04.06.2005 · Nicht so schlecht, wie erwartet. Trotz zahlreicher gesetzlicher Feiertage und durchschnittlich 30 Urlaubstagen: Die deutschen Produktivitätsraten sind international durchaus konkurrenzfähig.
Die Deutschen haben die meisten freien Tage im internationalen Vergleich, dabei arbeiten sie insgesamt jedoch nicht am wenigsten. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Hay kommen deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich auf 41 freie Tage im Jahr. Damit liegt Deutschland eindeutig an der Spitze vor Dänemark und Österreich mit 38 freien Tagen.
Am anderen Ende der Liste stehen die Vereinigten Staaten mit lediglich 24 Tagen zusätzlicher Freizeit. Dies hat jedoch nicht zur Folge, daß in Deutschland am wenigsten gearbeitet wird. Im Vergleich der typischen Jahresarbeitszeit liegen die Deutschen im hinteren Mittelfeld (siehe Grafik). Am meisten gearbeitet wird in den Vereinigten Staaten (1944 Stunden im Jahr) und Japan (1896). Eindeutiges Schlußlicht in dieser Reihe ist Frankreich mit nur 1582 Stunden Jahresarbeitszeit - dort wurde im Jahr 2000 die 35-Stunden-Woche gesetzlich vorgeschrieben.
Grund für die üppige Freizeit der Deutschen sind nicht alleine die gerade im Mai zahlreichen Feiertage: Die im Bund durchschnittlich 11 gesetzlichen Feiertage liegen zwischen den Extremen von nur sieben in den Niederlanden und 15 in der Slowakei und Japan. Doch nicht überall bietet sich so häufig die Gelegenheit, aus einem freien Tag vier zu machen: „Tatsächlich ergeben sich in Deutschland oft längere Arbeitsunterbrechungen, da sich so viele Feiertage für einen Brückentag anbieten. In Großbritannien dagegen sind die meisten Feiertage Montage, und das hat man bewußt so gestaltet“, sagt Annette Goldhausen, Beraterin bei Hay.
Deutsche Produktivität besser als angenommen
Mehr noch als die Zahl der Feiertage fallen in Deutschland die typischerweise gewährten Urlaubstage ins Gewicht. Hier liegt Deutschland mit üblicherweise 30 Urlaubstagen vor allen anderen Ländern. „Wenn man die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands diskutiert, sollte man überlegen, ob man hier nicht flexibler wird. Mit etwas weniger Freizeit als jetzt hat man es noch lange nicht schlechter als andere Länder“, sagt Goldhausen. Ebenfalls betrachtet haben die Berater die von der OECD ermittelten Produktivitätsraten. Bei dieser Messung des Bruttosozialprodukts je Arbeitsstunde liegt Norwegen an der Spitze.
Frankreich mit der geringsten Arbeitszeit kommt auf einen besseren Produktivitätswert als die als Richtwert angenommenen Vereinigten Staaten. Die Deutschen liegen in diesem Ranking zwar hinter den Vereinigten Staaten, jedoch noch deutlich vor vielen anderen Ländern, beispielsweise den viel arbeitenden Japanern. Mit Blick auf die verschiedenen Faktoren Urlaubstage, Arbeitszeiten und Produktivität kommt die Beraterin zu dem Fazit: „Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland keineswegs so schlecht ab, wie manche Diskussion vermuten läßt.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2605 | +0,24% |
| Rohöl Brent Crude | 107,48 $ | +0,59% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
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