Home
http://www.faz.net/-gqe-76h8d
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Verdacht auf Marktmanipulation Staatsanwälte ermitteln gegen Porsche-Aufseher

Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von VW aus. Neben dem ehemaligen Vorstand ist jetzt auch der Aufsichtsrat ins Visier der Ermittler geraten.

© dpa Vergrößern Ferdinand Piëch

In der juristischen Aufarbeitung der Übernahmeschlacht um Volkswagen gerät neben dem ehemaligen Porsche-Vorstand nun auch der Aufsichtsrat ins Visier der Ermittler. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mitglieder des Kontrollgremiums, zu denen auch der mächtige VW-Konzernpatriarch Ferdinand Piëch zählt. Eine entsprechende Meldung des „Spiegel“ wurde von der Staatsanwaltschaft Stuttgart und aus Konzernkreisen bestätigt.

Die Aufsichtsräte stehen im Verdacht, gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen zu haben. Dem Porsche-Aufsichtsrat gehören neben Piëch und seinem Vetter Wolfgang Porsche, auch die Familienmitglieder Hans Michel Piëch, Oliver Porsche sowie der einstige Henkel-Chef Ulrich Lehner an.

Mehr zum Thema

Aus Konzernkreisen wird berichtet, es handele sich bei den Ermittlungen um eine Vorsichtsmaßnahme. Es gehe darum, eine Verjährung zu verhindern. Diese würde nach Ablauf von fünf Jahren eintreten. Da es bei den inkriminierten Vorgängen um Vorfälle in der Zeit zwischen dem 10. März 2008 und dem 2. Oktober 2008 geht, wäre diese Zeitspanne bald abgelaufen.

Vermutet wird, dass Mitglieder des Porsche-Aufsichtsrats gegen Paragraf 20a des Wertpapierhandelsgesetzes verstoßen haben. Er stellt die Manipulation von Aktienkursen durch falsche Informationen unter Strafe. Bisher wurde deswegen nur gegen die ehemaligen Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter Anklage erhoben. Es besteht der Verdacht, dass Porsche wider besseres Wissen andere Akteure am Aktienmarkt darüber täuschte, dass man in Wirklichkeit die ganze Zeit eine Übernahme und Beherrschung von VW anstrebte. Hintergrund ist das plötzliche Ansteigen des VW-Aktienkurses nach Bekanntwerden der Übernahmepläne im Oktober 2008. Der Kursanstieg kostete Leerverkäufer der VW-Aktie, die sich eindecken mussten, eine Milliardensumme.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verdacht auf Wahlfälschung Verfahren gegen di Lorenzo eingestellt

Gegen die Zahlung einer Geldsumme hat die Hamburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wahlfälschung gegen Giovanni di Lorenzo eingestellt. Der Chefredakteur der Zeit hatte bei der Europawahl im Mai seine Stimme zwei Mal abgegeben. Mehr

18.11.2014, 19:18 Uhr | Feuilleton
Bankenstrafen-Ticker Milliarden-Strafen für fünf Großbanken

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Jetzt sind im Skandal um manipulierte Devisenkurse Strafen gegen fünf Großbanken in Höhe von 2,7 Milliarden Euro verhängt worden. Mehr

12.11.2014, 11:02 Uhr | Wirtschaft
Privilegien für Großkonzerne Brüssel nimmt die nächsten Steueroasen ins Visier

Luxemburg, Irland und die Niederlande: Einige Steueroasen hat sich die EU-Kommission bereits vorgeknöpft. Nun könnte sie wegen unerlaubter Privilegien für Großunternehmen gegen vier weitere Länder Ermittlungsverfahren einleiten, wie EU-Kommissarin Vestager jetzt noch einmal bekräftigte. Mehr

19.11.2014, 09:37 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.02.2013, 18:56 Uhr

Griechische Widersprüche

Von Tobias Piller, Rom

Die Griechen sind zermürbt und wollen das Wort Reform nicht mehr hören. Ministerpräsident Antonis Samaras würde die Troika deshalb am liebsten los werden – und ist doch auf ihr Sicherheitsnetz angewiesen. Mehr 13 16


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutsche fühlen sich für Unternehmerdasein nicht gerüstet

Nur 34 Prozent der Deutschen glauben, ihre Ausbildung habe ihnen die Fähigkeit vermittelt, ein eigenes Unternehmen zu führen. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden