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Zeitschriftenverlag Klambt startet digitales Netzwerk für Tiere

04.08.2011 ·  Der Zeitschriftenverlag Klambt will auch im Internet wachsen und plant ein soziales Netzwerk für Tiere: „my social petwork“. Das sagt Verleger Rose der F.A.Z. Er glaubt weiter an Gedrucktes und steckt mehr Geld in neue Magazine.

Von Jan Hauser
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Lange hat sich die Mediengruppe Klambt im digitalen Geschäft zurückgehalten, nun plant sie ein eher ungewöhnliches Vorhaben. Der Verlag legt im Internet nicht etwa einen Ableger einer seiner 50 Zeitschriften („Grazia“, „Lea“, „Frau mit Herz“) auf, sondern wagt sich an ein soziales Netzwerk für Tiere. „Wir alle sehen, was für eine Anziehungskraft Facebook und soziale Netzwerke haben“, sagt Lars Joachim Rose, Verleger und geschäftsführende Gesellschafter der Mediengruppe. „Und gleichzeitig wissen wir, wie viele Tierliebhaber es gibt.“ Er will beides miteinander verknüpfen und daran Geld verdienen: Diesen Monat nimmt Klambt „my social petwork“ in Betrieb, kündigt Rose an. Dafür investiert der Verlag zunächst 250.000 Euro.

Das digitale Geschäft des Verlags war bislang sehr überschaubar. Nur 2 Prozent trug es im vergangenen Jahr zum Umsatz von 105 Millionen Euro bei. „Mit dem klassischen Transfer von Printprodukten ins Internet ist wahrscheinlich kein Geld zu verdienen“, sagt Rose. Für den Sprung ins digitale Becken sorgen nun die beiden einzigen Mitarbeiterinnen, die ihre Hunde ins Medienhaus mitbringen dürfen: Sara Urbainczyk, die Leiterin des Bereichs Digitale Medien, und Ninon Götz, die stellvertretende Modeleiterin von „Grazia“.

Mit Mops Julius und Chihuahua Mini hatten sie die Idee, überzeugten die Geschäftsführer und entwickeln nun die Plattform. In dem Netzwerk sollen sich statt Menschen Tiere anmelden: Sie legen - mit der Hilfe ihrer menschlichen Halter - wie in Facebook ein Profil mit Bild an, freunden sich miteinander an, verschicken Nachrichten oder laden Videos hoch.

„Ich gebe zu, dass das Ganze auf den ersten Blick etwas verrückt klingt“, sagt Lars Joachim Rose. Aber er glaube daran, dass die Idee die „Generation Facebook unter den Tierliebhabern“ begeistern werde. Jedes zehnte Tier in Deutschland habe schon eine Internetpräsenz, berichtet Rose. Er stellt nun sogar in Aussicht, mit dem Netzwerk ins Ausland zu expandieren - wenn sich genügend Tierfreunde finden. Bis Jahresende hofft er auf 100.000 Anmeldungen.

Andernfalls werde die Idee wieder begraben, sagt er. Wie sich mit „my social petwork“ Geld verdienen lassen könnte, ist derweil noch offen. „Das ist zunächst der Versuch, ein Netzwerk aufzubauen, das dann zu gegebener Zeit mit spannenden Modulen versehen wird, die auch zur Kapitalisierung beitragen sollen“, sagt Rose.

Zur Unternehmensgruppe, die 1843 in Schlesien gegründet wurde, gehören neben dem Verlag Versicherungsgeneralagenturen und Beteiligungen an Radiosendern. Das Geschäft ist den Angaben des Unternehmens zufolge profitabel, der Umsatz stieg 2010 um 14 Millionen Euro, über den Gewinn schweigt man. Nur das im Februar 2010 aufgelegte Mode- und Prominentenmagazin „Grazia“ habe mit Anlaufkosten in zweistelliger Millionenhöhe dafür gesorgt, dass die Rendite klein blieb. Sonst hätte Klambt eine höhere einstellige Rendite gehabt, wie Rose sagt.

„Wir versuchen, diese Welten zusammen zu bringen“

Er glaubt nach eigener Auskunft trotz „my social petwork“ weiter ans Gedruckte: Der Verlag investiert weit mehr in Print als ins digitale Geschäft. So bastelt Klambt derzeit an einer neuen Zeitschrift mit dem Arbeitstitel „Runway“, einem hochwertigen Frauenmagazin für Mode und Inneneinrichtung. „Wir versuchen, diese beiden spannenden Welten zusammen zu bringen“, sagt Rose.

Im September will der Verlag nach einer Leser- und Anzeigenumfrage entschieden, ob die Zeitschrift im nächsten Frühling erscheint. Dafür wäre mindestens ein mittlerer sechsstelliger Betrag nötig. Im deutschsprachigen Raum bringt der Verlag im November außerdem „Martha Stewart Living“ mit einem Schwerpunkt auf Küche und Essen heraus, einen Ableger der amerikanischen Marke und eine Investition im niedrigen siebenstelligen Bereich.

„Wenn man vor 20 Jahren ein neues Projekt einführte, wollte man eine Dreiviertelmillion Hefte verkaufen“, sagt Rose. „Die Zeiten sind vorbei.“ Doch Sorgen mache er sich nicht. „Die Zeitschriften, die wir verkaufen, verfolgen nicht zwingend als ersten Kaufgrund die reine Informationsvermittlung, es geht mehr um Hintergrundberichterstattung, um Haptik, ums Träumen.“ Das alles sei noch nicht im Internet zu bekommen.

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Jahrgang 1983, Redakteur in der Wirtschaft.

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