13.09.2012 · Eine deutliche Mehrheit der niedergelassenen Ärzte will ihre Praxen aus Protest gegen die Krankenkassen in den kommenden Wochen teilweise schließen. Auch Privatpatienten würden vor verschlossenen Türen stehen. Die Ärzte wollen in den Verhandlungen mit den Krankenkassen höhere Honorare durchsetzen.
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Grundsätzlich sehe ich zwischen meinem Kommentar und Ihren
Anmerkungen dazu keinen allzugrossen Widerspruch. Wir sind uns
darüber einig, dass das "System" grosse Schwächen
aufweist. Bitte aber nicht vergessen, "das System" sind beide
- die GKVen und die ärztliche "Selbstverwaltung". Die
Spitzen beider Systeme eint auf jeden Fall der Selbsterhaltungstrieb und
die Gier.
Dafür, dass die GKVen die von Ihnen angeführte
Abrechnungspraxis (Einzelerstattung des Kassenanteils bei
"privater" Leistung) verweigern, habe ich allerdings volles
Verständnis. Der Papierkrieg, der damit angezettelt würde,
würde auch die Verwaltungskosten der GKVen nach oben treiben, ja
geradezu explodieren lassen. Ausserdem verfügen wohl die wenigsten
GKV-Patienten über ausreichende Kenntnisse (ich hätte auch
schreiben können "IQ") um sich gegen die unsäglichen
IGEL-Zustände, die durch eine solche Praxis noch zunehmen
würden, zu wehren.
Keine Mehrheit für Praxisschließungen, müsste es heißen! Position der Kassen eher gestärkt!
Denn die große Mehrheit der Ärzte hat nicht für
Praxisschließungen („Streiks“ gibt es hier nicht)
votiert. Nur knapp die Hälfte der Ärzte hat sich beteiligt,
davon waren25% gegen Praxisschließung. D.h.: Nur rd. ein Drittel
der Ärzte ist für „Streiks“! Danke den anderen!
Das ist eine Niederlage für die Ärztefunktionäre , die
die Stimmung -mit überzogenen Forderungen für eine
Berufsgruppe, deren hoher Lebensstandard evident ist- anheizen und
weiter Kredit verspielen. Bei den Einnahmen der Ärzte können
die erheblichen Zusatzeinnahmen durch Barzahlungen der gesetzlich
Versicherten (für fragwürdige "Igel-Leistungen",
bei Zähnen) und die satten Honorare von Privatversicherten (oft
extensive Abrechnungen/Untersuchungen) nicht unterschlagen werden!
Bezeichnend, dass Hausärzte nicht dabei waren, Kinderärzte
mehrheitlich gegen Schließungen stimmten - aber die besonders gut
da stehenden Fachärzte, so sie sich beteiligten, zu 75% dafür!
Ggf. Kassenzulassung entziehen, ganz einfach!
Der Landarzt ist arm, der Stadtarzt ist reich. Es ist ein Verteilungsproblem. Schuld daran ist die
Ärztevertretung. Alles auf "Nachdenkseiten" nachzulesen.
Der himmlische Arzt streikt nicht!
In dem "Gelöbnis", das in der Berufsordnung für
Ärzte enthalten ist, steht auch "Ich werde meinen Beruf mit
Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben."
Ist der Streik mit der hier genannten Würde vereinbar?
Aber der himmlische Arzt (2.Mose 15,26) streikt nicht.
Gott heilt alle deine Krankheiten.
Psalm 103,3
Gott kann aber auch durch Ärzte und Therapeuten hier auf Erden
handeln, auch durch Medikamente...
Mit guten Segenswünschen
Claus F. Dieterle
Als erste Massnahme könnten die Ärzte ihre KV auflösen,
die keinem etwas bringt, ausser den KV-Angestellten und
Unterstützern! Der ursprüngliche gesetzliche Auftrag wird ja
nachweislich verfehlt,die restlichen Prioritäten sind nachweislich
nicht auf Patientenfürsorge gerichtet!
