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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Urabstimmung Die Ärzte wollen streiken

 ·  Eine deutliche Mehrheit der niedergelassenen Ärzte will ihre Praxen aus Protest gegen die Krankenkassen in den kommenden Wochen teilweise schließen. Auch Privatpatienten würden vor verschlossenen Türen stehen. Die Ärzte wollen in den Verhandlungen mit den Krankenkassen höhere Honorare durchsetzen.

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@Heribert Mühl

Grundsätzlich sehe ich zwischen meinem Kommentar und Ihren Anmerkungen dazu keinen allzugrossen Widerspruch. Wir sind uns darüber einig, dass das "System" grosse Schwächen aufweist. Bitte aber nicht vergessen, "das System" sind beide - die GKVen und die ärztliche "Selbstverwaltung". Die Spitzen beider Systeme eint auf jeden Fall der Selbsterhaltungstrieb und die Gier.

Dafür, dass die GKVen die von Ihnen angeführte Abrechnungspraxis (Einzelerstattung des Kassenanteils bei "privater" Leistung) verweigern, habe ich allerdings volles Verständnis. Der Papierkrieg, der damit angezettelt würde, würde auch die Verwaltungskosten der GKVen nach oben treiben, ja geradezu explodieren lassen. Ausserdem verfügen wohl die wenigsten GKV-Patienten über ausreichende Kenntnisse (ich hätte auch schreiben können "IQ") um sich gegen die unsäglichen IGEL-Zustände, die durch eine solche Praxis noch zunehmen würden, zu wehren.

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Gabriele Wurzel

Keine Mehrheit für Praxisschließungen, müsste es heißen! Position der Kassen eher gestärkt!

Denn die große Mehrheit der Ärzte hat nicht für Praxisschließungen („Streiks“ gibt es hier nicht) votiert. Nur knapp die Hälfte der Ärzte hat sich beteiligt, davon waren25% gegen Praxisschließung. D.h.: Nur rd. ein Drittel der Ärzte ist für „Streiks“! Danke den anderen! Das ist eine Niederlage für die Ärztefunktionäre , die die Stimmung -mit überzogenen Forderungen für eine Berufsgruppe, deren hoher Lebensstandard evident ist- anheizen und weiter Kredit verspielen. Bei den Einnahmen der Ärzte können die erheblichen Zusatzeinnahmen durch Barzahlungen der gesetzlich Versicherten (für fragwürdige "Igel-Leistungen", bei Zähnen) und die satten Honorare von Privatversicherten (oft extensive Abrechnungen/Untersuchungen) nicht unterschlagen werden!
Bezeichnend, dass Hausärzte nicht dabei waren, Kinderärzte mehrheitlich gegen Schließungen stimmten - aber die besonders gut da stehenden Fachärzte, so sie sich beteiligten, zu 75% dafür! Ggf. Kassenzulassung entziehen, ganz einfach!

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Stephan Müller

Der Landarzt ist arm, der Stadtarzt ist reich. Es ist ein Verteilungsproblem. Schuld daran ist die

Ärztevertretung. Alles auf "Nachdenkseiten" nachzulesen.

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Claus F. Dieterle

Der himmlische Arzt streikt nicht!

In dem "Gelöbnis", das in der Berufsordnung für Ärzte enthalten ist, steht auch "Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben."
Ist der Streik mit der hier genannten Würde vereinbar?

Aber der himmlische Arzt (2.Mose 15,26) streikt nicht.

Gott heilt alle deine Krankheiten.
Psalm 103,3

Gott kann aber auch durch Ärzte und Therapeuten hier auf Erden handeln, auch durch Medikamente...

