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Zwangsrückruf für Cayenne : Höchststrafe für Porsche

Zwangsrückruf und Produktionsstopp für den Porsche Cayenne mit 3-Liter-Diesel-Motor Bild: ZB

Der Abgasskandal des Volkswagen-Konzerns nimmt kein Ende. Nun ist Porsche dran: Zwangsrückruf und Zulassungsstopp bestimmter Cayenne-Modelle. Und es ist nicht so, dass Porsche im Abgasskandal ein unbeschriebenes Blatt wäre.

          Der Abgasskandal des Volkswagen-Konzerns nimmt kein Ende. Und nun sinkt auch noch die zum Konzern gehörende Edelmarke Porsche in den Sumpf, in dem die anderen Teilmarken Volkswagen und Audi nun schon seit zwei Jahren stecken. Damit ist ein Hersteller in die illegalen Machenschaften verwickelt, der bisher rund um die Welt einen hervorragenden Ruf genoss. Auch in Porsche-Autos hat also illegale Technik dafür gesorgt, dass die Fahrzeuge bemerken, wenn sie auf dem Prüfstand stehen.

          Nun ist es nicht so, dass Porsche im Abgasskandal ein unbeschriebenes Blatt wäre. Immerhin hat das Unternehmen schon vor einem Jahr gut 10.000 Porsche Macan zurückgerufen, um die Motorsteuerungssoftware zu aktualisieren. „Freiwillig“ sei dieser Rückruf, weil die Autos eben zu viele Abgase ausstießen. Ein Jahr später folgt nun das totale Desaster: Zwangsrückruf und Zulassungsstopp, das ist so etwas wie die Höchststrafe – für das Unternehmen, aber auch für die Branche, die in ihrer tiefsten Krise steckt.

          Abgasbetrug, jahrelang geschönte Verbrauchsangaben und dann auch noch der Kartellverdacht gegen Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen – die einstige deutsche Musterbranche ist gerade dabei, sich selbst zu zerlegen. Dabei sind die Milliarden, die Volkswagen an Wiedergutmachung zahlen muss, oder auch die Kosten für Rückrufe und Umrüstungen der anderen Hersteller nur die eine Seite der Medaille. Das kostet zwar kurzfristig nicht gerade wenig Geld, ist aber verschmerzbar, so lange denn das Geschäft noch läuft. Aber gerade dieses Geschäft ist gefährdet, weil die Unternehmen mit bewiesenem oder vermutetem Fehlverhalten ihren Ruf auf Dauer riskieren.

          Die Branche muss sich erneuern, das weiß sie vielleicht auch selbst. Allein, es fehlt ihr dazu offensichtlich der Wille. Die Behauptung, dass Porsche angeblich erst zwei Jahre nach Beginn des Abgasskandals selbst erkannt haben will, dass das Unternehmen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut hat, ist eine ziemliche Frechheit. Sie zeigt, wie lax die derzeitigen Manager die Aufarbeitung des Abgasskandals nehmen. Dabei dürfen die Verantwortlichen für die jahrelangen Schummeleien eines nicht vergessen: Hinter ihnen stehen mehr als 800.000 Mitarbeiter, deren Existenz vom Wohl und Wehe der Branche und nicht zuletzt vom Verhalten der Manager abhängt.

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