Dann kann doch jeder Arzt seine Entlohnung mit den Krankenkassen selbst
verhandeln, oder die Ärzte organisieren sich in der Art neu, dass
auch wirklich ihre Interessen vertreten werden! Das Wort
"fair" könnte dann vielleicht bei der Verteilung der
Gelder zur Geltung kommen! Zusätzliche Anreize könnten
für z.B. ländliche Gebiete geschaffen werden! Der Phantasie
sind hier keine Grenzen gesetzt!
Im übrigen, gibt es auch andere akademische Berufsgruppen, die eine
profunde Ausbildung haben und deutlich weniger verdienen als Ärzte
in der niedrigsten Gruppe, der angeführten Statistik!
Ist aber auch nur menschlich, da schlummern zig Milliarden
Patientenbeiträge bei den Kassen, und davon will natürlich
etwas haben!
Arme Ärzte
sie haben vollkommen recht, auch bei den Krankenkassen haben wir
ausufernde Zustände!
Da bleibt doch nur die Chance eines kompletten
Neuanfangs!"Reförmchen" hier oder da wird da nicht
helfen! Jeder wird mit guten Argumenten seine Position bis zum Schluss verteidigen!
Jeder hat halt das System, was er verdient!
ist eine dumme Sprechblase. Die Kasse ist lediglich Treuhänder des
Geldes der Beitragszahler. Nach Beitragssatzerhöhungen,
Leistungskürzungen, Praxis(Maut)gebühren,
Medikamentenzuzahlungen, Igel-leistungen usw. usf. haben die Mediziner
jetzt die Chuzpe, die Beitragszahler mittels Streiks zu erpressen.
Motto: Erst mehr Geld auf den Tisch, dann Behandlung! Streik ist ein
geistiges Armutszeugnis.
Ein System, zugestopft mit kostspieligen Funktionären und
Lobbyisten, ist mit intellektuellen System-Playern offenkundig nicht in
der Lage, überfällige Reformen anzugehen,
überflüssige Schmarotzer nachhaltig aus dem System zu kegeln,
fair zu verhandeln, um Leistung und Gegenleistung für jeden
unentbehrlichen Systemteilnehmer in angemessene Balance zu bringen.
Ärzte sollten ihre Energie besser für eine interne
Systembereinigung und –optimierung aufwenden - und nicht in die
Hand beißen, die sie füttert. Die des Beitragszahlers.
na denn
Hauptsache Sie verstehen das System...! Wie wäre es dann mit einem
Vorschlag anstelle eines sehr verquerten Kommentars...?
Nix kapiert
Sie scheinen das System der vertragsärztlichen Versorgung und der
Honorarverteilung und des Sachbezuges überhaupt nicht verstanden zu
haben, sonst würden sie nicht so viel blabla ohne Sinn und Verstand
von sich geben und das noch unter dem ominösen Sprechblasentitel
"die Kasse zahlt". Dabei wissen Sie vielleicht gar nicht, dass
der Spruch: "Die Kasse zahlt alles, was Ihr Arzt Ihnen
verschreibt", so wie so ein rotes Tuch für jeden Arzt ist,
aber tagtäglich von vielen Kassenmitarbeitern den Patienten
leierkastenmäßig wiederholt wird.
Dabei verschweigen die Kassen aber ihren Mitgliedern, dass sie für
diese Wunschverschreibung den Arzt mit seinem ganzen Vermögen in
Regreß nehmen werden. Also schweigen Sie lieber stille, wenn Sie
nix zu sagen haben.
Zu einfach
Sie machen es sich zu einfach, da Sie offenbar das System nicht verstehen. Dies merken Sie jedoch nicht und denken Sie verstehen das System.