Mit guten Segenswünschen
Claus F. Dieterle

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Gottfried Herpel

Die armen Ärzte

Als erste Massnahme könnten die Ärzte ihre KV auflösen, die keinem etwas bringt, ausser den KV-Angestellten und Unterstützern! Der ursprüngliche gesetzliche Auftrag wird ja nachweislich verfehlt,die restlichen Prioritäten sind nachweislich nicht auf Patientenfürsorge gerichtet!
Dann kann doch jeder Arzt seine Entlohnung mit den Krankenkassen selbst verhandeln, oder die Ärzte organisieren sich in der Art neu, dass auch wirklich ihre Interessen vertreten werden! Das Wort "fair" könnte dann vielleicht bei der Verteilung der Gelder zur Geltung kommen! Zusätzliche Anreize könnten für z.B. ländliche Gebiete geschaffen werden! Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!
Im übrigen, gibt es auch andere akademische Berufsgruppen, die eine profunde Ausbildung haben und deutlich weniger verdienen als Ärzte in der niedrigsten Gruppe, der angeführten Statistik!
Ist aber auch nur menschlich, da schlummern zig Milliarden Patientenbeiträge bei den Kassen, und davon will natürlich etwas haben!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.09.2012 10:40 Uhr
Gottfried Herpel

Arme Ärzte

sie haben vollkommen recht, auch bei den Krankenkassen haben wir ausufernde Zustände!
Da bleibt doch nur die Chance eines kompletten Neuanfangs!"Reförmchen" hier oder da wird da nicht helfen! Jeder wird mit guten Argumenten seine Position bis zum Schluss verteidigen!
Jeder hat halt das System, was er verdient!

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Florian Adler

Die Kasse zahlt

ist eine dumme Sprechblase. Die Kasse ist lediglich Treuhänder des Geldes der Beitragszahler. Nach Beitragssatzerhöhungen, Leistungskürzungen, Praxis(Maut)gebühren, Medikamentenzuzahlungen, Igel-leistungen usw. usf. haben die Mediziner jetzt die Chuzpe, die Beitragszahler mittels Streiks zu erpressen. Motto: Erst mehr Geld auf den Tisch, dann Behandlung! Streik ist ein geistiges Armutszeugnis.

Ein System, zugestopft mit kostspieligen Funktionären und Lobbyisten, ist mit intellektuellen System-Playern offenkundig nicht in der Lage, überfällige Reformen anzugehen, überflüssige Schmarotzer nachhaltig aus dem System zu kegeln, fair zu verhandeln, um Leistung und Gegenleistung für jeden unentbehrlichen Systemteilnehmer in angemessene Balance zu bringen. Ärzte sollten ihre Energie besser für eine interne Systembereinigung und –optimierung aufwenden - und nicht in die Hand beißen, die sie füttert. Die des Beitragszahlers.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 21:41 Uhr
Michael Meier
Michael Meier (m_meier) - 13.09.2012 21:41 Uhr

na denn

Hauptsache Sie verstehen das System...! Wie wäre es dann mit einem Vorschlag anstelle eines sehr verquerten Kommentars...?

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Richard Schäfer

Nix kapiert

Sie scheinen das System der vertragsärztlichen Versorgung und der Honorarverteilung und des Sachbezuges überhaupt nicht verstanden zu haben, sonst würden sie nicht so viel blabla ohne Sinn und Verstand von sich geben und das noch unter dem ominösen Sprechblasentitel "die Kasse zahlt". Dabei wissen Sie vielleicht gar nicht, dass der Spruch: "Die Kasse zahlt alles, was Ihr Arzt Ihnen verschreibt", so wie so ein rotes Tuch für jeden Arzt ist, aber tagtäglich von vielen Kassenmitarbeitern den Patienten leierkastenmäßig wiederholt wird.
Dabei verschweigen die Kassen aber ihren Mitgliedern, dass sie für diese Wunschverschreibung den Arzt mit seinem ganzen Vermögen in Regreß nehmen werden. Also schweigen Sie lieber stille, wenn Sie nix zu sagen haben.

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Christoph Hübener

Zu einfach

Sie machen es sich zu einfach, da Sie offenbar das System nicht verstehen. Dies merken Sie jedoch nicht und denken Sie verstehen das System.

