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Internet-Shops : Gibt es Ikea-Möbel bald bei Amazon & Co. zu kaufen?

Ikea wird sich bald mehr auf digitale Shops konzentrieren. Bild: dpa

Lange hat Ikea auf die großen Verkaufshäuser am Rande von Städten gesetzt. Doch das Konzept geht nicht mehr auf. Zeit für die Schweden, die Strategie zu ändern.

          Der Ausflug zu Ikea hat immer etwas Aufregendes. Es fängt an mit der Frage: Findet man einen Parkplatz? Und es endet mit: Passt das alles ins Auto?

          Jenni Thier

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch bald könnte das schon der Vergangenheit angehören. Denn Ikea hat angekündigt, nun neben der eigenen Webseite auch auf Seiten von Drittanbietern seine Möbel anzubieten. Grund dafür ist die immer stärker werdende Online-Konkurrenz und die gesunkenen Besucherzahlen der Ikea-Läden auf der Grünen Wiese.

          Die Überlegungen seien Teil einer größeren Revision, die auch neue Ladenkonzepte in den Innenstädten umfasst, sagte Torbjörn Lööf, Chef der Inter Ikea Gruppe, der „Financial Times“. Wer die Online-Händler genau sind, mit denen Ikea zusammenarbeiten will, sagte Lööf nicht. Im Juni hatte Ikea schon einen Testlauf mit einem eigenen Shop bei Amazon gestartet.

          „Das ist die größte Entwicklung, wie die Kunden mit Ikea in Berührung kommen, seit das Konzept erfunden wurde“, sagte Lööf. Priorität soll dabei sein, die gesamte Produktpalette Online in allen Ländern anzubieten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr legten die Bestellungen über das Internet um fast 30 Prozent zu. Dennoch macht der Online-Handel bislang nur rund fünf Prozent des Gesamtgeschäfts aus.

          Lange Zeit gab es internen Widerstand gegen den Schritt weg von den verwinkelten Filialen, die die Leute geschickt dazu bringen, mit mehr Artikeln das Geschäft zu verlassen als ursprünglich geplant. Andere gestandene Einzelhändler wie der Spielzeugverkäufer Toys 'R' Us haben den Wandel von der analogen in die digitale Einkaufswelt verschlafen - und stehen nun vor dem Aus.

          Doch nicht nur im Internet will sich Ikea anders präsentieren, auch in der realen Welt möchten die Schweden in neue Gefilde vorstoßen. Dazu experimentiert Ikea mit Abholstationen in den Innenstädten, Pop-Up-Stores und kleineren Läden. Das zwingt Ikea dazu, seine bisherige Logistik neu zu überdenken. Bisher sei die darauf ausgelegt, Läden zu beliefern. In dem Bereich müsse nun umgedacht werden und das sei herausfordernd, sagte Lööf.

          Quelle: FAZ.NET

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