Der Blickwinkel bestimmt das Argument
Diejenigen der Forenschreiber, die überwiegend gute Erfahrungen mit Ärzten gemacht haben, stehen dem "Streik" wohlwollend gegenüber. Diejenigen, die in Ärzten in erster Linie raffgierige Abzocker sehen, stehen dem Streik ablehnend gegenüber. Fakt ist: das Krankheitssystem Deutschlands ist eine einziger Selbstbedienungsladen von Ärzten, Apothekern, Versicherungen und der Pharmaindustrie. Der Patient sollte eigentlich von der Politik vertreten sein. Unsere korrupten und von diversen Lobbies gekauften Politiker denken gar nicht daran, die Interessen der Patienten zu vertreten. Die Patienten haben ja kein Geld, welches man ihnen nicht ohnehin per Gesetz abpressen kann. Also nicht drauf reinfallen: die Schurken im Spiel sind die Politiker, die die Interessen der Bürger nicht wahrnehmen ( wollen). Die Politik liebt es, dass Dritte sich streiten, während man selbst die Lobbymillionen verprasst!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 17:24 UhrSelbstbedienungsladen???
Das ist ja mal eine interessante Beobachtung.
Letzlich entzieht sich mir die Logik, wie man darauf kommen kann,
daß sich die Ärzte (viell. auch die Apotheker) im
Schlaraffenland Selbstvedienungsladen befinden.
Die einzigen, die davon profitieren ist die Industrie, die den
Gesundheitssektor beliefert (nicht nur Pharma!) und die Krankenkassen
bzw. Krankenversicherungen.
Und nur deren Lobby ist stark genug, Politiker in die gewünschte
Richtung zu bewegen.
Ärzte und Patienten bleiben auf der Strecke.
Beispiel gefällig?
2012 wurde die neue GOZ bei den Zahnärten eingeführt. (die
alte GOZ war von 1988)
Eine durchschnittliche Honorarerhöhung von 6% (in 24 Jahren!) wurde
als Sieg der gierigen Zahnärtzelobby verkauft.
Angesichts einer Gehaltsentwicklung von etwa 70% im
Dienstleistungssektor bezogen auf dem Zeitraum seit 1988 wohl eher
gekonnte Lobbyarbeit der Versicherungen, die sich über einen
derartigen Abschluß nur freuen können.
Patient und Arzt bleiben auf der Strecke
D ist ein freies Land. Wer will, darf mit entsprechender Anstrengung, den Beruf des Arztes lernen.
1. Ärzte streiken? Angestellte Ärzte können streiken.
Freiberufler stellen ihre Arbeit ein. Sorgen jedoch für eine
Notdienst für dringende Fällen.
2. Vertragsärzte sind de facto keine Freiberufler. Der Gesetzgeber
wirkt über SGB V massiv in die eigenverantwortliche Tätigkeit
eines freien Arztes ein. Das wird seit 100 Jahren bei den Ärzten
kontrovers diskutiert und führte zu dem Schlamassel, dass wir alle
heute ertragen müssen. Es kostet viel Geld und niemand ist
zufrieden. => Wer die Freiheit zu Gunsten der Sicherheit aufgibt wird
am Ende beides verlieren. Es hat es auch nicht anders verdient.
4. Der Gesundheitsmarkt verhält sich im Idealfall wie jeder andere
freie Markt auch, der durch staatl. Interventionen nicht behindert wird.
Die Kosten für Gesundheit sinken, bzw. sind mindestens effektiver
investiert (z. B. weniger sinnfreie Funktionärs- + Planstellen bei Kassenverwaltungen)
5. Vertragsarzt: Der Staat schreibt dem Arzt alles vor und
überläßt das wirtsch. Risiko zu 100% dem Arzt.
Die Kassen führen ein faules Spiel!
Es kann nicht sein, dass die Kassen auf über 22 Milliarden Euro
träge sitzen bleiben und:
- dass hiervon nichts an die Mitglieder zurückgegeben wird.