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Bernd Winkler

Der Blickwinkel bestimmt das Argument

Diejenigen der Forenschreiber, die überwiegend gute Erfahrungen mit Ärzten gemacht haben, stehen dem "Streik" wohlwollend gegenüber. Diejenigen, die in Ärzten in erster Linie raffgierige Abzocker sehen, stehen dem Streik ablehnend gegenüber. Fakt ist: das Krankheitssystem Deutschlands ist eine einziger Selbstbedienungsladen von Ärzten, Apothekern, Versicherungen und der Pharmaindustrie. Der Patient sollte eigentlich von der Politik vertreten sein. Unsere korrupten und von diversen Lobbies gekauften Politiker denken gar nicht daran, die Interessen der Patienten zu vertreten. Die Patienten haben ja kein Geld, welches man ihnen nicht ohnehin per Gesetz abpressen kann. Also nicht drauf reinfallen: die Schurken im Spiel sind die Politiker, die die Interessen der Bürger nicht wahrnehmen ( wollen). Die Politik liebt es, dass Dritte sich streiten, während man selbst die Lobbymillionen verprasst!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 17:24 Uhr
Alexander Sonne

Selbstbedienungsladen???

Das ist ja mal eine interessante Beobachtung.
Letzlich entzieht sich mir die Logik, wie man darauf kommen kann, daß sich die Ärzte (viell. auch die Apotheker) im Schlaraffenland Selbstvedienungsladen befinden.
Die einzigen, die davon profitieren ist die Industrie, die den Gesundheitssektor beliefert (nicht nur Pharma!) und die Krankenkassen bzw. Krankenversicherungen.
Und nur deren Lobby ist stark genug, Politiker in die gewünschte Richtung zu bewegen.
Ärzte und Patienten bleiben auf der Strecke.
Beispiel gefällig?
2012 wurde die neue GOZ bei den Zahnärten eingeführt. (die alte GOZ war von 1988)
Eine durchschnittliche Honorarerhöhung von 6% (in 24 Jahren!) wurde als Sieg der gierigen Zahnärtzelobby verkauft.
Angesichts einer Gehaltsentwicklung von etwa 70% im Dienstleistungssektor bezogen auf dem Zeitraum seit 1988 wohl eher gekonnte Lobbyarbeit der Versicherungen, die sich über einen derartigen Abschluß nur freuen können.
Patient und Arzt bleiben auf der Strecke

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Closed via SSO

D ist ein freies Land. Wer will, darf mit entsprechender Anstrengung, den Beruf des Arztes lernen.

1. Ärzte streiken? Angestellte Ärzte können streiken. Freiberufler stellen ihre Arbeit ein. Sorgen jedoch für eine Notdienst für dringende Fällen.
2. Vertragsärzte sind de facto keine Freiberufler. Der Gesetzgeber wirkt über SGB V massiv in die eigenverantwortliche Tätigkeit eines freien Arztes ein. Das wird seit 100 Jahren bei den Ärzten kontrovers diskutiert und führte zu dem Schlamassel, dass wir alle heute ertragen müssen. Es kostet viel Geld und niemand ist zufrieden. => Wer die Freiheit zu Gunsten der Sicherheit aufgibt wird am Ende beides verlieren. Es hat es auch nicht anders verdient.
4. Der Gesundheitsmarkt verhält sich im Idealfall wie jeder andere freie Markt auch, der durch staatl. Interventionen nicht behindert wird. Die Kosten für Gesundheit sinken, bzw. sind mindestens effektiver investiert (z. B. weniger sinnfreie Funktionärs- + Planstellen bei Kassenverwaltungen)
5. Vertragsarzt: Der Staat schreibt dem Arzt alles vor und überläßt das wirtsch. Risiko zu 100% dem Arzt.

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Gregor Nietgen
Gregor Nietgen (GNFAZ) - 13.09.2012 15:52 Uhr

Die Kassen führen ein faules Spiel!

Es kann nicht sein, dass die Kassen auf über 22 Milliarden Euro träge sitzen bleiben und:
- dass hiervon nichts an die Mitglieder zurückgegeben wird.
- immer noch Patienten die Praxisgebühr aus der Tasche gezogen wird.
- hiervon nichts für die Verbesserung der medizinischen Versorgung ausgegeben wird.
- dass von einem eingenommenen Euro 37 Cent in der "Verwaltung" hängenbleiben.
- dieses Geld Zins- und Gewinnbringend "geparkt" wird.
- Vorstandsgehälter und Pensionen der Angestellten der Kassen um jedes Jahr bis zu 20% (!) erhöht werden!

