19.12.2004 · Übernahmen und Großfusionen sind insbesondere in den Vereinigten Staaten gerade wieder en vogue. Keineswegs gesichtert ist, daß diesen Zusammenschlüssen auch Erfolg beschieden ist.
Übernahmen und Großfusionen sind insbesondere in den Vereinigten Staaten gerade wieder en vogue. Der Zusammenschluß von Nextel mit Sprint in der Telekommunikationsbranche oder auch die Übernahme von Guidant durch Johnson & Johnson in der Medizintechnik sind aktuelle Beispiele. Besonders gute Erfolgsaussichten haben solche Zusammenschlüsse freilich nicht, glaubt man einer Studie der Unternehmensberatung Bain. Danach vernichtet jede zweite größere Fusion Wert. Die Gründe für das Scheitern von Zusammenschlüssen sind dabei die gleichen, wie sie schon seit Jahren immer wieder in Untersuchungen zutage treten: 67 Prozent der Befragten für Zusammenschlüsse verantwortlichen Manager hatten Synergieeffekte überschätzt, ein ebenso großer Anteil verwies auf Schwierigkeiten bei der Integration der Unternehmen, speziell auf der Ebene des Management. Viele Fehler würden aber bereits im Vorfeld der Übernahme beziehungsweise Fusion gemacht, heißt es in der Bain-Studie weiter. Die Hälfte der Manager räumt ein, den Übernahmekandidaten bei der Due Diligence nicht genau genug unter die Lupe genommen zu haben. 40 Prozent der Befragten gaben an, es habe bei dieser Unternehmensanalyse schlicht an Disziplin gefehlt. Emotionen wie etwa die Angst, ein Wettbewerber könne beim potentiellen Übernahmeobjekt zum Zuge kommen, erhöhten zudem den Druck und minderten die Qualität der Due Diligence. So verwundert es nicht, daß sich in 50 Prozent der Fälle herausstellte, daß die Braut für die Hochzeit herausgeputzt war. Als Folge zahlte der Käufer einen zu hohen Kaufpreis oder holte sich gar einen teuren Problemfall ins eigene Unternehmen. Zudem hätten die verantwortlichen Führungskräfte ex ante häufig keine genaue Vorstellung davon, auf welche Weise der Zusammenschluß den Gewinn des Unternehmens steigern soll. Nur 60 Prozent der von Bain befragten Manager gaben an, vor einer Übernahme ein entsprechendes strategisches Kalkül anzustellen. Und von diesen mußte wiederum die Hälfte einräumen, daß sich dieses Kalkül im nachhinein als nicht zutreffend erwies.
Besonders erfolgreich bei Übernahmen waren dabei solche Unternehmen, die relativ häufig Transaktionen vornahmen. Aktive Firmenkäufer mit durchschnittlich mehr als einer Transaktion im Jahr erwirtschafteten signifikant höhere Renditen für ihre Aktionäre als solche, die sich nur hin und wieder an einem Kauf versuchten. Besonders wenig Erfolg war seltenen und dabei großen Transaktionen beschieden. (nr.)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,76 | −1,18% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2436 | −0,42% |
| Rohöl Brent Crude | 105,06 $ | −1,68% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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