28.04.2012 · Wir steigen den „Verwertern“ aufs Dach. Sagen die Piraten und wettern gegen das Urheberrecht. Ihren Behauptungen fehlt dabei das Fundament. Höchste Zeit, ein paar Dinge gerade zu rücken.
Von Rainer Hank und Georg MeckRichtlinien für Lesermeinungen
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Wann haben die Piraten gesagt sie wollen das Urheberrecht abschaffen!?
Dieser schlecht recherchierte Artikel hat mich nun letztendlich dazu
veranlasst, mich doch mal bei faz.net anzumelden um hier einen Kommentar
abgeben zu können. Schlecht zum einen deshalb, da ich Hisako
Garanda vollkommen recht geben muss was den Markzugang angeht. Schlecht
zum zweiten deshalb, weil 5min auf der Homepage der Piraten ausreichen
um zu bemerken, dass der Autor, Herr Hank, nicht verstanden hat worum es
den Piraten überhaupt geht. Ich zitiere von der Piraten Homepage:
"Anstatt in einer völlig veränderten Welt an der
Vergangenheit festzuhalten, müssen neue Lösungen gefunden
werden. Damit es einmal klargestellt ist: Wir Piraten möchten das
Urheberrecht nicht abschaffen, sondern vielmehr schützen. Die
Erfolge von iTunes, Amazon und netflix beweisen, dass die Nutzer legale
Portale wünschen, die den Urheber besser stellen als klassische Vertriebswege."
Wo findet man darin das von Hernn Hank und vielen Künstlern so
heftig kritisierte Abschaffen der Urheberrechts!? Im Gegenteil!
Beseitigung von Knappheit oder Maximierung der Macht?
Beides kann als Prinzip des Wirtschaftens betrachtet werden: Daher ist
auch die Beurteilung der Urheberrechtsdebatte abhängig von dem
grundsätzlichen Verständnis von gutem
"wirtschaften".
-
Sämtliche Vergleiche des Urheberrechts mit realen, materiellen
Gegenständen sind falsch: Wenn ich einen Diebstahl begehe steht das
physische Gut, wofür Grenzkosten entstehen, nicht mehr einem
anderen Nutzer zur Verfügung. Die geklaute CD, wofür jemand
"bezahlen" musste (in der Hoffnung auf Erlös), wurde
entweded, gestohlen oder "geraubt" (bei Androhung von Gewalt).
-
Eine Raubkopie hingegen - welch ein dummes Wort: wem wurde
"Gewalt" angetan? - schränkt die Nutzung keines anderen
Menschen ein. Es entstehen auch keine Grenzkosten.
-
Worüber allerdings diskutiert werden muss ist die Anreizwirkung -
wenn mit Software etc. kein Geld mehr verdient werden kann, dann werden
auch keine Gewinngetriebenen Investitionen mehr getätigt. Ev.
entsteht hier ein ähnl. Problem wie in der Grundlagenforschung
Ein bißchen widersprüchlich ist das schon,
einerseits wird das was die Piraten vorschlagen damit kritisiert dass
dies den Künstlern kaum die Suppe gönnt, andererseits wird der
momentane Zustand wo Nachwuchskünstler froh sein müssen
unterzukommen mit "So ist halt der Markt!" gefeiert.
Da stehen sich wohl zwei extreme Seiten ggü. Die einen wollen alles
umsonst, die anderen wollen absahnen. Und jeder hat so seine
Rechtfertigungen dafür ...
auch private Fernsehsender sind Verwerter
In der Debatte um die von der Piratenpartei geforderte Beseitigung der
"bösen" Verwerter der Medien wird übersehen,
daß auch die privaten Fernsehsender Verwerter sind.
Das Privatfernsehen sendet Filme und Musik und ist auf Einschaltquoten
angewiesen. Erst dann können sie Werbeeinblendungen verkaufen und
damit Geld verdienen. Das Geld wird für den Sendebetrieb und die
Bezahlung der Filmhersteller verwendet.
In der Folge der drohenden Zwangsenteignungen werden diese Fernsehsender
kaum noch Zuschauer finden, wenn das Internet mit kostenlos
erhältlichen Filmen überschwemmt wird. ARD und ZDF dürfen
sich also freuen, wenn die privaten Sender allmählich verschwinden
und die ÖR Sender den Fernseh-Markt wie in früheren Zeiten
beherrschen können.
