Home
http://www.faz.net/-gqe-756op
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Zinsgeschäfte mit Gemeinden Deutsche Bank nun auch in Italien verurteilt

Gerade erst brachte eine große Razzia die Deutsche Bank in die Schlagzeilen. Nun verurteilt ein Gericht in Mailand das Institut zu einer Millionen-Strafe - wegen Zinsgeschäften.

© dapd Vergrößern Nacht um die Deutsche Bank.

Geschäfte mit Städten und Kommunen in Italien kosten die Deutsche Bank nun auch in Italien Geld. Ein Gericht in Mailand befand die Deutsche Bank, die UBS, das amerikanische Institut JP Morgan und die Depfa Bank am Mittwoch des schweren Betrugs für schuldig. Sie hatten Derivate an die Stadt Mailand verkauft, die damit weniger Zinsen zahlen sollte. Doch letztlich kosteten sie die Zinsswaps Millionen.

Das Gericht verurteilte die Banken zu jeweils einer Million Euro Strafe und ordnete die Einziehung von insgesamt 87 Millionen Euro an. Die Deutsche Bank kündigte Berufung gegen das Urteil an. Sie habe sich nichts zuschulden kommen lassen, argumentierte sie. Das Urteil kommt denkbar ungelegen für Deutschlands wichtigstes Finanzinstitut. Gegen die Bank und deren Vorstandschef Fitschen ermittelt gerade die Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Prozess als Lackmustest

Der Prozess gilt als Lackmustest für eine ganze Serie von ähnlich gelagerten Fällen in Italien. Rund 600 Kommunen haben dort Derivate im Volumen von 36 Milliarden Euro gekauft. Nach Daten der italienischen Notenbank drohen ihnen daraus Verluste von fast vier Milliarden Euro.

Mehr zum Thema

Auch in Deutschland hatte die Deutsche Bank Zins-Tauschgeschäfte mit Städten, Gemeinden und mittelständischen Unternehmen abgeschlossen, die sich für diese als verlustreich entpuppten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ebenfalls gegen die Deutsche Bank entschieden.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fleisch als koscher verkauft Bewährungsstrafen für Metzger

Sie haben übliches Fleisch als koscher ausgegeben. Für diesen Betrug sind Akiwa H. und Leslie W. zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft kündigt jedoch Revision an. Mehr Von Denise Peikert

25.04.2015, 07:01 Uhr | Rhein-Main
Urteil Middelhoff zu drei Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Arcandor-Chef Middelhoff ist zu einer Strafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Vorwurf lautet Untreue und Steuerhinterziehung. Mehr

05.04.2015, 10:48 Uhr | Wirtschaft
Zinsskandal 2,5 Milliarden Dollar Strafe für die Deutsche Bank

Im Libor-Skandal um die Manipulation von Zinssätzen hat die Deutsche Bank einen Vergleich mit britischen und amerikanischen Behörden geschlossen. Die Strafe fällt höher aus als von der Bank erwartet. Mehr

23.04.2015, 14:21 Uhr | Wirtschaft
Singapur Stockschläge und Haft für zwei Deutsche

Diese beiden jungen Deutschen aus Leipzig stehen mehr im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, als ihnen vermutlich lieb ist: Ein Gericht in Singapur hat sie verurteilt zu jeweils neun Monaten Haft und drei Stockschlägen. Mehr

05.03.2015, 13:17 Uhr | Gesellschaft
Kriegsverbrecher Die Märchen des Max Merten

Der Statthalter der Wehrmacht in Thessaloniki trug dazu bei, dass Tausende Juden deportiert wurden. Mit abenteuerlichen Geschichten versuchte er, sich aus der Affäre zu ziehen. Viele glaubten ihm. Mehr Von Reiner Burger

19.04.2015, 10:39 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.12.2012, 15:36 Uhr

Die digitale Bank

Von Holger Steltzner

Das Urteil der Börse über die „neue“ Strategie der Deutschen Bank ist ebenso bitter wie berechtigt. Vorstand und Aufsichtsrat schaffen es nicht, ihr wieder eine überzeugende Perspektive zu geben. Mehr 22 27


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Griechische Unternehmer bekommen schwer Kredit

Nicht nur der griechische Staat hat es schwer, an Geld zu kommen. Den Unternehmern des pleitebedrohten Landes geht es nicht anders. Mehr 1