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Unternehmensteuer Streit um Sätze und tatsächliche Belastung

07.02.2005 ·  In der Debatte über die Steuerbelastung von Unternehmen in Deutschland werden häufig nur die Steuersätze mit denen anderer Länder verglichen. Dies greift jedoch zu kurz - ein Überblick.

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In der Debatte über die Steuerbelastung von Unternehmen in Deutschland werden häufig nur die Steuersätze mit denen anderer Länder verglichen. Dies greift jedoch zu kurz, denn beachtet werden müssen auch unterschiedliche Bemessungsgrundlagen als Basis für eine Besteuerung. So kommt es, daß die bloßen Steuersätze nicht die tatsächliche Belastung widerspiegeln.

Bei der Besteuerung von Personen- und Kapitalgesellschaften gibt es ein großes Gefälle. Ein Großteil aller deutschen Firmen zahlt als Personengesellschaft - etwa Offene Handelsgesellschaft (OHG) oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - Einkommensteuer. Hier wurde der Spitzensatz von einst 53 auf jetzt 42 Prozent gesenkt. Das heißt aber nicht, daß jeder OHG-Beteiligte auch den Spitzensatz zahlt. Dies hängt von seiner persönlichen Einkünftesituation ab.

Der Körperschaftsteuersatz - wichtigste Abgabe für Kapitalgesellschaften - ist niedriger. Unternehmen, die als GmbH oder Aktiengesellschaft firmieren, zahlen auf Gewinne 25 Prozent. Bei einem Vergleich der nominalen Körperschaftsteuersätze unter EU- und Industrieländern rangierte Deutschland 2004 im unteren Drittel. Viele Länder - vor allem die neuen EU-Staaten - planen aber Nachlässe. Durch zusätzliche Unternehmensteuern ist die Belastung aber höher. Addiert man Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag hinzu, summiert sich die Belastung von Kapitalgesellschaften auf 38,7 Prozent. Das ist so hoch wie in keinem anderen europäischen Land. Dieser Wert wird nur vom amerikanischen Bundesstaat New York (39,9) und Japan (40,9) übertroffen.

Zwischen nominalem Steuersatz und wirklicher Abgabenlast klafft dennoch eine Lücke. 2004 sprudelten zwar die Gewinne großer Konzerne. Durch viele Steuerschlupflöcher werden Gewinne aber klein gerechnet. Effektiv liegt die Belastung dank der Abzugsmöglichkeiten also niedriger. Dennoch kann ein hoher Steuersatz Investoren abschrecken.

Die EU-Kommission und die OECD beziffern die effektive Besteuerung in Deutschland auf 20 Prozent, was weit unter EU-Durchschnitt ist. Der Industrieverband BDI hat dagegen eine effektive Steuerbelastung von 36 Prozent ermittelt. Bei Kapitalgesellschaften liege der Grenzsatz je nach Gewinnverwendung zwischen 39,5 bis 53,8 Prozent.

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Von Heike Göbel

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