Und als weitere Verwerter gibt es noch die Online Videohändler, die
DVD Verleiher und die DVD Händler. Der Gewinner der Piratenpartei
wird dann vor allem Facebook heißen. Denn nun muss jeder viele
Freunde haben, um gratis Filme sehen zu können.
Schauen Sie mal auf
auf die southpark Webseite.
Privates, werbefinanziertes Fernsehen im Internet.
Es werden nicht nur die Privatsender verschwinden, in 20 Jahren werden
auch die ÖR gehörig zusammenschrumpfen.
Auch DVD-Händler wird es nur noch im selben Maß geben wie
heute Schallplattenhändler.
Hat aber nichts mit anderen Rechtemodellen oder Piraterie zu tun,
sondern schlicht mit dem Stand der Technik - Bindung von Content an
feste Medien bzw. Senden zu festen Zeitpunkten sind technische
Beschränkungen die bereits gefallen sind, nur weil die große
Mehrheit der Konsumenten noch die altmodische Weise gewohnt ist gibt es
überhaupt noch einen Fernsehmarkt im herkömmlichen Sinn.
Wie gesagt, dass hat nichts mit Kostenlos-Mentalität zu tun, dass
ist einfach Stand der Technik und muss getrennt betrachtet werden von
der Bezahl-Frage. Leider wird das aber oft gleichgesetzt.
Auch durch dauerndes Wiederholen wird diese Dummheit nicht richtig.
Zunächst ist es seit Jahrhunderten so, dass ein Wissenschaftler
öffentlich bezahlt wird, der Druck gefördert und die Literatur
dann von Bibliotheken gekauft, ein Ergebnis des aktuellen Urheberrechts
ist das also nicht.
Dann wird hier auch nichts drei Mal bezahlt, sondern drei Drittel machen
Eins und nicht Drei. Die Gesamtkosten werden auf unterschiedlichem Weg finanziert.
Und drittens haben Sie durch die Steuerfinanzierung eines Gehalts noch
kein Anrecht auf den Menschen. Die Sklaverei wurde abgeschafft und es
ist skurril, dass Piraten und Informationskommunarden die Sklaverei
wieder einführen wollen, bloß weil sie zu geizig zum Zahlen sind.
Schlechtes Beispiel Musikindustrie
Unabhängig davon, ob eventuell Teile des Urheberrechts
volkswirtschaftlich vorteilhaft sind, im Falle der Musikindustrie sind
sie es wahrscheinlich nicht. Weder ist ist ein Schaden durch Filesharing
für die Verwerter belegbar, Verluste scheinen durch Werbeeffekte
aufgewogen zu werden, noch scheinen Künstler Nachteile
davonzutragen. Im Gegenteil, es gibt durchaus Hinweise darauf, dass die
Künstler durch das Internet erheblich profitiert haben (siehe z.B.:
Oberholzer-Gee&Strumpf 2009 oder Andersen&Frenz 2007).
Dazu kommt noch ein Missverständnis über volkswirtschaftlichen
Nutzen. Es ist dazu nicht nötig, dass jemand Geld verdient. Auch
der Konsum eines nicht bezahlten Produktes (gleich ob geschenkt oder
geklaut) stellt einen solchen volkswirtschaftlichen Nutzen dar. Entgegen
allen Euphemismen steht dem in der digitalen Welt kein Schaden entgegen.
Volkswirtschaftlich kann nur eine dramatische Reduktion der
Verwerterrechte die logische Folge sein. Dazu braucht es aber keine Piraten.
Unsinn - und sie zitieren hier eine schon häufig widerlegte Mindermeinung
Ich kenne mehrere Urhberbranchen in mehreren Funktionen sehr gut - und kann nur sagen, das der FAZ-Artikel völlig richtig liegt. Leider müsste man auch aufgrund der verschiedenen Geschäftsmodelle für verschiedene Urheberrechte/Produkte eigentlich noch sehr ausführlicher diese Themen separat behandeln. Zu den Thesen einiger anderer Gast-Kommentare, das ja auch dieser FAZ-Beitrag und die Leserkommentare kostenlos seine, muss man feststellen, das sie nicht kostenlos sind, sondern werbefinanziert wie diverse TV- , Radio- und Internetplattformen. Wenn die Autoren nicht vom Recht des Verschenkens Gebrauch machen bzw. nicht bezahlt werden, ist es illegal. Ansonsten werden sie an dem Ertrag beteiligt. Bei Musik-Kompositionen (nicht bei Musik-Aufnahmen) ist das im Gegensatz zu Artikeltexten nach tausenden von internationalen Diskussionen schon lange sauber geklärt.
warum konnte ich diesen artikel umsonst lesen?
