http://www.faz.net/-gqe-8w947
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 25.03.2017, 05:48 Uhr

Venezuela Dem ölreichsten Land geht das Benzin aus

Die Wirtschaftskrise in Venezuela wird immer dramatischer: An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Präsident Maduro bittet die Vereinten Nationen um Medikamente.

© dpa Schlange vor einer Tankstelle in Caracas

In Venezuela verschlechtert sich die Versorgungslage dramatisch. Im Land mit den größten Ölreserven der Welt schwinden die Benzinreserven. Vor den Tankstellen der Hauptstadt Caracas und in weiteren Städten des südamerikanischen Landes bilden sich Schlangen – und sie werden täglich länger. Von 290 Tankstellen in Caracas hatten in den vergangenen Tagen nur noch 90 Tankstellen Benzin.

Gleichzeitig hat Präsident Nicolás Maduro die Vereinten Nationen erstmals um Hilfe gegen den Medikamentenmangel gebeten. Die Vereinten Nationen wüssten am besten, wie sich die Produktivität der Pharmaindustrie wieder steigern ließe, sagte er in einer TV-Ansprache.

Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt unter einer Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen und zur Hyperinflation in dem südamerikanischen Land führte. Aufgrund der schwachen Landeswährungen sind auch Importe von Medikamenten und Benzin extrem teuer. Venezuela hat zwar gewaltige Ölreserven, aber zu wenige funktionstüchtige Raffinerien, weshalb große Mengen Benzin eingeführt werden müssen.

Mehr zum Thema

Weil Medikamente so fast unbezahlbar geworden sind, verfügen die Krankenhäuser nur noch über drei Prozent der benötigten Medikamente und Materialien. Ärzte berichten von Patienten, die sterben müssten, weil es an Krebsmitteln fehlt. Andere würden Gliedmaßen wegen fehlender Antibiotika verlieren.

Maduro bezeichnete den Medikamentenmangel in seiner Rede als eine der „Wunden“ im „Wirtschaftskrieg“ gegen seine Regierung. Der linksgerichtete Staatschef wittert hinter der Krise eine kapitalistische Verschwörung unter Führung der USA. Dagegen macht die Opposition Maduro für die Probleme verantwortlich und fordert seine Absetzung.

Hat Frankreich einen Reformer gewählt?

Von Holger Steltzner

Emmanuel Macron wird der nächste französische Präsident. Er muss für innere Sicherheit und für einen Aufschwung der Wirtschaft sorgen. Denn Marine Le Pen und ihre Partei sind nicht erledigt. Ein Kommentar. Mehr 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage