09.02.2012 · In den Vereinigten Staaten hat die Aufsichtsbehörde zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren den Bau von zwei Atomreaktoren genehmigt. Sie könnten bereits 2016 und 2017 in Betrieb gehen.
Erstmals seit 1978 hat eine amerikanische Aufsichtsbehörde den Bau von Atomreaktoren erlaubt. Die Nukleare Regulierungskommission (NRC) stimmte am Donnerstag mit vier gegen eine Stimme für die Errichtung der beiden Atomreaktoren in dem bereits bestehenden Atomkraftwerk Vogtle im amerikanischen Bundesstaat Georgia.
In den Vereinigten Staaten erlebt die Atomkraft derzeit eine Renaissance. Die beiden jetzt genehmigten Atomreaktoren könnten bereits 2016 und 2017 in Betrieb gehen.Die Anlage im Bundesstaat Georgia ist die erste einer Reihe von baugleichen Kraftwerken, die in den Vereinigten Staaten derzeit geplant werden.
Es ist die erste derartige Genehmigung seit dem schweren Atomunfall im Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg 1979. Dort war es in einem Reaktorblock zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen und Radioaktivität gelangte in die Umwelt.
Die Erlaubnis für den Bau zwei neuer Reaktoren wurde gegen den Widerstand des NRC-Vorsitzenden Gregory Jaczko vergeben, der Sicherheitsbedenken vorbrachte: „Ich kann die Vergabe dieser Genehmigung nicht unterstützen, als sei Fukushima niemals passiert“, sagte er. Jaczko fordere die verbindliche Zusage des Unternehmens, die neuen Anlagen nach scharfen Sicherheitsstandards zu betreiben, an denen die Behörde seit dem GAU im vergangenen Jahr im japanischen Fukushima arbeitet.
Die Anlage im Bundesstaat Georgia ist die erste einer Reihe von baugleichen Kraftwerken, die in den Vereinigten Staaten derzeit geplant werden. Das Unternehmen Southern Company bezeichnete die Lizenzvergabe in einer Mitteilung als „monumentale Leistung“. Es handele sich um eine 14 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro) große Investition, die 25.000 neue Arbeitsplätze schaffe.
Der amerikanische Präsident Barack Obama ist ein Verfechter der Kernkraft. In einer Grundsatzrede hatte er sich auch nach Fukushima eindeutig zum Bau neuer Kraftwerke bekannt. In den Vereinigten Staaten sind derzeit mehr als 100 Reaktoren in über 60 Atomkraftwerken am Netz. Sie produzieren rund ein Fünftel der Elektrizität im Land. Der Ausbau des Netzes gehört zu den Säulen von Obamas Energiepolitik. Seine Regierung hatte der Industrie deshalb milliardenschwere Kreditgarantien gegeben. Die Regierung in Washington unterstützt den Bau der Anlage in Georgia mit Kreditgarantien von 8,3 Milliarden Dollar.
Obama und weitere Befürworter hatten in jüngster Zeit argumentiert, mit einer weit reichenderen Nutzung der Atomkraft die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und dabei Energiequellen erschließen zu können, die keine schädlichen Emissionen produzieren.
In Deutschland wurde nach der Atomkatastrophe in Fukushima im vergangenen Jahr der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Das Atomkraftwerk Fukushima war durch ein verheerendes Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami am 11. März 2011 schwer beschädigt worden. Die Zerstörungen in der Anlage lösten den weltweit schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl
1986 aus. Zehntausende Menschen wurden obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.
Dritter Bauauftrag für Kernkraftwerk unterzeichnet. In den USA
lagen bis Ende 2008 19 Anträge für
Hans-Ulrich Pietz (Ulrich2310)
- 10.02.2012, 11:26 Uhr
Das wünsche ich mit für Deutschland auch!
Dieter Kölbel (dkoelbel)
- 10.02.2012, 10:03 Uhr
Murphy's Law stammt zwar aus den USA...
Thomas Junggeburt (Thommy65)
- 10.02.2012, 09:50 Uhr
Was muss eigentlich noch alles passieren,
Ulrich Stauf (DH7XU)
- 10.02.2012, 08:50 Uhr
Ob die hiesigen Obama-Jünger das verstehen können?
Alex Zunker (zunker)
- 10.02.2012, 08:17 Uhr
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