Als gesetzlich Versicherter kommt man sich da sich wie eine ausgenommen Gans vor!

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Inanc Bardakcioglu

ACHTUNG:

Privatpatienten werden von den Streiks NICHT betroffen sein. Die Privaten Versicherungen werden NICHT bestreikt. Ebenso können SELBSTZAHLER die Praxen aufsuchen. D.h., wenn Sie am Streiktag unbedingt zum Arzt müssen, nehmen Sie 20, 30, oder besser 50 Euro mit, und lassen Sie sich um ihres Körpers willen ordentlich behandeln! Das Geld bekommen Sie natürlich NICHT von den Kassen, das ist Ihre freiwillige Entscheidung. Wenn Lufthansa-Passagiere vom Streik betroffen sind, können sie sich ein teuereres Ticket bei Air Berlin kaufen und dennoch fliegen. Nochmal: Patienten werden NICHT bestreikt, die gesetzlichen Krankenkassen werden bestreikt! Fragen Sie aber an der Anmeldung unbedingt nach einer groben Kostenabschätzung, wenn Sie aufwendige Diagnostik durchführen lassen wollen. Das kann dann mehr kosten.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 19:43 Uhr
Inanc Bardakcioglu

Herr Muscholl, Sie haben vollkommen recht !!!

Es gibt tatsächlich Ärzte, die bitten säumige Zahler mittels Haftbefehl zur eidesstaatlichen Versicherung! Nur wissen Sie, was ich so gehört habe? Es gibt Anwälte, die machen das auch! Und auch Architekten! Auch Elektroinstallateure! Und Gemüsehändler! Auch Notare! Und Restaurantbesitzer! Finanzberater! Schreiner! Und, wenn ich mich nicht irre, auch Kosmetikstudios. Ich bin völlig sprachlos! Ist das denn üblich, in der sozialen Marktwirtschaft? Ich dachte, nicht Zahlen, und gut ist !?

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Michael Muscholl

Falsch verstanden!!

Dr Bardakcioglu würde die Behandlung seiner GKV Selbstzahlerpatienten für 50,- EUR machen. Das wäre für ihn eine entscheidende Verbesserung, weil er zwischen 10 und 50,- pro Quartal und Kassenpatient von der GKV bekommt. Bezüglich gerichtlicher Klage müssen Sie sich Ihren Arzt genau anschauen. Es gibt auch Ärzte, die bitten säumige Zahler mittels Haftbefehl zur eidesstattlichen Versicherung, wenns drauf ankommt.

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Closed via SSO

Kostenabschätzung?

Ich würde (Konjunktiv, weil PKV-versichert) eine Kostenabschätzung vornehmen lassen und - wenn es sein muss - auch einen Fuffi als Anzahlung da lassen. Aber wenn dann die grosse Rechnung kommt: Ab in den grossen Papierkorb. Soll der Raffhals doch klagen. (Was die wenigsten tun würden.)

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Richard Schäfer

Bravo !

Endlich wollen die Ärzte (hoffentlich) ernst machen und sich nicht mehr von den Krankenkassen zu Dumping-Honoraren ausnützen lassen. Leider wird es wahrscheinlich an der mangelnden Homogenität mangeln und es werden sich wieder vermutlich genügend "Streikbrecher" und "Trittbrettfahrer" finden, um der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, dass man mit "denen" alles machen kann und "diese" rechtlos seien. Mal schauen. Also Ärzte ! Seid stark und kämpft endlich geschlossen und gemeinsam für eure berechtigten Anliegen gegen die Unterdrücker der freien Berufe. Ihr sitzt eindeutig am längeren Hebel, wenn ihr nur nicht wieder kneift. Zeigt "denen" endlich, was eine Harke ist, damit ihr euch nicht mehr für die Almosen der Kassen prostituieren und beschimpfen lassen müsst. Ihr seid um den Faktor 1000 wichtiger und unentbehrlicher als alle kaum gebildeten Lokführer und UFOs zusammen. No pasaran!!!