- immer noch Patienten die Praxisgebühr aus der Tasche gezogen wird.
- hiervon nichts für die Verbesserung der medizinischen Versorgung
ausgegeben wird.
- dass von einem eingenommenen Euro 37 Cent in der
"Verwaltung" hängenbleiben.
- dieses Geld Zins- und Gewinnbringend "geparkt" wird.
- Vorstandsgehälter und Pensionen der Angestellten der Kassen um
jedes Jahr bis zu 20% (!) erhöht werden!
Als gesetzlich Versicherter kommt man sich da sich wie eine ausgenommen
Gans vor!
Privatpatienten werden von den Streiks NICHT betroffen sein. Die Privaten Versicherungen werden NICHT bestreikt. Ebenso können SELBSTZAHLER die Praxen aufsuchen. D.h., wenn Sie am Streiktag unbedingt zum Arzt müssen, nehmen Sie 20, 30, oder besser 50 Euro mit, und lassen Sie sich um ihres Körpers willen ordentlich behandeln! Das Geld bekommen Sie natürlich NICHT von den Kassen, das ist Ihre freiwillige Entscheidung. Wenn Lufthansa-Passagiere vom Streik betroffen sind, können sie sich ein teuereres Ticket bei Air Berlin kaufen und dennoch fliegen. Nochmal: Patienten werden NICHT bestreikt, die gesetzlichen Krankenkassen werden bestreikt! Fragen Sie aber an der Anmeldung unbedingt nach einer groben Kostenabschätzung, wenn Sie aufwendige Diagnostik durchführen lassen wollen. Das kann dann mehr kosten.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 19:43 UhrHerr Muscholl, Sie haben vollkommen recht !!!
Es gibt tatsächlich Ärzte, die bitten säumige Zahler mittels Haftbefehl zur eidesstaatlichen Versicherung! Nur wissen Sie, was ich so gehört habe? Es gibt Anwälte, die machen das auch! Und auch Architekten! Auch Elektroinstallateure! Und Gemüsehändler! Auch Notare! Und Restaurantbesitzer! Finanzberater! Schreiner! Und, wenn ich mich nicht irre, auch Kosmetikstudios. Ich bin völlig sprachlos! Ist das denn üblich, in der sozialen Marktwirtschaft? Ich dachte, nicht Zahlen, und gut ist !?
Falsch verstanden!!
Dr Bardakcioglu würde die Behandlung seiner GKV Selbstzahlerpatienten für 50,- EUR machen. Das wäre für ihn eine entscheidende Verbesserung, weil er zwischen 10 und 50,- pro Quartal und Kassenpatient von der GKV bekommt. Bezüglich gerichtlicher Klage müssen Sie sich Ihren Arzt genau anschauen. Es gibt auch Ärzte, die bitten säumige Zahler mittels Haftbefehl zur eidesstattlichen Versicherung, wenns drauf ankommt.
Kostenabschätzung?
Ich würde (Konjunktiv, weil PKV-versichert) eine Kostenabschätzung vornehmen lassen und - wenn es sein muss - auch einen Fuffi als Anzahlung da lassen. Aber wenn dann die grosse Rechnung kommt: Ab in den grossen Papierkorb. Soll der Raffhals doch klagen. (Was die wenigsten tun würden.)
Endlich wollen die Ärzte (hoffentlich) ernst machen und sich nicht mehr von den Krankenkassen zu Dumping-Honoraren ausnützen lassen. Leider wird es wahrscheinlich an der mangelnden Homogenität mangeln und es werden sich wieder vermutlich genügend "Streikbrecher" und "Trittbrettfahrer" finden, um der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, dass man mit "denen" alles machen kann und "diese" rechtlos seien. Mal schauen. Also Ärzte ! Seid stark und kämpft endlich geschlossen und gemeinsam für eure berechtigten Anliegen gegen die Unterdrücker der freien Berufe. Ihr sitzt eindeutig am längeren Hebel, wenn ihr nur nicht wieder kneift. Zeigt "denen" endlich, was eine Harke ist, damit ihr euch nicht mehr für die Almosen der Kassen prostituieren und beschimpfen lassen müsst. Ihr seid um den Faktor 1000 wichtiger und unentbehrlicher als alle kaum gebildeten Lokführer und UFOs zusammen. No pasaran!!!
