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Verbraucherpreise Inflation erstmals seit 1987 bei null

 ·  Stabile Preise - das hat es seit 1987 nicht mehr gegeben. Und für die Konsumenten dürfte es noch besser kommen. Bis weit in das nächste Jahr hinein dürfte Inflation kein Thema mehr sein, sind sich Experten einig.

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Für die Verbraucher sind paradiesische Zeiten angebrochen. Erstmals seit 22 Jahren steigen die Kosten für die Lebenshaltung nicht mehr. Die Verbraucherpreise lagen im Mai exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Stabile Preise - das hat es seit 1987 nicht mehr gegeben. Und es dürfte noch besser kommen: „In den kommenden Monaten werden die Verbraucherpreise sogar fallen“, sagt der Deutschland-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Dirk Schumacher. Bis weit in das nächste Jahr hinein dürfte Inflation kein Thema mehr sein, sind sich Experten einig. Grund ist die schärfste Rezession der Nachkriegszeit.

Wie schnell sich die Zeiten ändern: Im vergangenen Sommer ächzten die Deutschen noch unter der höchsten Inflation seit 15 Jahren. Explodierende Öl- und Lebensmittelpreise ließen die Inflationsrate bis auf 3,3 Prozent hochschnellen. Dann kam im September der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmann Brothers, der die weltweite Rezession einleitete. Sie führte zu einem massiven Preisverfall bei Rohöl, Agrar- und vielen anderen Rohstoffen. Kostete ein Fass (159 Liter) Rohöl im Juli 2008 noch fast 150 Dollar, wird es an den internationalen Finanzmärkten derzeit für nicht einmal die Hälfte gehandelt.

„Preiserhöhungen sind nicht drin“

Auch bei vielen Waren und Dienstleistungen sind die Preise gepurzelt. „Die Industrie ist nicht ausgelastet und bleibt mangels Nachfrage auf ihren Lagern sitzen“, sagt Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. „Preiserhöhungen sind deshalb für viele Unternehmen nicht drin.“ Im Gegenteil: Um die Nachfrage anzukurbeln, sind Preissenkungen ein probates Mittel.

Der Handel wiederum reicht billigere Einkaufs- und Energiepreise teilweise an die Verbraucher weiter. „Preissenkungen werden als Mittel genommen, um den Konsum anzufachen“, sagt der Chef der GfK-Konsumforscher, Klaus Wübbenhorst. Viele Einzelhändler investieren weniger in Werbung und bieten stattdessen Schnäppchen an, um die Kundschaft trotz steigender Arbeitslosigkeit und düsterer Konjunkturprognosen in Kauflaune zu halten.

Das alles führt nach Prognose der Bundesbank dazu, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr nur um 0,1 Prozent steigen und auch 2010 mit 0,5 Prozent kaum anziehen werden. Für den Konsum sind das gute Nachrichten. Nach Berechnungen des langjährigen Chefs der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, werden die Portemonnaies der Verbraucher allein durch günstigere Energie um 25 Milliarden Euro entlastet. Das Geld fließt nicht an ausländische Ölproduzenten, sondern steht für den Konsum zur Verfügung. Das alleine wirkt schon wie ein Konjunkturprogramm und stabilisiert die von Export- und Investitionseinbrüchen schwer gebeutelte deutsche Wirtschaft. Sie stürzte im ersten Quartal ab wie noch nie - außer beim Konsum. Der legte zu.

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