Die Autoren sagen: "Urheberrechte bestehen 70 Jahre nach dem Tod
des Autors, Patente werden 20 Jahre gewährt. Zugegeben, das ist ein
bisschen willkürlich."
Nun gut, da gibt es ja offensichtlich ein Problem, das sowohl den
Piraten als auch Ihnen aufgefallen ist. Also, lösen wir es. Wie
wäre es mit: Beides ist 25 Jahre nach Veröffentlichung
geschützt, danach für die Allgemeinheit frei verfügbar.
Damit könnten wahrscheinlich alle gut leben.
Leider nein
Das Problem ist, daß von einem kurzen Urheberrecht nur die
profitieren, die die Werke verramschen. D.h. mit viel Macht, schnell auf
den Markt drücken.
Wenn ein Bild z.B. bei Ikea in der Posterecke ist, wird es schnell
zigtausendfach weltweit verkauft (sofern es ansehnlich ist), auch wenn
es kostenlos im Web zu haben wäre. Ikea macht trotzdem
(Zig-)Tausende Euro Gewinn. Allein schon, weil sie in der Auflage
für ein paar Cent pro Stück produzieren können.
Wenn ein kleiner Urheber hingegen versucht seine Poster zu verkaufen,
wird in kleiner Auflage der Preis häufig über dem
Verkaufspreis von Ikea liegen. Druck er in einer höheren Auflage,
muss er Tausend(e) Euro vorschiessen und hat dann so viele Bilder, die
er selbst in 25 Jahren kaum verkauft bekommt, allein weil er schon nicht
den Vertrieb hat.
Daß Patente nur 20 Jahre gelten hat übrigens den Grund,
daß sie die Entwicklung der Menscheit behindern können, eine
Sache, die man von einem Kunstwerk selbst optimistisch kaum behaupten kann
Stopp !
Dazu gehört natürlich auch die Prüfung , handelt es sich
um einen Urheber oder um
ein Original. Es kann doch nicht sein, dass nur unliebsame Politiker
geprüft werden
ob sie abgeschrieben haben. Ohne das ist es mit Patenten nicht
vergleichbar und auch ein Schutz von 25 Jahren noch zuviel !
Gleiches Problem bei Urteilen ...
Nach deutschem Urheberrecht sind Gerichtsentscheidungen in Deutschland “gemeinfrei”, d.h. jeder darf sie kostenlos kopieren und veröffentlichen. Denn die Urheber der Urteile – die Richter – werden für ihre Arbeit von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler bezahlt. In der Praxis wird der Zugang zu Judikaten über das Internet in Deutschland allerdings erheblich erschwert: Bund und Länder haben mit Datenbankbetreibern – allen voran der Juris GmbH – exklusive “Lieferverträge” abgeschlossen. Kaum ein Anwalt kann und erst Recht kein Bürger wird sich einen Datenbankzugang leisten (wollen). Hierüber hat jüngst der SPIEGEL ausführlich und gut recherchiert berichtet (Jura-Datenbanken: So verdienen Finanzinvestoren am Verkauf deutscher Urteile). Wer sich weiter informieren will, dem sei der Beitrag im Blog De Legibus “Juris im Spiegel des SPIEGEL” mit zahlreichen weiterführenden Links empfohlen.
.. ist äußerst einseitig. Er blendet vollkommen aus, welchen
fatalen Effekt das aktuelle Urheberrecht auf die Wissenschaft hat. Dort
ist es so, dass der Steuerzahler den Wissenschaftler dafür bezahlt,
neues Wissen zu generieren. Dann schreibt dieser Wissenschaftler seine
Ergebnisse auf und reicht die Publikation bei einem Wissenschaftsverlag
ein. Andere Wissenschaftler begutachten dann diese Publikation - ohne
Honorar. Die Verlage gehen selbstverständlich davon aus, dass die
anderen Wissenschaftler ("wegen der wiss. Qualität")
diesen Mehrwert-schaffenden Job auf Kosten des Steuerzahlers machen.
