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Vereinigte Staaten Greenspan mit Optimismus für Amerikas Wirtschaft

16.02.2005 ·  Der amerikanische Notenbankchef zeichnet ein positives Bild der Konjunktur in den Vereinigten Staaten, die Regierung jedoch hält er zu stärkerer Haushaltsdisziplin an.

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Der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan hat am Mittwoch ein positives Bild der Konjunktur in den Vereinigten Staaten gezeichnet, die Regierung jedoch zugleich zu stärkerer Haushaltsdisziplin angehalten.

Die Realzinsen in der weltweit größten Volkswirtschaft bezeichnete Greenspan bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuß des Senats trotz der jüngsten Zinserhöhungen als „recht niedrig".

Dollar zog an, Staatsanleihen gaben nach

An den Finanzmärkten wurde dies als Signal für eine baldige weitere Straffung der Geldpolitik interpretiert, nachdem die Fed seit Juni bereits sechs Mal die Zinsen um jeweils 25 Basispunkte angehoben hat. Der Dollar zog an, die Kurse der Staatsanleihen beiderseits des Atlantik gaben nach. Die meisten Volkswirte erwarten, daß die Fed bei ihrem nächsten Treffen am 22. März den Leitzins erneut um einen Viertel Prozentpunkt von derzeit 2,50 Prozent erhöhen wird.

„Alles in allem scheint die Wirtschaft Anfang des neuen Jahres ein gutes Wachstumstempo hinzulegen", sagte der einflußreichste Notenbanker der Welt vor den Senatoren. Die Inflation sei unter Kontrolle und die Inflationserwartungen „gut verankert". Er verband seinen Konjunktur-Optimismus aber mit der Warnung, die günstigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht für selbstverständlich zu nehmen.

Disziplin in der Haushaltspolitik

Es sei von zentraler Bedeutung, eine disziplinierte Haushaltspolitik zu verfolgen, um eine zu abrupte und damit für die Wirtschaft gefährliche Anpassung zu vermeiden. Greenspan hatte den amerikanischen Präsidenten George W. Bush wiederholt aufgefordert, das Rekorddefizit im Budget abzubauen.

„Wir müssen sehr vorsichtig gegenüber jeder Form der Selbstgefälligkeit sein", warnte der Fed-Chef. „Die Geschichte lehrt uns, daß Menschen, die eine lange Phase relativer Stabilität erlebt haben, zum Übermaß neigen.“

Nationale Ersparnis erhöhen

Greenspan betonte, daß es für die Vereinigten Staaten wesentlich sei, die nationale Ersparnis zu erhöhen, um für die Renten- und Gesundheitsversorgungskosten der in Pension gehenden “Baby-Boomer“-Generation vorbereitet zu sein. Obwohl die Kapitalmarktrenditen zur Zeit “rätselhaft“ niedrig seien, könnten diese einen scharfen Anstieg verzeichnen, wenn man dieses Finanzierungsproblem nicht rechtzeitig angehe. Greenspan rief in diesem Zusammenhang die
Verantwortlichen in der Politik zu einer verantwortungsvolleren Finanzpolitik auf.

Parallel zur Anhörung ihres Chefs legte die Notenbank auch ihre Konjunkturprognosen vor. Sie erwartet demnach ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr von 3,75 bis 4,0 Prozent und im nächsten Jahr von 3,50 Prozent. Die frühere Prognose für 2005 hatte bei 3,50 bis 4,00 Prozent gelegen. Am Donnerstag wird Greenspan vom Finanzdienstleistungs-Ausschuß des Repräsentantenhauses angehört.

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Von Heike Göbel

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