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Vattenfall startet Pilotanlage in Spremberg : Kohlendioxid unter die Erde

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Der Einfüllstutzen zum Befüllen der Speicheranlage mit Kohlendioxid Bild: ddp

Kohlendioxid soll künftig ins Erdreich verbannt werden. Im brandenburgischen Spremberg hat der Stromerzeuger Vattenfall heute die umstrittene Pilotanlage eines neuartigen Braunkohlekraftwerkes in Betrieb genommen. Lastwagen transportieren das verflüssigte Gas zu einem unterirdischen Speicher.

          Der Stromerzeuger Vattenfall Europe hat die umstrittene Pilotanlage eines neuartigen Braunkohlekraftwerkes im südbrandenburgischen Spremberg in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um die weltweit erste Anlage dieser Art.

          Demnach wird das klimaschädliche Kohlendioxid beim Verbrennen der Kohle nicht wie bisher in die Luft geblasen. Stattdessen wird das hochkonzentrierte Treibhausgas nach dem Abtrennen aus dem Rauchgas verflüssigt. Lastwagen transportieren es dann zu einem unterirdischen Erdgasspeicher nach Sachsen-Anhalt.

          Vattenfall hat bereits 2001 ein Projekt zur Erforschung der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) aufgesetzt. Das Unternehmen will nach einem mehrjährigen Testbetrieb der Pilotanlage bis spätestens 2015 zwei Demonstrationskraftwerke mit einer elektrischen Leistung von bis zu 500 Megawatt bauen. Ab 2020 soll die Technologie dann serienreif und wettbewerbsfähig zur Verfügung stehen.

          Die Speichertanks für das Kohlendioxid

          Kosten: 70 Millionen Euro

          Umweltschützer protestierten gegen die 70 Millionen Euro teure Anage. Sie befürchten, dass der Energiekonzern unter Verweis auf die innovative Technik neue, klimaschädliche Kohlekraftwerke durchsetzen will. „Robin Wood“ erklärte, die in der Erprobung befindliche Technik sei ungeeignet, bestehende Kohlekraftwerke nachzurüsten. Dies gelte auch für Neubauten wie in Boxberg und für das geplante Kraftwerk in Hamburg-Moorburg. Zudem verbrauche die neue Technologie große Mengen an zusätzlicher Energie und Wasser. Der Wirkungsgrad der Kraftwerke würde um mehr als zehn Prozent sinken.

          Führende SPD-Politker in Brandenburg haben die Inbetriebnahme des neuartigen Braunkohlekraftwerks gegen die Kritik verteidigt. Diese Technologie habe weltweit Bedeutung, sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Günter Baaske, am Dienstag in Potsdam. „Das ist ein sehr schöner Tag für Brandenburg.“ Im Unterschied zu „Defätisten“ und Funktionsträgern wie bei den Grünen seien die Sozialdemokraten „sehr optimistisch“. SPD-Generalsekretär Klaus Ness nannte die Proteste von Umweltschützern „zynisch“, da sie sich dagegen wehrten, dass Kohlendioxid vermieden werde.

          Das Oxyfuel-Verfahren zielt darauf ab, das beim Verbrennen von Braunkohle entstehende, klimaschädliche Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Dazu wird der Braunkohlenstaub nicht mit Luft, sondern mit reinem Sauerstoff und Rauchgas verbrannt. In mehreren Schritten entsteht Rauchgas mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent Kohlendioxid.

          Das Treibhausgas wird abgetrennt und unterirdisch gespeichert. Durch das Oxyfuel- Verfahren liegt der Wirkungsgrad anfangs zehn Prozentpunkte unter dem von anderen Anlagen. Dies soll später durch die Kohlevortrocknung und einen optimierten Kraftwerksbetrieb ausgeglichen werden.

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