Anschließend druckt der Verlag die Publikation bzw. macht sie
online zugänglich. Allerdings muss hier der Steuerzahler schon
wieder zahlen (und das bei Subskriptionen JEDES JAHR wieder!), um den
von ihm selbst finanzierten "content" überhaupt
verfügbar zu machen (über Bibliotheken).
Wissenschaftsverlage behindern den Zugang zu Wissen. Sie behindern den
Fortschritt der Wissenschaft. Jeden Tag.
Hisako Garanda
Dafür gibt es ja die Privatkopie. Wenn sie befürchten, dass Ihre CD kaputt- oder verlorengeht, dürfen Sie sich, völlig legal, Privatkopien davon anfertigen, auch fürs Auto.
Wissenschaft, Forschung und Urheberrecht.
Sie scheinen sich leider im wiss. Betrieb nicht so sehr auszukennen,
aber ich versuche Ihnen einmal an einem Beispiel das Problem zu erläutern.
Als Wissenschaftler gilt "publish or perish", und publizieren
sollte man immer in Journalen mit "hohem Impact Factor".
Dahinter steckt die Logik, dass in angeseheneren Journalen die
"Peer Review" Gutachter kritischer urteilen und nur beste
Artikel zulassen, was sich aber bereits häufig als unwahr gezeigt
hat. Der Klüngel hat aufgrund von gestiegenem Erfolgs- und
Föderungsdruck stark zugenommen, und solche Faktoren sind,
nüchtern betrachtet, eher sinnlos.
Das Problem ist, dass dies Gutachertätigkeit und genauso wie die
Forschung selbst ausschießlich aus öffentlichen Mittel
gezahlt werden (nicht vom Verlag), aber die Ergebnisse von den Verlagen
sehr teuer verkauft werden und der Öffentlichkeit nicht mehr
zugänglich sind. Viele Unbibliotheken müssen Journale
abbestellen, was die Forschung erschwert und zu Fehlern führen kann
und muss. Sinnvoll?
Ja, aber was haben Sie denn gekauft?
1000 Stück CDs - was wenn eine kaputt geht?
Dann müßten Sie nach bisherigem Verständnis nochmal
ehrlich eine kaufen - andererseits kann man argumentieren dass der
Künstler Ihnen ja nicht die CD als solche verkaufte, sondern das
Recht darauf die Lieder zu hören.
Das war bisher kein Thema, weil der Aufwand der Kopie so groß war
dass Musik usw. stark ans physikalische Medium gebunden waren und es
jeder für selbstverständlich hielt dass man ein Buch kauft wie
eine Lampe oder sowas.
Nur sind halt durch den technischen Fortschritt die Realitäten
anders geworden - die Kopie des geistigen Werks kostet nichts mehr. Nur
das geistige Werk als solches bzw. der Vermarktungsaufwand kann noch als
Kostenfaktor gelten.
Daher stehen wir heute vor der Herausforderung neu zu klären was es
denn heißt Sie haben Musik "ehrlich" gekauft.
Ihr Neffe liegt sicher falsch, er bezahlt gar nichts.
Aber wäre es denn richtig dass Sie die CD bei Verlust ein
zweitesmal bezahlen - oder auch nur fürs Auto?
Wo ist das Problem?
Auch Wissenschaftler wollen Geld verdienen. In unserem heutigen System
verdienen sie durch ihr moderates Gehalt und Zusatzeinnahmen aus der
Veröffentlichung von Urheberrechtswerken. Sie kritisieren daher
nichts anderes, als dass publizierende Wissenschaftler zu hohe Einkommen haben.
Dann sollten Sie aber fairerweise laut und deutlich für
Lohnkürzungen eintreten.
Oder meinen Sie, dass sich an der Kostenbelastung des Steuerzahlers
etwas entscheidendes ändert, wenn die Gehälter der
Wissenschaftler angehoben werden, der Staat dafür aber die
Nutzungsrechte für ihre wissenschaftlichen Werke kostenlos erhält?
Das derzeitige System hat übrigens den Vorteil, dass es gute
wissenschaftliche Leistungen belohnt. Abhandlungen über
bahnbrechende Forschungen verkaufen sich nunmal deutlich besser, als
Wiederholungen von Altbekanntem. Dadurch erhalten Spitzenforscher ein
höheres Einkommen als durchschnittliche Wissenschaftler. So soll es
eigentlich auch sein, oder etwa nicht?
