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Zinsgeschäfte mit Gemeinden : Deutsche Bank nun auch in Italien verurteilt

  • Aktualisiert am

Nacht um die Deutsche Bank. Bild: dapd

Gerade erst brachte eine große Razzia die Deutsche Bank in die Schlagzeilen. Nun verurteilt ein Gericht in Mailand das Institut zu einer Millionen-Strafe - wegen Zinsgeschäften.

          Geschäfte mit Städten und Kommunen in Italien kosten die Deutsche Bank nun auch in Italien Geld. Ein Gericht in Mailand befand die Deutsche Bank, die UBS, das amerikanische Institut JP Morgan und die Depfa Bank am Mittwoch des schweren Betrugs für schuldig. Sie hatten Derivate an die Stadt Mailand verkauft, die damit weniger Zinsen zahlen sollte. Doch letztlich kosteten sie die Zinsswaps Millionen.

          Das Gericht verurteilte die Banken zu jeweils einer Million Euro Strafe und ordnete die Einziehung von insgesamt 87 Millionen Euro an. Die Deutsche Bank kündigte Berufung gegen das Urteil an. Sie habe sich nichts zuschulden kommen lassen, argumentierte sie. Das Urteil kommt denkbar ungelegen für Deutschlands wichtigstes Finanzinstitut. Gegen die Bank und deren Vorstandschef Fitschen ermittelt gerade die Frankfurter Staatsanwaltschaft.

          Prozess als Lackmustest

          Der Prozess gilt als Lackmustest für eine ganze Serie von ähnlich gelagerten Fällen in Italien. Rund 600 Kommunen haben dort Derivate im Volumen von 36 Milliarden Euro gekauft. Nach Daten der italienischen Notenbank drohen ihnen daraus Verluste von fast vier Milliarden Euro.

          Auch in Deutschland hatte die Deutsche Bank Zins-Tauschgeschäfte mit Städten, Gemeinden und mittelständischen Unternehmen abgeschlossen, die sich für diese als verlustreich entpuppten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ebenfalls gegen die Deutsche Bank entschieden.

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