Bei einer Razzia in Frankfurt und Umgebung haben die Behörden mehrere Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht und zwei Hauptbeschuldigte festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Körperschaftssteuer über 450 Millionen Euro hinterzogen zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Insgesamt werde gegen zwölf Personen im Alter zwischen 38 und 77 Jahren ermittelt.
Die Hauptverdächtigen sollen eine Firma betrieben haben, die ihren Sitz zwar mit Zypern angegeben, tatsächlich aber von Frankfurt am Main aus operiert habe. Die Gruppe der beiden soll in Deutschland mit Firmenanteilen gehandelt haben, ihren Geschäftssitz aber angeblich in Zypern haben.
Trotz der in Deutschland erzielten „erheblichen“ Gewinne seien keine Steuererklärungen abgegeben worden, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. An der hessenweiten Razzia am vergangenen Dienstag waren mehr als 100 Beamte beteiligt, darunter auch Ermittler des Bundeskriminalamts Wiesbaden.
Details zu dem möglichen Millionenbetrug gab die Generalstaatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt. „Jetzt fangen die Ermittlungen erst richtig an zu laufen“, sagte ein Sprecher der Behörde. Unklar blieb unter anderem, mit welcher Art von Unternehmen die Gruppe Geld gemacht haben soll. Angeklagt wurden die beiden Beschuldigten noch nicht.