15.02.2006 · Als Rewe-Chef hatte Dieter Berninghaus für 25 Millionen Euro eine Internetfirma gekauft, die sich später als praktisch wertlos erwies. Er soll 6,5 Millionen Euro aus den Provisionen erhalten haben. Jetzt übernimmt er die Verantwortung.
Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten hat am Mittwoch in Köln der Prozeß gegen den ehemaligen Rewe-Vorstandsvorsitzenden Dieter Berninghaus begonnen.
Berninghaus muß sich vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs der schweren Untreue verantworten. Er soll zusammen mit weiteren Beschuldigten beim Kauf der Internetfirma Nexum durch Rewe unrechtmäßig Provisionen in einer Gesamthöhe von 15,2 Millionen Euro kassiert haben.
Nexum später praktisch wertlos
„Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist zutreffend“, räumte Berninghaus zum Prozeßauftakt ein. „Es war ein schwerer Fehler, für den ich ohne Wenn und Aber die Verantwortung trage.“ Dennoch sei er überzeugt, daß die Akquisition von Nexum damals für Rewe eine richtige Entscheidung gewesen sei.
Berninghaus selbst soll laut Anklage 6,5 Millionen Euro aus den Provisionen erhalten haben. Die 25 Millionen Euro teuere Investition, mit der sich Rewe auf dem Höhepunkt des Internet-Booms ein Standbein im Online-Handel sichern wollte, hatte sich nach Unternehmensangaben später als praktisch wertlos erwiesen.
In einem Vergleich mit seinem früheren Unternehmen hatte der Manager vor einigen Monaten bereits Schadenersatz in Gesamthöhe von rund 11 Millionen Euro geleistet. Unter anderem verzichtete er auf alle Leistungen aus der Aufhebungsvereinbarung seines Vorstandsvertrages und auf alle Pensionsrechte.
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