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Vereinbarkeit von Beruf und Familie : SPD fordert 30-Stunden-Woche für Eltern

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Sie wolle die „Rush Hour des Lebens entzerren“, sagt SPD-Generalsekretärin Nahles über ihren neuesten Vorschlag. Bild: Lüdecke, Matthias

Mütter und Väter zwischen 25 und 30 Jahren sollen nach dem Willen von SPD-Generalsekretärin Nahles die Möglichkeit zu einer staatlich bezuschussten 30-Stunden-Woche erhalten. Kanzlerkandidat Steinbrück unterstützt die Idee.

          Die SPD will mit einer staatlich bezuschussten 30-Stunden-Woche für junge Väter und Mütter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. „Einerseits gibt es viele Frauen, die stärker aus ihrem Beruf rausgehen müssen, als sie es wollen. Und wir haben auf der anderen Seite Männer, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden“, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der Deutschen Presseagentur.

          Die Lösung könne in Kooperation mit den Arbeitgebern eine auf zwei bis drei Jahre befristete Arbeitszeitreduzierung sein. Der Staat könne einen Teil der Einbußen auffangen. Die Idee solle Teil des SPD-Wahlprogramms 2013 werden. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unterstützt die Idee eines solchen Arbeitszeitmodells.

          „Die Rush Hour des Lebens entzerren“

          Damit will die SPD für Bürger zwischen 25 und 40 Jahren neue Anreize schaffen. „Das wäre ein Angebot nach der Elternzeit, damit Familien für zwei, drei Jahre mehr Zeit für ihre Kinder durch eine Reduzierung der Arbeitszeit hätten. Wir wollen diese Rush Hour des Lebens zwischen 25 und 40 Jahren entzerren“, sagte Nahles.

          Dies helfe womöglich auch, einen Karriereknick für Frauen zu vermeiden, die zu lange aus dem Berufsleben ausscheiden. Es sei sehr traurig, dass Deutschland seit Jahren Schlusslicht bei Familien und Kindern sei, sagte die SPD-Generalsekretärin.

          Deutschland gehört zu den Ländern der Welt mit der niedrigsten Geburtenrate. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor, die viel Furore machte. Im Jahr 2010 betrug die Geburtenrate in Deutschland 1,39 Kinder je Frau. In Europa liegt Lettland mit einer Ziffer von 1,17 Kindern pro Frau ganz hinten, Island führt mit 2,2 Kindern die Statistik an, gefolgt von Irland (2,07), der Türkei (2,04), Frankreich (2,01), Schweden (1,98) und Norwegen (1,95).

          Die Untersuchung nennt für die niedrige Geburtenrate unter anderem ein normatives Dilemma bei der Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf: Das kulturelle Leitbild der „guten Mutter“, die zu Hause bei den Kindern bleibt, sei vor allem in den alten Bundesländern noch so stark verbreitet, dass sich berufsaffine Frauen im Zweifel eher gegen  ein Kind entschieden. Der Aussage „Ein Kleinkind wird wahrscheinlich darunter leiden, wenn die Mutter berufstätig ist“, stimmten im Westen 63 Prozent der Befragten zu, im Osten 36 Prozent.

          Quelle: FAZ.net mit DPA

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