Rücklagen der KK z.Z. bei über 20Mrd. €
Mag sein, daß die KK bei den Honorarverhandlungen mit den
Ärzten etwas zu wenig, die Ärztevertreter aber mit Sicherheit
zu viel verlangt haben(über 10!). Man sieht bei den Ärzten den
prall gefüllten Topf der Rücklagen der KK und will sich daran
im Übermaß gütlich tun.
.
Die hohen Rücklagen sind aber nicht entstanden, weil die Ärzte
viel zu wenig bekommen, sondern weil die Beiträge der Versicherten
z.Z. zu hoch angesetzt sind und die KK durch Verhandlungen mit den
Pharma-Unternehmen günstigere Preise (besonders Generika)
durchsetzen konnten.
.
In solchen Fällen sollten die hohen Rücklagen entweder an die
Versicherten zurückgegeben oder für wieder schlechtere Zeiten
bewahrt werden. Die Ärzte verhalten sich momentan wie der Mops, dem
man einen Wurstvorrat zur Bewachung anvertraut(die Rücklagen von
20Mrd.), an denen er sich aber im Übermaß bedienen will. So
sehe ich das jedenfalls.
Es ist ganz einfach so ...
... dass die Politik (!) für alle Ärzte eine Summe X aus dem Gesundheitsfonfds gibt. Die Ärzte/Selbstverwaltung teilen diese in etwa so auf, das für eine Summe Y an Kassenpatienten ein Pauschalhonorar von circa 20 Euro (!) pro Quartal gezahlt wird. Kommen mehr als die zugewiesenen Y Patienten Patienten zum Arzt, muss umsonst behandelt werden. Zwanzig Euro bedürfen schon heute der Quersubventionierung durch Privatpatienten. Bei höheren Fallzahlen zahlt der Arzt drauf (Personalkosten laufen ja bekanntlich weiter), da sein Patientenbudget verbraucht ist! Daher ist es unsinnig den schwarzen Peter zwischen Kassen und ärztlich Selbstverwaltung zu legen. Letztendlich kann nur unten (am Behandlungsfall) das verteilt werden, was oben (durch die Kassen) eingegeben wurde.
Herr Milde
Sie fordern einen "gerechten Lohn". Wer will das nicht. Wer bestimmt aber, was "gerecht" ist? Die Ärzte, die Patienten? Zunächst sollten die Ärzte aus dem vorhandenen Gesamthonortopf erst einmal für"Gerechtigkeit" untereinander aus dem vorhandenen Futtertrog sorgen. Oder ist es gerecht, wenn der Landarzt bei oft schwierigerem Umfeld nicht mehr Honorar bekommt als der Stadtarzt(da gibt es oft zu viele, weil das Leben dort angenehmer ist). Das regeln doch die Ärzteverbände, oder nicht?Und ist es überhaupt "gerecht", daß es unterschiedliche Preise für Privat-und Kassenpatienten gibt? Sind die Patienten mit ihren Problemen nicht alle in gleicher Weise betroffen? Warum muß es überhaupt ein System von Privat-und Kassenpatienten geben? Fragen über Fragen. Ich bleibe dabei: Der prall gefüllte Rücklagentopf hat, wie beim Mops bei der Wurstaufsicht, die Speicheldrüsen der Ärzte im Übermaß angeregt. Die Kassen haben zu wenig geboten, die Forderung der Ärzte ist aber unverhältnismäßig hoch.
von Möpsen und Menschen.
