http://www.faz.net/-gqe-763lx

Zinsmanipulation : Bafin weitet Sonderprüfung im Zins-Skandal aus

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank hat die Bafin bereits im Sommer genauer unter die Lupe genommen Bild: dapd

Wegen des Verdachts der Zinsmanipulation hat die Finanzaufsicht Bafin einem Zeitungsbericht zufolge Sonderprüfungen bei vier Banken wegen Manipulation beim Euribor-Zinssatz eingeleitet. Bei der Deutschen Bank läuft die Prüfung zum Libor bereits seit dem Sommer.

          Die Finanzaufsicht Bafin erhöht einem Zeitungsbericht zufolge in der Affäre um Zinsmanipulationen den Druck auf deutsche Banken. Die Behörde habe gegen vier Institute Sonderprüfungen eingeleitet, um nun auch Manipulationsvorwürfe beim Referenzzins Euribor zu klären, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Darunter seien die Deutsche Bank und der WestLB-Nachfolger Portigon.

          Dem Blatt zufolge wurde bei Portigon auch eine Untersuchung zu möglichen Manipulationen am Zinssatz Libor eingeleitet. Bei der Deutschen Bank läuft die Libor-Prüfung bereits seit Sommer 2012.

          Bei zwei weiteren Banken aus dem Euribor-Panel habe die Behörde ihre Prüfer geschickt, nachdem der Rücklauf aus einer schriftlichen Anfrage unbefriedigend gewesen sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. In einem der beiden Fälle solle die Bafin sogar überlegt haben, eine Verwarnung auszusprechen. Zum Euribor-Panel gehörten dem Blatt zufolge im Ermittlungszeitraum neben der Deutschen Bank und der WestLB die Landesbank Berlin, die BayernLB, die Commerzbank, die genossenschaftliche DZ-Bank, die LBBW, die Helaba und die NordLB.

          Zu Prüfungen bei einzelnen Banken wollte sich die Bafin laut Bericht nicht äußern. Ein BaFin-Sprecher sagte demnach jedoch, dass die Behörde im Fall der Zinsmanipulation je nach Institut entscheide, welche Mittel geeignet seien: „Diese reichen - ganz generell - vom reinen Aufsichtsgespräch über das Auskunftsverlangen bis hin zur Sonderprüfung.“ Deutsche Bank und Portigon wollten der Zeitung zufolge die Untersuchung nicht kommentieren.

          Nach der britischen Barclays Bank hatte sich einem Pressebericht zufolge in Dezember die Schweizer UBS im Skandal um Zinsmanipulation mit den Behörden auf eine Geldbuße geeinigt. Demnach soll die UBS mehr als 450 Millionen Dollar zahlen.

          Quelle: FAZ.NET mit Reuters, AFP

          Weitere Themen

          Chaostage bei Bitcoin

          Krypto-Währungen : Chaostage bei Bitcoin

          Der Bitcoin-Kurs erholt sich am Montag wieder von seinem Kurssturz um 26 Prozent in der vergangenen Woche. Die Entwicklungen aber nähren die grundsätzliche Skepsis gegenüber der Krypto-Währung.

          Im Rennen um einen Oscar Video-Seite öffnen

          Fatih Akins „Aus dem Nichts“ : Im Rennen um einen Oscar

          Die Wut über den NSU-Skandal inspirierte den Regisseur und Autor zu seinem jüngsten Film. In der Hauptrolle: Diane Kruger. Premiere feierte der Film auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, jetzt wird er von Deutschland als Beitrag für den besten ausländischen Film bei den „Academy Awards“ ins Rennen geschickt.

          Trump zieht positive Bilanz Video-Seite öffnen

          Trumps Asien-Reise : Trump zieht positive Bilanz

          Zu Beginn der ASEAN-Konferenz in der philippinischen Hauptstadt Manila hat der amerikanische Präsident Donald Trump eine positive Bilanz seiner bisherigen Asien-Reise gezogen. Im Bereich der Handelspolitik habe es ihm zufolge große Fortschritte gegeben.

          Topmeldungen

          Naher Osten : Droht ein Krieg gegen Israel?

          In einem Bericht kommen pensionierte Generäle zu dem Schluss, dass ein neuer Waffengang zwischen der Hizbullah und Israel nur noch eine Frage der Zeit sei. Darin wird die Schiitenmiliz als der „mächtigste nichtstaatliche bewaffnete Akteur in der Welt“ bezeichnet.

          La République en marche : Das Ende der großen Euphorie

          In der Bewegung En marche wächst der Unmut. Parteimitglieder beklagen autoritäre Strukturen und drohen mit dem Austritt. Auf dem Parteitag in Lyon will Präsident Macron die Wogen glätten. Kann das gelingen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.