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Vereinigte Staaten Früherer Enron-Chef Lay tot

05.07.2006 ·  Der wegen Betrugs verurteilte einstige Chef des amerikanischen Energiekonzerns Enron, Kenneth Lay, ist tot. Seine Familie berichtet von einer Herzattacke. Lay drohte eine lebenslange Haftstrafe.

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Kenneth Lay, der Gründer des Energiekonzerns Enron, ist gestorben. Der 64 Jahre alte Lay erlag nach Angaben seiner Familie in der Nacht zum Mittwoch einer Herzattacke in seinem Haus in Aspen (Colorado). Es würden keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht, hieß es in einer Stellungnahme.

Erst vor rund sechs Wochen war Lay von einem Geschworenengericht in Houston für seine Rolle beim Niedergang von Enron schuldig gesprochen worden. Ihm drohte eine Gefängnisstrafe von mehreren Jahrzehnten.

Bilanzbetrug in Milliardenhöhe

Lay war nach Informationen des Senders CNN am Dienstagabend mit Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Ärzte habe sein Herz am frühen Morgen versagt.

Der Enron-Prozeß war der Höhepunkt der juristischen Aufarbeitung der Wirtschaftsskandale aus den vergangenen Jahren in Amerika. Enron hat im Jahr 2001 nach einem Bilanzbetrug in Milliardenhöhe den Insolvenzantrag gestellt und für den bis dahin größten Unternehmenszusammenbruch in der amerikanischen Geschichte gesorgt. Auf die Enron-Affäre folgten zahlreiche andere Skandale um Bilanzbetrug, zum Beispiel beim Telekommunikationskonzern Worldcom. Enron war der letzte der großen Fälle, in denen die Unternehmensführung vor Gericht gekommen ist.

Lay hat Enron Mitte der achtziger Jahre durch den Zusammenschluß zweiter Gesellschaften gegründet. Unter seiner Führung wurde Enron in den neunziger Jahren zu einem riesigen Imperium ausgebaut und war zwischenzeitlich gemessen am Umsatz das siebtgrößte Unternehmen Amerikas. Lay war außerdem für seine politischen Verbindungen bekannt. Er stand dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush nahe, der ihm den Spitznamen „Kenny Boy“ gegeben hatte.

Schock nach dem Urteil

In dem Prozeß in Houston stand Lay zusammen mit Jeffrey Skilling vor Gericht, der wie er den Posten als Vorstandschef innehatte. Auch Skilling wurde von den Geschworenen schuldig gesprochen. Beide Manager haben stets ihre Unschuld beteuert und sind selbst in den Zeugenstand getreten. Lay, der bei Enron im Gegensatz zum forschen Skilling eher als die väterliche Figur galt, war bei seinem Auftritt unerwartet zornig, und er lieferte sich hitzige Wortgefechte mit dem Staatsanwalt.

Nach dem Urteilsspruch zeigte er sich fassunglos und sagte: „Ich bin schockiert“. Vor Gericht sagte Lay, daß der Untergang von Enron auch seine persönlichen Finanzen ruiniert hat. Er sagte, er sei verschuldet und habe ein negatives Nettovermögen von 250.000 Dollar.

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Von Heike Göbel

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