http://www.faz.net/-gqe-756op
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.12.2012, 15:36 Uhr

Zinsgeschäfte mit Gemeinden Deutsche Bank nun auch in Italien verurteilt

Gerade erst brachte eine große Razzia die Deutsche Bank in die Schlagzeilen. Nun verurteilt ein Gericht in Mailand das Institut zu einer Millionen-Strafe - wegen Zinsgeschäften.

© dapd Nacht um die Deutsche Bank.

Geschäfte mit Städten und Kommunen in Italien kosten die Deutsche Bank nun auch in Italien Geld. Ein Gericht in Mailand befand die Deutsche Bank, die UBS, das amerikanische Institut JP Morgan und die Depfa Bank am Mittwoch des schweren Betrugs für schuldig. Sie hatten Derivate an die Stadt Mailand verkauft, die damit weniger Zinsen zahlen sollte. Doch letztlich kosteten sie die Zinsswaps Millionen.

Das Gericht verurteilte die Banken zu jeweils einer Million Euro Strafe und ordnete die Einziehung von insgesamt 87 Millionen Euro an. Die Deutsche Bank kündigte Berufung gegen das Urteil an. Sie habe sich nichts zuschulden kommen lassen, argumentierte sie. Das Urteil kommt denkbar ungelegen für Deutschlands wichtigstes Finanzinstitut. Gegen die Bank und deren Vorstandschef Fitschen ermittelt gerade die Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Prozess als Lackmustest

Der Prozess gilt als Lackmustest für eine ganze Serie von ähnlich gelagerten Fällen in Italien. Rund 600 Kommunen haben dort Derivate im Volumen von 36 Milliarden Euro gekauft. Nach Daten der italienischen Notenbank drohen ihnen daraus Verluste von fast vier Milliarden Euro.

Mehr zum Thema

Auch in Deutschland hatte die Deutsche Bank Zins-Tauschgeschäfte mit Städten, Gemeinden und mittelständischen Unternehmen abgeschlossen, die sich für diese als verlustreich entpuppten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ebenfalls gegen die Deutsche Bank entschieden.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Blockupy-Proteste 2700 Euro Strafe für Bengalos verhängt

Es ist das zweite Urteil nach den Protesten im vergangenen Jahr. Ein Mann hatte am Tag der EZB-Eröffnung Bengalos gezündet. Seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zog er zurück. Mehr

13.05.2016, 15:23 Uhr | Rhein-Main
Costa Concordia Kapitän Schettino wieder vor Gericht

In Florenz hat der Berufungsprozess gegen den früheren Costa-Concordia-Kapitän begonnen. Schettino war im Februar 2015 in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Die Richter legten ein Strafmaß von 16 Jahren und einem Monat Haft fest. Gegen das Urteil legten allerdings sowohl die Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigung Berufung ein. Mehr

28.04.2016, 16:30 Uhr | Gesellschaft
Weitere Nachrichten Amerikas Börsenaufsicht prüft Hypothekengeschäfte der Deutschen Bank

Die Börsenaufsicht SEC prüft Hypothekengeschäfte der Deutschen Bank. Zudem werden die Libor-Klagen gegen diese und andere Banken abermals verhandelt. Mehr

24.05.2016, 06:41 Uhr | Wirtschaft
Geldstrafe Vagina-Künstlerin in Japan verurteilt

Nach einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess ist die japanische Vagina-Künstlerin Megumi Igarashi zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 3300 Euro verurteilt worden. Das Tokioter Bezirksgericht sprach die Künstlerin der Verbreitung von obszönem Material schuldig. Megumi Igarashi war vor zwei Jahren festgenommen worden, weil sie Kunst in Form einer Vagina verbreitet hatte. Mehr

09.05.2016, 18:04 Uhr | Gesellschaft
Sorgen um Konzernumbau Ratingagentur Moody’s stuft Deutsche Bank herab

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank wegen eines möglicherweise stockenden Konzernumbaus gesenkt. Mehr

24.05.2016, 06:53 Uhr | Finanzen

Schweizer Wäsche

Von Johannes Ritter

Eine Tessiner Privatbank wird aufgelöst, weil sie einem korrupten malaysischen Staatsfonds bei der Geldwäsche geholfen hat. Richtig so. Mehr 1 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 58

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden