Richtung Bristol in Großbritannien gestartet. Gegen 12.30 Uhr gab die Flughafenverwaltungsbehörde ANA dann die Wiederaufnahme des Flugbetriebs bekannt. Am Nachmittag war der Betrieb jedoch immer noch gestört. „Das dauert wohl bis morgen“, sagte ein ANA-Sprecher.

          Ein Lusa-Reporter berichtete von Chaos nach dem Unfall. Tausende Passagiere seien in der Check-In-Halle umhergeirrt. Es habe für sie überhaupt keine Informationen gegeben, hieß es. Viele Familien mit Babys und Kleinkindern seien verzweifelt gewesen.

          Obwohl der regionale Zivilschutz versicherte, die Lage habe sich schnell weitgehend normalisiert, klagte eine von Lusa zitierte Touristin aus Irland: „Es gibt außerdem nirgendwo etwas zu essen. (...) Ich habe den Unfall gesehen und auch etwas an den Kopf bekommen.“ Nachmittags hielt die Konfusion laut Medien an.

          Der Flugplan und auch die Programme der Touristen gerieten unterdessen wegen des Unfalls und des schlechten Wetters völlig durcheinander: So konnte eine Air-Berlin-Maschine, die um 14.45 mit Ziel Hannover und Stuttgart abheben sollte, nach Flughafen-Angaben erst um 16.00 Uhr Ortszeit starten. Die Verspätungen zogen sich bis in den Abend hinein und betrugen bis zu neun Stunden.

          Ungewissheit herrschte derweil auch bei Passagieren, die Nachmittags-Flüge nach Bremen (mit Ryanair) und Köln/Bonn (Germanwings) gebucht hatten und deren Starts auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Betroffen waren bei den insgesamt 65 Starts allerdings vor allem Flüge nach Großbritannien sowie Irland, von denen es allein am Montag rund 30 gab, sowie in die Niederlande.

          Bei den insgesamt 40 für Montag geplanten Ankünften kam es ebenfalls zu riesigen Verspätungen. Unter anderem auch deshalb, weil das Unwetter auch die Ankunftshalle den amtlichen Angaben zufolge beschädigte. So gab es für die verspätete Ryanair-Maschine, die vom Niederrhein-Airport (Weeze) kommend um 16.10 MESZ landen sollte, lange keine neue Ankunftszeit.

          Das Unwetter an der Algarve traf nicht nur die Flugpassagiere. Auf einem Campingplatz bei Faro wurden elf Menschen verletzt, davon ein 46-Jähriger schwer. Der von Touristen und Einheimischen bewohnte Platz sei evakuiert worden, die Menschen seien vorläufig in einem Warenlager untergebracht worden, so Lusa.

          Der Aeroporto do Algarve, drei Kilometer westlich von Faro, ist nach den Flughäfen von Lissabon und Porto der drittgrößte Airport Portugals. Er wird von rund 30 Gesellschaften genutzt und auch von Deutschland aus von einigen Airlines angeflogen.

          Quelle: DPA

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