http://www.faz.net/-gqe-74mp6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 27.11.2012, 08:34 Uhr

Wider die Presseverlage Google beginnt Kampagne gegen Leistungsschutzrecht

Der amerikanische Technologiekonzern hat auf seinen Internetseiten eine Kampagne gegen ein Gesetzesvorhaben im Bundestag gestartet. Google fordert, dass das Urheberrecht nicht gestärkt wird.

© dapd Google macht mobil gegen die Presseverlage in Deutschland.

Der Internetkonzern Google hat eine breit angelegte Kampagne auf seinen eigenen Webseiten zur Diskussion über das Gesetzesvorhaben zum Leistungsschutzrecht im Bundestag eingeschaltet. Die Aktion richtet sich gegen ein von der Bundesregierung geplantes Leistungsschutzrecht zugunsten von Presseverlagen, das an diesem Donnerstag in erster Lesung im Parlament debattiert wird.

Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen „das ausschließliche Recht“ geben, „Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen“. Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen („Snippets“) auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten.

„Ein Leistungsschutzrecht bedeutet weniger Informationen für Bürger und höhere Kosten für Unternehmen“, begründete Stefan Tweraser, Landesdirektor von Google Deutschland, die Kampagne. Das umstrittene Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen „das ausschließliche Recht“ geben, „Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen“. Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten.

Kampagne auf Google-Startseite und auf YouTube

Herzstück der an diesem Dienstagmorgen gestarteten Kampagne von Google ist die Webseite. Außerdem wird der Konzern auf YouTube sowie auf der Startseite von Google Deutschland auf die Aktion hinweisen.

Mehr zum Thema

Die meisten Bürger hätten noch nie von diesem Gesetzesvorschlag gehört, begründete Google. Dabei träfe ein solches Gesetz jeden Internetnutzer in Deutschland. „Das Suchen und Finden, eine Grundfunktion des Internets, würde durch ein Leistungsschutzrecht gestört“, sagte Google-Manager Tweraser.

Abgeordneten-Landkarte

Für Gegner des Leistungsschutzrechtes, die sich direkt an die Abgeordneten aus ihrem Wahlkreis wenden möchten, hat Google eine eigene „MdB-Landkarte“ erstellt. Dort werden öffentlich zugängliche Kontaktinformationen der Parlamentarier und ihrer Büros zusammengefasst angeboten.

Die Befürworter eines Leistungsschutzrechtes verweisen auf Milliarden-Erlöse beim Geschäft mit Online-Werbung bei der Internet-Suche. Die Verleger müssten daran fair beteiligt werden. Schwarz-Gelb hatte Anfang März die bereits im Koalitionsvertrag festgehaltene Absicht bekräftigt, ein Leistungsschutzrecht als Teil einer Reform des Urheberrechts einzuführen.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Googles Buchprojekt Supreme Court weist Einspruch der Autorenvereinigung ab

Verletzt Google die Urheberrechte, wenn der Konzern Millionen von Büchern digitalisiert? Seit über zehn Jahren kämpft die amerikanische Authors Guild gegen das Projekt. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof ihren Einspruch abgewiesen. Mehr

19.04.2016, 09:03 Uhr | Feuilleton
Kartellvorschriften EU-Kommission wirft Google Missbrauch bei Android-System vor

Die EU-Kommission wirft Google Missbrauch beim Umgang mit dem Betriebssystem Android vor. Der Konzern nutze seine marktbeherrschende Stellung aus, Smartphone-Herstellern Beschränkungen bei der Wahl von Internet-Diensten aufzuerlegen. Damit verstoße Google gegen Kartellvorschriften. Mehr

20.04.2016, 16:53 Uhr | Aktuell
VG Wort am Ende? Verlagen geht es an den Kragen

Das Urteil des Bundesgerichtshofs zur VG Wort ist für kleine Verlage eine Katastrophe. Wir fragen uns derweil: Hat die EU-Kommission tatsächlich kapiert, was der Monopolist Google auf unseren Smartphones treibt? Mehr Von Michael Hanfeld

22.04.2016, 16:42 Uhr | Feuilleton
(Englisch) Vorstellung des Google Cultural Institute

Vorstellung des Google Cultural Institute, das die Besichtigung von Museen und Betrachtung von Kunstwerken online möglich macht. Mehr

28.04.2016, 11:25 Uhr | Feuilleton
EU-Kommission Das nervt an Android

Die EU-Kommission will Googles Betriebssystem an den Kragen. Es geht um Marktmacht und die Verhinderung von Wettbewerb. Davon könnten am Ende auch die Nutzer profitieren und nicht nur die Konkurrenz. Mehr Von Anna Steiner

19.04.2016, 14:09 Uhr | Wirtschaft

Was Trillerpfeifen übertönen

Von Dietrich Creutzburg, Berlin

Wem gehört der Produktivitätsfortschritt? Verdi und IG Metall lassen für Rentner nichts übrig. Mehr 12 28


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Ungleichheit Norwegens Staatsfonds geht gegen überhöhte Managergehälter vor

Der weltgrößte Staatsfonds will bald Prinzipien zu einer angemessenen Bezahlung für Top-Manager vorstellen. Die Institution ist an mehr als 9000 Unternehmen beteiligt. Mehr 46

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“