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Wirtschaftskriminalität Früherer Flowtex-Chef aus Gefängnis entlassen

02.10.2007 ·  Siebeneinhalb Jahre saß er im Gefängnis, jetzt ist er wieder auf freiem Fuß: Der wegen Betrugs verurteilte frühere Flowtex-Chef Manfred Schmider. Der Flowtex-Skandal um nicht existierende Bohrmaschinen gilt als einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.

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Der wegen Betrugs zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilte frühere Flowtex-Chef Manfred Schmider ist wieder auf freiem Fuß.

Schmider wurde nach mehr als siebeneinhalb Jahren Gefängnis in der Nacht zum Dienstag aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Freiburg entlassen, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Justizministeriums. Die Haftentlassung sei „ohne Probleme und ohne Aufhebens“ verlaufen.

Das Landgericht Freiburg hatte die Entlassung auf Bewährung vor allem mit einer günstigen Prognose für Schmider begründet, der sich im Gefängnis und bei den seit Dezember 2005 gewährten Vollzugslockerungen
beanstandungslos verhalten habe. Seit knapp zwei Jahren befindet er sich im offenen Vollzug und hat eine Arbeitsstelle.

Milliardenbetrug mit nicht existenten Bohrmaschinen

Schmider wurde wegen des Flowtex-Milliardenbetrugs mit nicht existenten Bohrmaschinen im Februar 2000 verhaftet. Im Mai 2003 wurde er vom Landgericht Mannheim rechtskräftig zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Unter Anrechnung der vorherigen Untersuchungshaft sind nun laut Ministerium zwei Drittel der Strafe verbüßt.

Schmider und der Ingenieur Kleiser hatten ein Firmengeflecht mit nicht existierenden Horizontalbohrmaschinen aufgebaut. Die Geräte konnten Rohre und Kabel unter der Erde verlegen, ohne die Straße aufreißen zu müssen. Am Ende seien etwa 3.000 nicht existierenden Bohrsystemen rund 200 bis 300 wirklich vorhandene Geräte gegenüber gestanden, sagte der Richter. Den strafrechtlichen Schaden bezifferte das Gericht damals auf 3,5 Milliarden D-Mark.

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