11.02.2004 · Notenbankchef Greenspan zeichnet vor dem Finanzausschuß des Repräsentantenhauses ein positives Bild der amerikanischen Wirtschaft. Eine schnelle Zinsanhebung könne vermieden werden.
Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum bis Ende des laufenden Jahres deutlich angehoben. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Halbjahresbericht von Fed-Chairman Alan Greenspan an den Kongreß hervorgeht, rechnet die Fed für das vierte Quartal 2004 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent bis 5,0 Prozent. In dem im Juli 2003 veröffentlichten Halbjahresbericht hatte die Fed ein Wirtschaftswachstum von 3,75 Prozent bis 4,75 Prozent prognostiziert.
Zugleich geht die Fed davon aus, daß sich der Inflationsdruck trotz eines etwas stärkeren Wachstums weiter verringern wird. Die Arbeitslosenquote dürfte sich den neuen Prognosen zufolge zwischen 5,25 Prozent und 5,50 Prozent (bisher: 5,50 Prozent bis 6,00 Prozent) bewegen.
Analysten zufolge entsprechen Greenspans Äußerungen den jüngsten Signalen der Fed Ende vergangenen Monats. Die Aktienmärkte beiderseits des Atlantiks reagierten mit Kursgewinnen auf die Rede des Fed-Chefs. Auch die Kurse der Staatsanleihen legten zu. Der Dollar dagegen verlor zum Euro deutlich.
Greenspan sieht Risiken im Budgetdefizit
Nach Einschätzung von Fed-Chairman Alan Greenspan bestehen weiterhin “gute Aussichten“ für ein nachhaltiges und robustes Wachstum der amerikanischen Wirtschaft. Gleichzeitig warnte er allerdings am Mittwoch bei der Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses davor, daß die wachsenden Budgetdefizite kurzfristig Investitionen verdrängen könnten. In der dennoch optimistischsten Ansprache vor dem amerikanischen Kongreß seit einigen Jahren verwies Greenspan darauf, daß sowohl die niedrigen Zinsen als auch die Stärke am Aktienmarkt für einen starken konjunkturellen Aufschwung in diesem Jahr sorgen sollten.
Schnelle Zinsanhebung könne vermieden werden
Angesichts dieser positiven Einschätzung äußerte sich der Fed-Chairman zuversichtlich darüber, daß auch die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten wieder deutlicher wachsen wird. Die Inflation werde zugleich auf einem niedrigen Niveau verharren. Laut Greenspan wird dies der Fed ermöglichen, schnelle Zinsanhebungen zu vermeiden. Derzeit notieren die amerikanischen Leitzinsen mit 1,00 Prozent auf einem historischen Tief.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,43 | −1,20% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2436 | −0,42% |
| Rohöl Brent Crude | 105,06 $ | −1,68% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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