Das mit dem Mops gefällt mir.Aber wenn der Metzger(Kassen/KVen), überfressen und überbläht mit den Zwangsbeiträgen der Kunden(Patienten/Bürger) dem Wachhund(schon wieder ein Tiervergleich, schon einmal hat jemand in der FAZ die Ärzte/Therapeuten indirekt mit Schweinen verglichen!) wiederholt seinen gerechten Lohn verweigert, dann, ja dann könnte der halt mal zuschnappen(den Metzger natürlich). Quid pro quo.
Schlechte Kassenhonorare führen zur Zweiklassenmedizin
Unterbezahlung, Regresse und Bürokratiewahn lassen Ärzte
verzweifeln. Das sind die Gründe, warum Privatmedizin auf dem
Vormarsch ist und Zweiklassenbehandlung in Deutschland eine große
Zukunft haben wird.
Wenn die Kassen ihren Weg weiter gehen, werden sich immer mehr
Ärzte abwenden und sich entweder aus dem Kassensystem ausklinken
oder erst gar nicht einklinken. Nach der zynischen Logik der Kassenbosse
haben wir ja Überversorgung. Für Quartalshonorare zwischen
10,- und 50,- EUR pro Patient werden immer weniger Ärzte die
Verantwortung für kranke Menschen in einer alternden Gesellschaft
übernehmen. Unter den gegebenen Vorraussetzungen führt sowieso
kein Weg an einer Reduktion der Kassensprechstunde auf 20 Wochestunden
vorbei.
Fakt ist, das Ärzte noch nicht streiken(leider) dürfen. Fakt ist auch, das die in den Medien verbreiteten Halbwahrheiten und Unverschämtheiten Denjenigen gegenüber, die maßgeblich zu dem immens (noch) hohen Lebensstandard beitrugen/beitragen, zur Verschärfung beitragen(in welchem Gesetzbuch steht dort die Erlaubnis Ärzte/Therapeuten verunglimpfen/beleidigen zu dürfen?)Fakt ist auch, es gibt "interessierte Dritte" die sich die Hände reiben, wenn es keine freiberuflciuhen Ärzte/Therapeuten mehr gibt, z.b. ausälndiche Investoren,Bertelsmann (->s.Stratgieplan Gesundheit von "PROGNOS" ausgearbeit, u.a.) Gesundheitskonzerne(Rhön....) u. auch die Pharamindustire, die dann die Preise diktierenwerden. Die Foristen; von denen einige möglicherweise auf Payrolls stehen; die in den verschiedenen Medien (Spiegel,FAZ..) so abledern, möchte ich dann gerne aus sicherer Entfernung hören. Gesundheit.
Sachverstand wäre angebracht..
um es kurz zu fassen: aufgrund verschiedenster reformen verzeichnen
ärzte im schnitt seit 2006 umsatzeinbußen in höhe von
60%. bedingt wird dies beispielsweise durch die umstrukturierung des
punkte systems bei kassenärztlichen patienten.
real erwirtschaftet man nur noch die hälfte pro patient verglichen
zu 2006.
auszugleichen ist dieses defizit logischerweise nur noch
zusatzleistungen oder mehr patienten. und das wird ehrlicherweise
natürlich auch stark von der pharmalobby unterstützt. aber
warum auch nicht? das ist ja der gang der dinge heutzutage - in jeder branche.
es ist eine frechheit von manch einem hier, sogar nach KÜRZUNGEN zu
verlangen.
"Freiberufler" die streiken - Angestellte sind das bloß noch
Machen wir uns nicht vor. "Streiken" ist eine Verhaltensweise
von Angestellten. Mit einem solchen Streik offenbaren die Ärzte
nichts anderes, als daß sie sich nur noch als Angestellte der
kassenärztlichen Vereinigung sehen.
