30.12.2009 · Diesmal also Gipsplatten aus China: Aus ihnen dünstet Schwefel aus, das bei Hausbewohnern gesundheitliche Schäden hervorruft. Unternehmen sollte klar sein, was es heißt, am Niedriglohnstandort zu produzieren, aber auch den Verbrauchern, bevor sie wieder zum billigsten Produkt greifen.
Von Georg GiersbergDiesmal sind es also Gipsplatten, aus denen Schwefel ausdünstet, das bei den Hausbewohnern gesundheitliche Schäden hervorruft (Schwefeldämpfe aus der Gipsplatte). Vor eineinhalb Jahren waren es Spielsachen, die bleihaltige Farben enthielten, ein andermal war es verunreinigtes Milchpulver. Jedes Mal waren es Produkte aus chinesischer Produktion. Wer aber jetzt nur mit dem Finger auf das fernöstliche Land zeigt, der springt zu kurz. Jeder westliche Hersteller und Verbraucher weiß, dass sich in den Schwellenländern bis heute keine gewachsene Tradition für Qualität und gesundheitsschonende Produktion entwickelt hat.
Die Medien sind voller Berichte über Arbeitsbedingungen in unvorstellbaren Verhältnissen. Jedes westliche Unternehmen, das in China produzieren lässt oder chinesische Ware in Umlauf bringt, ist daher verpflichtet, diese lückenlos und unnachsichtig auf gesundheitliche Folgen für die Verbraucher zu untersuchen. Beides - die technisch anspruchsvolle Produktion wie die Kontrolle der Qualität - kostet Geld. Das sollte den Unternehmen klar sein, bevor sie sich für den Niedriglohnstandort entscheiden, aber auch den Verbrauchern, bevor sie wieder zum billigsten Produkt greifen.
Georg Giersberg Jahrgang 1955, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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