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 13.09.2012 14:28 Uhr

Rücklagen der KK z.Z. bei über 20Mrd. €

Mag sein, daß die KK bei den Honorarverhandlungen mit den Ärzten etwas zu wenig, die Ärztevertreter aber mit Sicherheit zu viel verlangt haben(über 10!). Man sieht bei den Ärzten den prall gefüllten Topf der Rücklagen der KK und will sich daran im Übermaß gütlich tun.
.
Die hohen Rücklagen sind aber nicht entstanden, weil die Ärzte viel zu wenig bekommen, sondern weil die Beiträge der Versicherten z.Z. zu hoch angesetzt sind und die KK durch Verhandlungen mit den Pharma-Unternehmen günstigere Preise (besonders Generika) durchsetzen konnten.
.
In solchen Fällen sollten die hohen Rücklagen entweder an die Versicherten zurückgegeben oder für wieder schlechtere Zeiten bewahrt werden. Die Ärzte verhalten sich momentan wie der Mops, dem man einen Wurstvorrat zur Bewachung anvertraut(die Rücklagen von 20Mrd.), an denen er sich aber im Übermaß bedienen will. So sehe ich das jedenfalls.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 16:05 Uhr
Gregor Nietgen
Gregor Nietgen (GNFAZ) - 13.09.2012 16:05 Uhr

Es ist ganz einfach so ...

... dass die Politik (!) für alle Ärzte eine Summe X aus dem Gesundheitsfonfds gibt. Die Ärzte/Selbstverwaltung teilen diese in etwa so auf, das für eine Summe Y an Kassenpatienten ein Pauschalhonorar von circa 20 Euro (!) pro Quartal gezahlt wird. Kommen mehr als die zugewiesenen Y Patienten Patienten zum Arzt, muss umsonst behandelt werden. Zwanzig Euro bedürfen schon heute der Quersubventionierung durch Privatpatienten. Bei höheren Fallzahlen zahlt der Arzt drauf (Personalkosten laufen ja bekanntlich weiter), da sein Patientenbudget verbraucht ist! Daher ist es unsinnig den schwarzen Peter zwischen Kassen und ärztlich Selbstverwaltung zu legen. Letztendlich kann nur unten (am Behandlungsfall) das verteilt werden, was oben (durch die Kassen) eingegeben wurde.

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 13.09.2012 15:29 Uhr

Herr Milde

Sie fordern einen "gerechten Lohn". Wer will das nicht. Wer bestimmt aber, was "gerecht" ist? Die Ärzte, die Patienten? Zunächst sollten die Ärzte aus dem vorhandenen Gesamthonortopf erst einmal für"Gerechtigkeit" untereinander aus dem vorhandenen Futtertrog sorgen. Oder ist es gerecht, wenn der Landarzt bei oft schwierigerem Umfeld nicht mehr Honorar bekommt als der Stadtarzt(da gibt es oft zu viele, weil das Leben dort angenehmer ist). Das regeln doch die Ärzteverbände, oder nicht?Und ist es überhaupt "gerecht", daß es unterschiedliche Preise für Privat-und Kassenpatienten gibt? Sind die Patienten mit ihren Problemen nicht alle in gleicher Weise betroffen? Warum muß es überhaupt ein System von Privat-und Kassenpatienten geben? Fragen über Fragen. Ich bleibe dabei: Der prall gefüllte Rücklagentopf hat, wie beim Mops bei der Wurstaufsicht, die Speicheldrüsen der Ärzte im Übermaß angeregt. Die Kassen haben zu wenig geboten, die Forderung der Ärzte ist aber unverhältnismäßig hoch.

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holger milde
holger milde (housedoc) - 13.09.2012 14:45 Uhr

von Möpsen und Menschen.