Wegen mir ist das okay. Aber dann gehören ihnen auch alle
Privilegien (und Risiken) des Freiberuflers genommen. Wer streiken will,
soll einen ordentlichen Arbeitsvertrag der kassenärztlichen
Vereinigung bekommen, während der Arbeitszeit keine Privatpatienten
mehr behandeln dürfen und auch bei allen Einkäufen
Mehrwertsteuer zahlen.
Schöne Idee...
Tja, lieber Herr Schäffer, das wäre ja eine schöne Idee,
wenn alle Ärzte angestellt arbeiten würden.
Da gäbe es zwar nicht die "Privilegien" der
Freiberuflichkeit, dafür aber geregelte Arbeitszeiten,
Teilzeitstellen, einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung
im Krankheitsfall, Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen,
Versicherung durch den Arbeitgeber,etc. und vor allem ein sicheres,
einem Akademiker würdiges Gehalt.
Warum gibt es denn wohl sowas nicht? Warum scheuen sich denn die
Krankenkassen davor, flächendeckend Kassenpraxen oder
Kassenpolikliniken zu betreiben?
Weil die Krankenkassen das Risiko kennen und scheuen, weil das
höchst defizitär wäre!
Aber nur zu, den Ärzten wäre das bestimmt nicht unrecht.
Im Übrigen ist es mir neu, daß Ärzte keine
Mehrwertssteuer zahlen müssen, das unterscheidet diese nämlich
von anderen Freiberuflern. Lieber mal vorher nachprüfen bevor so
ein Unfug geschrieben wird....!
Deswegen ist es jurisitisch gesehen kein Streik, sondern
die Aussetzung des Kassenärztlichen Tätigkeit. Der Vertrag mit den Kassen wird durch die Kassen verletzt, da die gesetzliche Gebührenordnung nicht eingehalten wird. Ein verletzter Vertrag kann auf Eis gelegt werden, sogar gekündigt werden. Und wenn Sie den Ärzten die Freiberuflichkeit nehmen wollen, müssen Sie denen erst die Zulassung abkaufen, für deren Erwerb die Ärzte Kredite im hohen sechstelligen Bereich aufnehmen mussten. Dann sind Sie aber weitaus mehr als 23 Milliarden los. Wollen Sie das wirklich?
Zur Freiberuflichkeit der Ärzte und des Honorars (=Umsatz!)
Für jeden mit einem Gewissen begabten Menschen ist die
ärztliche Arbeit sich sehr belastend zusätzlich zur
Arbeitszeit und den (zunehmend geregelten) Nachtdiensten und
Wochenenddiensten. Die Last der Verantwortung dürfte in allen
Fachgebieten ähnlich sein.
Der Bereich der Einnahmen durch Behandlung von Privatpatienten steht
auf einem ganz anderen Blatt und unterliegt auch durch völlig
andere Gewohnheiten der Inanspruchnahme anderen
Gesetzmäßigkeiten. Es ist aber ein klarer Missstand, dass
viele Kassenärzte die Kassenpraxis durch Privateinnahmen
mitfinanzieren müssen. Es ist wichtig auch einmal
einen kurzen und von vielen hoffentlich als ehrlich wahrgenommenen
Einblick in einige Bedingungen des ärztlichen Berufes zu geben. Ich
erwarte nicht, dass sich die Berichterstattung über uns Ärzte
irgendwie fairer gestalten wird. Dafür sind die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen nicht vorhanden.
Hoffentlich entdecken nebenbei die Deutschen auch gleich wie gesund sie eigentlich sind und reduzieren ihre Arztbesuche zukünftig um 90%.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.09.2012 13:05 UhrDas wäre gar zu wünschen
Ich schließe mich Ihrem Wunsch an.
Viele Behandlungen sind unnötig und mit Sicherheit haben Ärzte
genug zu tun, um auf solche zu verzichten. Von mehr Zeit und Geld
für die wichtigen Behandlungen würden alle Beteiligten profitieren.
