04.06.2008 · Die Telekom kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach der Spitzelaffäre steht das Unternehmen jetzt allerdings als Opfer da: Die Staatsanwaltschaft ließ am Mittwoch die Zentrale in Bonn durchsuchen. Es gibt den Verdacht eines großangelegten Betrugs zulasten der Sparte T-Systems.
Wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs zulasten der Telekom-Sparte T-Systems hat die Staatsanwaltschaft Bochum am Mittwoch auch die Telekom-Zentrale in Bonn durchsuchen lassen. Nach Angaben der Strafverfolger wurden insgesamt acht Firmen in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Vier Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen.
Der Verdacht richte sich gegen eine Gruppe von Firmen, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Bernd Bienioßek. Es bestehe der Verdacht, dass die Täter durch vorgetäuschte Umsätze etwa 2,5 Millionen Euro an Provisionen von T-Systems erschlichen hätten. Geklärt werden solle nun unter anderem, ob auch ein Mitarbeiter von T-Systems an den betrügerischen Geschäften beteiligt sei.
Ein Kreislauf von Scheinrechnungen
In der Sache habe es schon vor einem Jahr Durchsuchungen gegeben, sagte der Sprecher. Zunächst hätten die Ermittler angenommen, die Verdächtigen hätten über Scheinrechnungen ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell aufgezogen. Dann aber habe sich herausgestellt, dass T-Systems in den Kreislauf der Scheinrechnungen einbezogen sei. Bei den Razzien am Mittwoch seien vier Verantwortliche der mutmaßlich beteiligten Firmen außerhalb der Telekom festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden.
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