Das mit dem Mops gefällt mir.Aber wenn der Metzger(Kassen/KVen), überfressen und überbläht mit den Zwangsbeiträgen der Kunden(Patienten/Bürger) dem Wachhund(schon wieder ein Tiervergleich, schon einmal hat jemand in der FAZ die Ärzte/Therapeuten indirekt mit Schweinen verglichen!) wiederholt seinen gerechten Lohn verweigert, dann, ja dann könnte der halt mal zuschnappen(den Metzger natürlich). Quid pro quo.

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Michael Muscholl

Schlechte Kassenhonorare führen zur Zweiklassenmedizin

Unterbezahlung, Regresse und Bürokratiewahn lassen Ärzte verzweifeln. Das sind die Gründe, warum Privatmedizin auf dem Vormarsch ist und Zweiklassenbehandlung in Deutschland eine große Zukunft haben wird.
Wenn die Kassen ihren Weg weiter gehen, werden sich immer mehr Ärzte abwenden und sich entweder aus dem Kassensystem ausklinken oder erst gar nicht einklinken. Nach der zynischen Logik der Kassenbosse haben wir ja Überversorgung. Für Quartalshonorare zwischen 10,- und 50,- EUR pro Patient werden immer weniger Ärzte die Verantwortung für kranke Menschen in einer alternden Gesellschaft übernehmen. Unter den gegebenen Vorraussetzungen führt sowieso kein Weg an einer Reduktion der Kassensprechstunde auf 20 Wochestunden vorbei.

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holger milde
holger milde (housedoc) - 13.09.2012 13:58 Uhr

Streikende Ärzte

Fakt ist, das Ärzte noch nicht streiken(leider) dürfen. Fakt ist auch, das die in den Medien verbreiteten Halbwahrheiten und Unverschämtheiten Denjenigen gegenüber, die maßgeblich zu dem immens (noch) hohen Lebensstandard beitrugen/beitragen, zur Verschärfung beitragen(in welchem Gesetzbuch steht dort die Erlaubnis Ärzte/Therapeuten verunglimpfen/beleidigen zu dürfen?)Fakt ist auch, es gibt "interessierte Dritte" die sich die Hände reiben, wenn es keine freiberuflciuhen Ärzte/Therapeuten mehr gibt, z.b. ausälndiche Investoren,Bertelsmann (->s.Stratgieplan Gesundheit von "PROGNOS" ausgearbeit, u.a.) Gesundheitskonzerne(Rhön....) u. auch die Pharamindustire, die dann die Preise diktierenwerden. Die Foristen; von denen einige möglicherweise auf Payrolls stehen; die in den verschiedenen Medien (Spiegel,FAZ..) so abledern, möchte ich dann gerne aus sicherer Entfernung hören. Gesundheit.

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Niels Karberg

Sachverstand wäre angebracht..

um es kurz zu fassen: aufgrund verschiedenster reformen verzeichnen ärzte im schnitt seit 2006 umsatzeinbußen in höhe von 60%. bedingt wird dies beispielsweise durch die umstrukturierung des punkte systems bei kassenärztlichen patienten.

real erwirtschaftet man nur noch die hälfte pro patient verglichen zu 2006.

auszugleichen ist dieses defizit logischerweise nur noch zusatzleistungen oder mehr patienten. und das wird ehrlicherweise natürlich auch stark von der pharmalobby unterstützt. aber warum auch nicht? das ist ja der gang der dinge heutzutage - in jeder branche.

es ist eine frechheit von manch einem hier, sogar nach KÜRZUNGEN zu verlangen.

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Julius Schäffer

"Freiberufler" die streiken - Angestellte sind das bloß noch

Machen wir uns nicht vor. "Streiken" ist eine Verhaltensweise von Angestellten. Mit einem solchen Streik offenbaren die Ärzte nichts anderes, als daß sie sich nur noch als Angestellte der kassenärztlichen Vereinigung sehen.

Wegen mir ist das okay. Aber dann gehören ihnen auch alle Privilegien (und Risiken) des Freiberuflers genommen. Wer streiken will, soll einen ordentlichen Arbeitsvertrag der kassenärztlichen Vereinigung bekommen, während der Arbeitszeit keine Privatpatienten mehr behandeln dürfen und auch bei allen Einkäufen Mehrwertsteuer zahlen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 15:54 Uhr
Alexander Sonne

Schöne Idee...