Endlich scheint sich mal auch in der Ärzteschaft das Recht auf
Arbeitskampf zu etablieren.
Wie bei kaum einem anderen Berufsstand wird die Bezahlung der Ärzte
öffenlich derart angeprangert, mit Häme, Neid und
Mißgunst betrachtet, daß diejenigen, die in dieser Form
agitieren, sich schämen sollten.
Wenn denn der Arztberuf die Lizenz zum Geld drucken wäre, wieso
lassen sich denn nicht alle Neider zum Arzt ausbilden? Warum gibts denn
den Mangel an Ärzten?
Medizinische Versorgung, insbesondere eine flächendeckende, ist
teuer. Die Ausbildung ist langwierig und schwer.
Ärzte müssen, wie andere Akademiker mit
Universitätsabschluß auch, ein angemessenes Honorar bekommen.
Andernfalls verschärft sich der Ärztemangel weiter.
Wenn jetzt wieder einige den Honorarumsatz mit dem tatsächlichen
Einkommen verwechseln, dann sieht man ja, auf welchem Niveau die
Diskussion geführt wird.
Jeder sollte sich mal selbst hinterfragen, was ihm eine
flächendeckende Versorgung wert ist...
Sie scheinen mir ja...
.. ein besonders cleveres Kerlchen zu sein.
Wer einen derartigen Käse über medizinische Promotionen auf
diesem Niveau abgibt, nach dem Motto:"ich kenne jemanden, der
jemanden kennt, der gehört hat, den Doktor gibts für nen
Dudeldei....", dem muß ich leider jegliche Kompetenz zu
diesem Thema absprechen.
Auch Sätze wie "Ich habe da 5 Jahre promovieren dürfen,
und das Studium war auch schwerer." zeugen hiervon.
Da darf man getrost bezweifeln ob Sie überhaut einen ausreichenden
Blick in die medizinische Ausbildung an deutschen Universitäten
geworfen haben bzw. ob sie jemals eine Hochschule von innen gesehen haben.
Mag sein, daß es in Bezug auf das Zeitmanagement und vielleicht
auch auf die Freudlichkeit in manchen Praxen Defizite gibt, darum geht
es hier aber nicht.
Wichtiger wäre allerdings ein betriebswirtschaftlicher Blick auf
das Ganze gerichtet wird.
Da das wirtschaftl. Risiko beim Arzt liegt, nicht bei der GKV wie viele
anscheinend meinen, ist es legitim, Forderungen zu stellen
... ist doch schön
... dass Sie so lange promovieren durften und sich damit im Forum schmücken können. Das sagt leider nicht über die Qualität der Promotion und auch nichts über die Fähigkeit aus, den Beruf später ausüben zu können. Aus Ihren Zeilen trieft der Neid ja nur so heraus. Wenn Sie sich beim Arzt als Kunde fühlen, ist Ihnen vielleicht nur noch durch psychotherapeutische Intervention zu helfen.
Anstandsregeln?
Das würde ich, mit verlaub gesagt, Ihnen anempfehlen.
Richtig
Vielen Dank für Ihren Beitrag, der der Diskussion wirklich dienlich ist.
Bei all der Aufmerksamkeit und Zustimmung für die UFO-Streikenden,
ist es den Ärzten wirklich auch einmal zuzusprechen.
In meinen Augen sind viele Ärzte wirklich fleißige Arbeiter,
in jedem Fall hervorragend ausgebildet und meistens noch mit einer
großen Portion Idealismus am Werk. Wir können uns freuen,
dass sie nicht eine Bezahlung gemäß Angebot und Nachfrage fordern.
... wenn die GKVen die Kassenzulassungen aller streikenden Ärzte annullieren und diese - nach Beendigung des Streiks - in Form einer Versteigerung an die Ärzte bringen? In limitierter Anzahl natürlich, insbesondere in den Ballungsgebieten. Das sollte dem Spuk doch schnell ein Ende setzen. Oder?
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