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Verlage Bertelsmann beschränkt sich auf den Kauf von Heyne

02.07.2003 ·  Die Übernahme der gesamten Springer-Buchsparte Ullstein-Heyne-List (UHL) durch die Bertelsmann-Tochter Random House steht vor dem Scheitern. Bertelsmann gibt sich zunächst mit einem Bereich zufrieden.

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Die Übernahme der gesamten Springer-Buchsparte Ullstein-Heyne-List (UHL) durch das Bertelsmann-Verlagshaus Random House steht vor dem Scheitern. Der deutsche Markführer wolle zunächst nur noch den Heyne-Verlag übernehmen, sagte Random-House-Sprecher Tim Arnold dieser Zeitung am Mittwoch. Damit lenkt Random House im Streit mit dem Bundeskartellamt überraschend ein.

Die Behörde hält den Zusammenschluß für nicht genehmigungsfähig, da auf dem Markt für deutschsprachige Taschenbücher der allgemeinen Informations- und Unterhaltungsliteratur eine marktbeherrschende Stellung von mehr als 30 Prozent entstehe (F.A.Z. vom 23. Mai). Durch den Kauf von Heyne allein liege der Marktanteil maximal bei 28 Prozent, teilt Random House mit.

Random House weiter an gesamter Gruppe interessiert

Bisher hatte das Unternehmen stets betont, daß man an der Übernahme der gesamten Gruppe interessiert sei. Diese Option wolle sich Random House auch weiterhin offen halten, sagte der Sprecher weiter. Wenn das Kartellamt den Heyne-Kauf genehmige, ziehe der Verlag entweder vor Gericht, um die Übernahme der restlichen UHL-Gruppe zu erstreiten oder er verkaufe diese an einen Dritten. Welche Entscheidung getroffen werde, sei offen. Wenn das Kartellamt den Heyne-Kauf nicht genehmige, werde Random House ebenfalls versuchen, die Übernahme der gesamten Gruppe vor Gericht durchzusetzen. Der Random-House-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob es bereits Interessenten für die übrigen UHL-Verlage gibt. An Springer falle die Gruppe jedoch auf keinen Fall zurück.

Größte Verlagsübernahme der Nachkriegszeit

Random House hatte die Springer-Verlage im Februar gekauft. Dies gilt als größte Verlagsübernahme der Nachkriegszeit. Die UHL-Gruppe erzielte 2002 einen Umsatz von 158 Millionen Euro. Davon entfallen 60 Prozent auf den Heyne-Verlag. Random House ist mit einem Umsatz von rund 2 Milliarden Euro der weltgrößte Publikumsverlag. Eine Entscheidung des Kartellamts wird weiterhin für den 11. August erwartet. Die Behörde hatte bereits mehrfach die Beschlußfrist verlängert.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2003, Nr. 151 / Seite 11 , clb.
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Von Heike Göbel

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