Tja, lieber Herr Schäffer, das wäre ja eine schöne Idee, wenn alle Ärzte angestellt arbeiten würden.
Da gäbe es zwar nicht die "Privilegien" der Freiberuflichkeit, dafür aber geregelte Arbeitszeiten, Teilzeitstellen, einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen, Versicherung durch den Arbeitgeber,etc. und vor allem ein sicheres, einem Akademiker würdiges Gehalt.
Warum gibt es denn wohl sowas nicht? Warum scheuen sich denn die Krankenkassen davor, flächendeckend Kassenpraxen oder Kassenpolikliniken zu betreiben?
Weil die Krankenkassen das Risiko kennen und scheuen, weil das höchst defizitär wäre!
Aber nur zu, den Ärzten wäre das bestimmt nicht unrecht.
Im Übrigen ist es mir neu, daß Ärzte keine Mehrwertssteuer zahlen müssen, das unterscheidet diese nämlich von anderen Freiberuflern. Lieber mal vorher nachprüfen bevor so ein Unfug geschrieben wird....!

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Inanc Bardakcioglu

Deswegen ist es jurisitisch gesehen kein Streik, sondern

die Aussetzung des Kassenärztlichen Tätigkeit. Der Vertrag mit den Kassen wird durch die Kassen verletzt, da die gesetzliche Gebührenordnung nicht eingehalten wird. Ein verletzter Vertrag kann auf Eis gelegt werden, sogar gekündigt werden. Und wenn Sie den Ärzten die Freiberuflichkeit nehmen wollen, müssen Sie denen erst die Zulassung abkaufen, für deren Erwerb die Ärzte Kredite im hohen sechstelligen Bereich aufnehmen mussten. Dann sind Sie aber weitaus mehr als 23 Milliarden los. Wollen Sie das wirklich?

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Gregor Nietgen
Gregor Nietgen (GNFAZ) - 13.09.2012 12:48 Uhr

Zur Freiberuflichkeit der Ärzte und des Honorars (=Umsatz!)

Für jeden mit einem Gewissen begabten Menschen ist die ärztliche Arbeit sich sehr belastend zusätzlich zur Arbeitszeit und den (zunehmend geregelten) Nachtdiensten und Wochenenddiensten. Die Last der Verantwortung dürfte in allen Fachgebieten ähnlich sein.
Der Bereich der Einnahmen durch Behandlung von Privatpatienten steht auf einem ganz anderen Blatt und unterliegt auch durch völlig andere Gewohnheiten der Inanspruchnahme anderen Gesetzmäßigkeiten. Es ist aber ein klarer Missstand, dass viele Kassenärzte die Kassenpraxis durch Privateinnahmen mitfinanzieren müssen. Es ist wichtig auch einmal
einen kurzen und von vielen hoffentlich als ehrlich wahrgenommenen Einblick in einige Bedingungen des ärztlichen Berufes zu geben. Ich erwarte nicht, dass sich die Berichterstattung über uns Ärzte irgendwie fairer gestalten wird. Dafür sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht vorhanden.

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Jürgen Stak
Jürgen Stak (kafka02) - 13.09.2012 12:41 Uhr

Sollen sie doch

Hoffentlich entdecken nebenbei die Deutschen auch gleich wie gesund sie eigentlich sind und reduzieren ihre Arztbesuche zukünftig um 90%.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 13:05 Uhr
Daniel Fader
Daniel Fader (Blaualge) - 13.09.2012 13:05 Uhr

Das wäre gar zu wünschen

Ich schließe mich Ihrem Wunsch an.

Viele Behandlungen sind unnötig und mit Sicherheit haben Ärzte genug zu tun, um auf solche zu verzichten. Von mehr Zeit und Geld für die wichtigen Behandlungen würden alle Beteiligten profitieren.