Meine Güte ...
was für eine naive Vorstellung vom Wissenschaftsbetrieb. Ohne
dieses System gibt es gar keinen Grund mehr überhaupt noch zu
publizieren. Aber die Zahl derjengigen, die Copy & Paste für
Wissenschaft halten nimmt offensichtlich immer mehr zu
Das ist das Problem an der ganzen Debatte: ich habe mir im Laufe meines
Lebens eine Bibliorhek von wissenschaftlicher und natürlich auch
anderer Literatur und mehr als 1000 CDs ehrlich zusammengekauft. Mein
19-jähriger Neffe hält das für völlig bescheuert.
"Onkel, ich habe gerade 10.000 Songs umsonst von meinem Kumpel auf
die Festplatte kopiert. Du bist doch blöde, wenn du dafür Geld
bezahlt hast." Wenn ich Dann sage, dass Küstler auch von was
leben müssen, schaut er nur verständnislos und meint:
"Madonna hat doch schon genug Kohle." Es geht aber nicht um
Madonna. Es geht um Bob Dylan, Alvin Lee, Pink Floyd und wen auch
immer. Aber da schaut er nur verständnislos. Die sind doch nicht
wichtig, denn die sind auch nicht in den aktuellen Charts. :-)
In Deutschland wird das Internet zensiert...
In Deutschland wird das Internet zensiert. Mehr muss ich nicht wissen über die Urheberrechtsdebatte. Ich finde das so dermaßen schockierend und skandalös, dass ich alleine deshalb schon die Piraten wähle.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.04.2012 09:02 UhrIm Gegenteil
Im Gegenteil haben Sie in Deutschland unbeschränkten Zugang zu
urheberrechtlich geschützten Werken. Soweit diese legal im Netz
veröffentlicht wurden, dürfen sie sich für private Zwecke
sogar eine Kopie ziehen, und zwar kostenlos. Ansonsten müssen Sie
einfach nur den üblichen Preis bezahlen.
Nach Ihrer Logik wäre die "Zensur" nicht auf das Netz
beschränkt. Auch die Papierausgabe der FAZ oder ihrer Mitbewerber
und sämtliche Bücher wären von Zensur betroffen. Denn sie
bekommen nichts davon umsonst, sondern müssen überall den
Kaufpreis entrichten.
Das Internet wäre somit weit weniger zensiert als die reale Welt.
Immerhin gibt es hier jede Menge kostenloser Zeitungsangebote.
Während Sie in ihrem Briefkasten kostenlos allenfalls irgendwelche
Anzeigenblätter erhalten.
Mit Verlaub
...Zensur, wenn Jemand sein Eigentum schützt?
Die Wahrheit ist wohl wieder mittig
Auf der einen Seite: anarchische Piraten, die im kollektiven Bewusstsein
zu Hause sind und dort eine Art geistigen Sozialismus ausbauen,
zusätzlich konditioniert durch die Aversion gegen eine
Wiederverwertungs- und Rekombinationsindustrie, die immer mehr weg von
Kunst zu rechtlich geschütztem Konsumentertainment tendiert.
Auf der anderen Seite: Verfechter des strengen Rechts und dem zu
schützenden individuellen geistigen Output in marktwirtschaftlichem
Rahmen zur Sicherung des Lebensunterhalts und des Erhalts einer
Kunst-als-Ware-Kultur. Wie jedes andere Produktionsmittel auch, wird die
Materialisierung einer Idee in "künstlerischer" Form zum
schützenswerten Objekt, dass gegen schnorrerhafte Selbstbedienung
abgesichert werden muss.
Die Wahrheit liegt wohl wieder in der Mitte. Ein 70 Dekaden dauerndes
Urheberrecht der heutigen hektischen Zeit hat ist genauso extrem wie
eine unverbindliche Gratiskultur inmitten einer hochentwickelten
Marktwirtschaft, zu der auch ein Künstler gehört.
