Home
http://www.faz.net/-gqe-75hhd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Urteil Böllerknall im Dixi-Klo rechtfertigt fristlose Kündigung

Es sollte ein Scherz sein: Nachdem ein Arbeitskollege an einer Baustelle das Dixi-Klo aufgesucht hatte, brachte ein Gerüstbauer dort einen Böller zur Explosion. Der Arbeitgeber kündigte fristlos. Zu Recht, sagt das Arbeitsgericht Krefeld.

© ddp Vergrößern Dixi-Toilette

Wer am Arbeitsplatz Silvesterböller mit einem Scherzartikel verwechselt, kann schnell seinen Job los sein. Zumindest wenn der Knall auch noch zu Verletzungen eines Kollegen führt, ist die sofortige Kündigung gerechtfertigt, wie das Arbeitsgericht Krefeld in einem Urteil entschied, auf das der Deutsche Anwaltverein in Berlin am Donnerstag hinwies.

Demnach wies das Arbeitsgericht einen Gerüstbauer ab, der sich im vergangenen Sommer einen vermeintlichen Scherz geleistet hatte: Nachdem ein Arbeitskollege an einer Baustelle das Dixi-Klo aufgesucht hatte, brachte der Gerüstbauer dort einen Böller zur Explosion. Der Arbeitskollege zog sich Verbrennungen am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste zu; danach war er drei Wochen arbeitsunfähig.

Der Arbeitgeber nahm dies zum Anlass für eine fristlose Kündigung. Mit seiner Kündigungsschutzklage verwies der Gerüstbauer auf seine zuvor unbescholtene 15-jährige Mitarbeit in der Firma. Scherze - auch mit Böllern - seien als „Stimmungsaufheller“ unter den Kollegen üblich gewesen. Dass es Verletzungen gibt, habe er nicht gewollt.

Er hätte damit aber zumindest rechnen müssen, meinte nun das Arbeitsgericht Krefeld. Dass Feuerwerkskörper gefährlich sein können, sei allgemein bekannt. Der Böllerknall sei ein „tätlicher Angriff auf einen Arbeitskollegen“ gewesen, und der Kollege habe keinerlei Möglichkeit gehabt, dem zu entkommen. Angesichts dieser schweren Pflichtverletzung sei eine fristlose Kündigung auch trotz der langen Betriebszugehörigkeit gerechtfertigt gewesen.

Az: 2 Ca 2010/12

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mexiko Polizisten schießen deutschen Studenten an

Studenten ignorieren eine Polizeisperre - und die Beamten eröffnen das Feuer. Ein Deutscher wird beim Vorfall im mexikanischen Bundesstaat Guerrero verletzt. Dort werden seit Tagen 40 Studenten nach Zusammenstößen mit der Polizei vermisst. Mehr

13.10.2014, 19:30 Uhr | Gesellschaft
Explosion zerstört Wohnhaus

Ein vierstöckiges Haus wurde in Paris nach einer Explosion zerstört. Ein Kind wurde getötet. Rettungskräfte suchen nach weiteren Verschütteten. Die Ursache soll vermutlich eine Gasexplosion sein. Mehr

31.08.2014, 14:45 Uhr | Gesellschaft
TV-Kritik: Anne Will Ein Sozialmodell namens Entsolidarisierung

Wer ist nicht genervt von den Streiks der Lokführer und Piloten? Wahrscheinlich die Busfahrer. Man sollte einmal über deren Arbeitsbedingungen reden. Mehr Von Frank Lübberding

23.10.2014, 05:40 Uhr | Feuilleton
Dutzende Tote nach Gasexplosion

Die Explosion hat in der taiwanesischen Stadt Kaohsiung ganze Straßenzüge verwüstet. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben, mindestens 270 wurden verletzt. Mehr

01.08.2014, 10:24 Uhr | Gesellschaft
Ludwigshafen Bauarbeiter stirbt bei Gasexplosion

Im Ludwigshafener Ortsteil Oppau kam es bei Bauarbeiten zu einer Gasexplosion mit einer 40 Meter hohen Stichflamme. Ein Bauarbeiter kam ums Leben, mehr als 20 Menschen wurden verletzt. Gesteinsbrocken flogen 300 Meter weit. Mehr Von Jonas Jansen

23.10.2014, 17:03 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2013, 15:47 Uhr

Gegenwind für Gabriel

Von Henrike Roßbach

Die schwächelnde Konjunktur in Deutschland wirft eine interessante Frage auf: Was passiert, wenn  Wirtschaftsminister Gabriel Dinge tun muss, die seinen Interessen als SPD-Chef zuwiderlaufen? Mehr 33


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wie wichtig ist die Raumfahrt für Deutschland?

Dass die Raumfahrernation Amerika viel in die Erforschung des Weltraums investiert, ist keine Überraschung. Aber selbst in Italien, Japan und Frankreich hat die Raumfahrt einen höheren Stellenwert als hierzulande. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden