22.05.2006 · Arbeitsmarkt: Bis 2010 sollen die Arbeitsplätze in der Zeitarbeit um 400.000 auf eine knappe Million anwachsen. Personaldienstleister ist inzwischen ein eigenes Berufsbild. Ein Berater betreut rund 15 Leiharbeiter.
Die Vertreter der Zeitarbeit bezeichnen ihre Branche gerne als Job-Maschine. Im Geschäft mit der Arbeitnehmerüberlassung sind in den vergangenen Jahren rasant neue Stellen entstanden. In zehn Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Jahresdurchschnitt mehr als verdoppelt. Zum Stichtag Juni 2005 - aktuelle Daten liegen nicht vor - waren erstmals mehr als 450.000 Leiharbeitnehmer bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) registriert.
Mittlerweile dürfte die Marke von einer halben Million überschritten sein - und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. „Wir wollen hier nicht stehenbleiben, sondern bis zum Jahr 2010 zusätzlich 400.000 neue Arbeitsplätze schaffen“, kündigte der Präsident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Volker Enkerts, diese Woche auf dem Weltkongreß der Branche in Berlin an.
Wachstum auf zwei Prozent angekündigt
Was die Beschäftigung angeht, so unterscheiden die Unternehmen zwischen internen und externen Mitarbeitern; also zwischen Personen in der eigenen Verwaltung und den tatsächlichen Leiharbeitnehmern, die beim Personaldienstleister angestellt sind und an die Kunden verliehen werden. Die großen Unternehmen arbeiten mit einem Verhältnis von internen zu externen Mitarbeitern von etwa 1:15. Gerade bei den externen Mitarbeitern bestehen große Wachstumspotentiale.
Obwohl sich die Branche in Deutschland derzeit in einer äußerst guten wirtschaftlichen Verfassung befindet, liegt der Anteil der Zeitarbeitnehmer an allen Beschäftigten bei kaum mehr als einem Prozent. Bis 2010 - so Enkerts' Ankündigung - soll er auf zwei Prozent verdoppelt werden. Und selbst damit wäre vermutlich der Markt noch nicht gesättigt. In den Vereinigten Staaten, Großbritannien und den Niederlanden beispielsweise beträgt der Anteil bis zu 5 Prozent.
Hauptumsatz in Metall- und Elektroindustrie
Ein Grund für den Zulauf liegt in der Erschließung neuer Kundenschichten. Bis in die neunziger Jahre hinein nutzten vor allem gewerbliche Unternehmen die Zeitarbeit, um mit zusätzlichem Personal Produktionsspitzen auszugleichen. Seit einiger Zeit nimmt jedoch der Anteil der technischen Berufe und der Dienstleistungen kontinuierlich zu, auch wenn beide zusammen genommen noch unter 20 Prozent liegen.
Sowohl viele Spezialanbieter als auch die breit aufgestellten Branchenführer haben sich mittlerweile auf das margenstarke Geschäft mit den Hochqualifizierten konzentriert. Den Hauptanteil zum Branchenumsatz steuert aber immer noch die Leiharbeit im gewerblichen Sektor bei, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie. Auch deshalb ist die Branche noch immer eine Männerdomäne: Drei von vier Mitarbeitern sind männlich.
Um dieses Beschäftigungswachstum zu stemmen, werden auch immer mehr interne Mitarbeiter benötigt. „Wir wollen unsere Qualität verbessern und ein eigenes Berufsbild etablieren“, sagt Enkerts. „Kaufmann für Personal-Dienstleistungen“ soll der neue Ausbildungsberuf heißen. Die Vorarbeiten und Abstimmungsgespräche mit den Gewerkschaften und Ministerien sowie dem Bundesinstitut für Berufsbildung hätten bereits begonnen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,75 | −1,03% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2435 | −0,43% |
| Rohöl Brent Crude | 105,11 $ | −1,63% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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