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Alexander Sonne

Richtig so

Endlich scheint sich mal auch in der Ärzteschaft das Recht auf Arbeitskampf zu etablieren.
Wie bei kaum einem anderen Berufsstand wird die Bezahlung der Ärzte öffenlich derart angeprangert, mit Häme, Neid und Mißgunst betrachtet, daß diejenigen, die in dieser Form agitieren, sich schämen sollten.
Wenn denn der Arztberuf die Lizenz zum Geld drucken wäre, wieso lassen sich denn nicht alle Neider zum Arzt ausbilden? Warum gibts denn den Mangel an Ärzten?
Medizinische Versorgung, insbesondere eine flächendeckende, ist teuer. Die Ausbildung ist langwierig und schwer.
Ärzte müssen, wie andere Akademiker mit Universitätsabschluß auch, ein angemessenes Honorar bekommen. Andernfalls verschärft sich der Ärztemangel weiter.
Wenn jetzt wieder einige den Honorarumsatz mit dem tatsächlichen Einkommen verwechseln, dann sieht man ja, auf welchem Niveau die Diskussion geführt wird.
Jeder sollte sich mal selbst hinterfragen, was ihm eine flächendeckende Versorgung wert ist...

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 15:31 Uhr
Alexander Sonne

Sie scheinen mir ja...

.. ein besonders cleveres Kerlchen zu sein.
Wer einen derartigen Käse über medizinische Promotionen auf diesem Niveau abgibt, nach dem Motto:"ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der gehört hat, den Doktor gibts für nen Dudeldei....", dem muß ich leider jegliche Kompetenz zu diesem Thema absprechen.
Auch Sätze wie "Ich habe da 5 Jahre promovieren dürfen, und das Studium war auch schwerer." zeugen hiervon.
Da darf man getrost bezweifeln ob Sie überhaut einen ausreichenden Blick in die medizinische Ausbildung an deutschen Universitäten geworfen haben bzw. ob sie jemals eine Hochschule von innen gesehen haben.
Mag sein, daß es in Bezug auf das Zeitmanagement und vielleicht auch auf die Freudlichkeit in manchen Praxen Defizite gibt, darum geht es hier aber nicht.
Wichtiger wäre allerdings ein betriebswirtschaftlicher Blick auf das Ganze gerichtet wird.
Da das wirtschaftl. Risiko beim Arzt liegt, nicht bei der GKV wie viele anscheinend meinen, ist es legitim, Forderungen zu stellen

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Gregor Nietgen
Gregor Nietgen (GNFAZ) - 13.09.2012 14:25 Uhr

... ist doch schön

... dass Sie so lange promovieren durften und sich damit im Forum schmücken können. Das sagt leider nicht über die Qualität der Promotion und auch nichts über die Fähigkeit aus, den Beruf später ausüben zu können. Aus Ihren Zeilen trieft der Neid ja nur so heraus. Wenn Sie sich beim Arzt als Kunde fühlen, ist Ihnen vielleicht nur noch durch psychotherapeutische Intervention zu helfen.

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holger milde
holger milde (housedoc) - 13.09.2012 13:42 Uhr

Anstandsregeln?

Das würde ich, mit verlaub gesagt, Ihnen anempfehlen.

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Daniel Fader
Daniel Fader (Blaualge) - 13.09.2012 13:00 Uhr

Richtig

Vielen Dank für Ihren Beitrag, der der Diskussion wirklich dienlich ist.
Bei all der Aufmerksamkeit und Zustimmung für die UFO-Streikenden, ist es den Ärzten wirklich auch einmal zuzusprechen.
In meinen Augen sind viele Ärzte wirklich fleißige Arbeiter, in jedem Fall hervorragend ausgebildet und meistens noch mit einer großen Portion Idealismus am Werk. Wir können uns freuen, dass sie nicht eine Bezahlung gemäß Angebot und Nachfrage fordern.

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Closed via SSO

Wie wäre es, ...

... wenn die GKVen die Kassenzulassungen aller streikenden Ärzte annullieren und diese - nach Beendigung des Streiks - in Form einer Versteigerung an die Ärzte bringen? In limitierter Anzahl natürlich, insbesondere in den Ballungsgebieten. Das sollte dem Spuk doch schnell ein Ende setzen. Oder?

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