In die Musikszene wird durch die verschiedensten Abzockersysteme viel zu
viel Geld gepumpt
und deshalb können sich noch die abstrusesten Typen nach vorne
drängeln und den großen
Reibach machen. Wir erleben zur Zeit bestimmt nicht die Blüte der
Musikkunst, das war in den Zeiten von Bach, Händel, Mozart ,
Beethoven, Bruckner, Strawinski u.a. der Fall. Heute ist das Zeitalter
der Informationstechnik, die im Vergleich zu vergangenen Zeiten eine
wahre Blüte erfährt. Die Vertreten der Musikbranche haben es
verstanden mit diesen exponentiell weiter verbreitenten Medien ihre
Kassiersystem weitgehend zu erhalten und damit riesige Umsätze zu
machen. Die Zeitungen schüren den Neid gegen die Bezahlung von
verdienstvollen Managern, die hunderttausende in Lohn und Brot bringen,
über die uferlosen Einnahmen von vielen
"Schreihälsen" wir noch nicht einmal berichtet. Was ist
denn bei diesen "Urhebern"
wirklich schützenswertes Original, das sind weitgehend
"Gutties", es prüft ja keiner wie Patente!
Wer in der Verteidigung des sog. "geistigen Eigentums" nicht mehr weiter weiss, kommt immer mit unpassenden Vergleichen mit der materiellen Welt. Sonst koennte er ja auch keine Empoerung hervorrufen. Wer meint, es waere mit "besseren Detektiven" getan, hat von der Entwicklung des Filesharings von Napster ueber eDonkey und Bittorrent zu Filehostern nichts mitbekommen. Jeder Angriff der Content-Industrie gegen das Internet fuehrt nur zu einer Verlagerung des Traffics.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 03:15 UhrLeider falsch
Man muss nicht lückenlos überwachen, um eine Steuerfunktion zu
erhalten. Diese bekommt man auch mit stichprobenartigen Kontrollen hin.
Siehe Strassenverkehr.
Überhaupt, wäre das nicht eine interessante Lösung?
Einführung von "Bussgeldkatalogen", wie im
Strassenverkehr, aber nicht mit Geldstrafen und Punkten, sondern mit
abzuleistender sozialer Arbeit. Erstverstoss Urheberrechtsverletzung,
ein Film, das macht laut Katalog 10 Sozialstunden. Bei schwereren
Verstößen und Wiederholungen eben mehr. Wer versucht hat,
seine Tat zu "verschleiern", der wird gleich härter
bestraft.
Gegen den Bescheid kann (wie beim Strassenverkehr) Einspruch eingelegt
werden, dann geht es vor Gericht.
So würde zum einen die Abmahnungsabzockerei beseitigt, zum Anderen
solche Taten grundsätzlich bestraft, es ist keine lückenlose
Überwachung nötig und die sozialen Einrichtungen freuen sich
auch über Hilfe, wobei die Täter vielleicht sogar etwas
soziale Verantwortung lernen.
Ganz einfach...:
Wenn die Möglichkeiten des Downloads von Musik, Filmen, Programmen, etc. eingeschränkt werden, findet sich ein anderer Weg, um an das Gewünschte zu kommen. Für jede Tür, die das Warenhaus dem Dieb verschließt, öffnen sich mehrere neue. Stellen Sie sich das Internet wie ein großes Gebäude vor, in das man unendlich viele Zugänge einbauen kann. Das läßt sich durch Detektive nicht überwachen, diese Argumentation geht leider an der praktisch-technischen Wirklichkeit vorbei.
Freiheit im Netz ohne Regeln?
Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass ein freies Netz funktionieren
kann ohne Regeln, deren Einhaltung kontrolliert wird.
Ein Gutteil dieser Urheberrechtsdiskussion resultiert aus der
grundsätzlich falschen Behauptung, der Staat sei der Feind eines
freien Internets. Ein freiheitlicher Staat ist aber der Garant eines
freien Netzes und nicht umgekehrt. Ermittlungsbehörden garantieren
die Freiheit des Einzelnen im und außerhalb des Netzes. Ohne
diesen Staat ist das Individuum Verleumdungen, Betrügereien oder
Spionageangriffen im Netz hilflos ausgeliefert. Ein Netz ohne
Ermittlungsbehörden ist daher kein Paradies der Freiheit, sondern
ein Tummelplatz für Verbrecher, indem die 5% Skrupellosesten die
anderen 95% nach Strich und Faden über den Tisch ziehen.
Kino.to wurde fast ausschließlich über die Werbung für
Abofallen finanziert. Wer sich auf diese Seiten begab, war den
Kriminellen schutzlos ausgeliefert.
Das heißt für den Laien?
Gibts eine deutsche Übersetung im Netz?
Kostenlos natürlich!
Rainer Hank Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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Georg Meck Jahrgang 1967, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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