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Veröffentlicht: 04.01.2017, 17:49 Uhr

Früherer VW-Chef Winterkorns Rente sorgt für Empörung

Die Betriebsrente des früheren VW-Chefs fällt mit 3100 Euro am Tag üppig aus. Dennoch ist Martin Winterkorn mit der Höhe seiner Altersbezüge keine Ausnahme unter ehemaligen Dax-Vorständen.

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© Pressefoto ULMER/Markus Ulmer Erhält auch als Rentner sehr hohe Bezüge: Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn

Schluss. Aus. Vorbei. Mit Beginn dieses Jahres ist der Vertrag des über den Abgasskandal bei Volkswagen gestürzten früheren Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn mit dem Wolfsburger Konzern offiziell beendet. Winterkorn ist bisher zwar der einzige Vorstand, der wegen der Manipulationen an weltweit etwa 11 Millionen Dieselautos seinen Posten verloren hat, doch eine Mitschuld hat er immer bestritten. „Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin“, ließ er im Herbst 2015 nach seinem Rücktritt verlesen. Auf der Gehaltsrolle von VW blieb er deswegen.

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Und weil das Einkommen des Konzernlenkers Winterkorn mit 15,9 Millionen Euro 2014 – und auch in den Vor- und Folgejahren – üppig war, muss sich der einst bestbezahlte Manager Deutschlands auch als Rentner keine finanziellen Sorgen machen. „3100 Euro VW-Rente am Tag“, titelte die „Bild“-Zeitung am Mittwoch empört. In der Tat – nach seinem Volkswagen-Gehalt stehen Winterkorn monatlich rund 93.000 Euro Betriebsrente des Unternehmens zu. Der frühere VW-Chef ist damit allerdings keine Ausnahme. Auch andere Vorstände von Dax-Unternehmen haben sich ähnlich hohe Rentenansprüche erworben.

Es geht um mehr als nur Neid

Im Fall Winterkorn sorgt die monatliche Rente, die höher ist als die Jahreseinkommen der meisten Deutschen, nicht nur für Empörung, weil Neid im Spiel ist. Die Empörung ist auch groß, weil die Folgen des VW-Abgasskandals an den Spitzenmanagern des Konzerns bislang ohne spürbare finanzielle Einbußen vorübergegangen sind. Winterkorn war im September 2015 nur wenige Tage nach Aufdeckung des Skandals durch die amerikanischen Umweltbehörden unter wachsendem öffentliche Druck zurückgetreten. Bis heute beteuert er, von den Manipulationen nichts gewusst zu haben. Für Volkswagen begann mit dem Abgasskandal die – bis heute nicht ausgestandene – größte Krise in der Geschichte des Unternehmens. Milliarden-Rückstellungen für Entschädigungen, Strafen und Umrüstung der manipulierten Fahrzeuge belasten die Bilanz. Es fehlt Geld im Strukturwandel der Autobranche.

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Dass Winterkorns regulärer Vertrag mit VW trotz seines Rücktritts bis Ende 2016 weiterlaufen sollte, hatte schon 2015 Kritiker des Konzerns empört. Dabei geht, was die Altersbezüge Winterkorns betrifft, alles mit rechten Dingen zu. Die Pensionsansprüche der Spitzenmanager von Unternehmen werden wie ihre Bezahlung vom Aufsichtsrat festgelegt. Um zu verhindern, dass sie, wie früher oft üblich, im „stillen Kämmerlein“ zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem in eigener Sache verhandelnden Spitzenmanager vereinbart werden, ist seit 2009 ausdrücklich das gesamte Aufsichtsratsgremium dafür verantwortlich. Das schließt die Arbeitnehmervertreter und damit die IG Metall ein, die bei Volkswagen traditionell sehr stark sind.

Winterkorns Pension wird mit 28,5 Millionen Euro bewertet

Bei Volkswagen bekommen ehemalige Vorstände als Ruhegehalt einen Prozentsatz ihrer früheren Grundvergütung. Ausgehend von 50 Prozent steigt der Anspruch mit jedem Jahr der Unternehmenszugehörigkeit um 2 Prozentpunkte bis zu einer Höchstgrenze von 70 Prozent, wie bei Martin Winterkorn. Zudem dürfen frühere Vorstände weiter ihren Dienstwagen nutzen. Laut VW-Geschäftsbericht 2015 wurde die Pension von Martin Winterkorn insgesamt mit 28,5 Millionen Euro bewertet.

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