30.07.2010 · Jörg Kachelmann ist mehr als ein Fernsehmoderator: Als Geschäftsmann baute er eine Firmengruppe auf - mit Millionen Umsatz und 100 Mitarbeitern. Was wird jetzt aus dem Unternehmen?
Von Thiemo HeegWenn Jörg Kachelmann wetterlaunig in der ARD Sonne, Regen und Blumenkohlwolken präsentierte, stand da vordergründig nur ein einfacher Moderator vor der Kamera. Tatsächlich ist der Mann, der vor zwei Wochen in der Untersuchungshaft seinen 52. Geburtstag feierte, auch hinter den Kulissen erfolgreich: Als Geschäftsmann, der rund um seinen Wetterdienst Meteomedia eine Firma aufgebaut hat, die zwar laut Handelsgesetzbuch nur zu den „kleinen Kapitalgesellschaften“ gehört, aber immerhin eine Bilanzsumme von 3,5 Millionen Euro (2008) aufweisen kann.
Nach Kachelmanns Entlassung aus der U-Haft stellt sich nicht nur die Frage, wie es mit ihm selbst weitergeht. Sondern auch, was aus seiner Firmengruppe wird, zu der immerhin sechs Einzelunternehmen gehören: Über allem thront die Jörg Kachelmann Produktions AG mit Sitz im schweizerischen Appenzell. Dazu gesellen sich zwei Firmen in den Vereinigten Staaten und in Kanada namens WeatherOK Inc. und The Weatherman Inc.
Es soll sich ein Machtkampf hinter den Kulissen abspielen
Die Produktions AG wiederum hält die Anteile an der deutschen Meteomedia GmbH. Diese in Bochum ansässige Gesellschaft mit 30 Mitarbeitern und zwei Geschäftsführern ist für Wetteranalysen und -prognosen sowie deren Aufbereitung und Vertrieb zuständig. Im schweizerischen Gais sitzt zudem eine gleichnamige AG; hier hat Kachelmann auf 1150 Metern Höhe ein ehemaliges Landschulheim zu einem weiteren Firmenstützpunkt mit Studio ausbauen lassen. Insgesamt sind unter Kachelmanns Ägide rund 100 Leute beschäftigt: Meteorologen, Computerfachleute, Moderatoren.
Neben Kachelmann, der über einen Firmenanteil von 49 Prozent verfügt, hat ein zweiter große Mitspracherechte: Der Verleger Frank B. Werner, ebenso wie Kachelmann ein gelernter Journalist. Werner sorgte kürzlich in der Branche für Aufsehen, als er vom Axel-Springer-Verlag die Finanztitel „Euro“ und „Euro am Sonntag“ über ein Management-Buyout übernahm. Nun soll, wie das Magazin „Stern“ berichtete, sich ein Machtkampf hinter den Kulissen abspielen.
„Wenn ich er wäre, würde ich nach Kanada gehen“
Werner will demnach den Namen Kachelmanns künftig aus dem Unternehmen heraushalten, um weiteren Schaden vom Image abzuwenden. Dazu gesellen sich Berichte unter der Überschrift: „Verlässt der Moderator Europa?“ Demnach habe ihm ein „langjähriger Geschäftspartner“ empfohlen: „Wenn ich er wäre, würde ich nach Kanada gehen.“ Tatsächlich heißt es im Umfeld des einstigen Star-Meteorologen unverhohlen: Als Wetter-Anchorman vor der Kamera sei er „auf absehbare Zeit unbrauchbar“.
Angesichts dieser Vorbehalte dürfte es für Jörg Kachelmann selbst nach einem Freispruch schwer werden, einfach da anzufangen, wo er aufgehört hat. Stattdessen könnte er künftig die geschäftlichen Fäden in Übersee ziehen - dort kenne ihn schließlich keiner, wie es heißt.
Solche Spekulationen sind höflich ausgesprochen eher widerwärtig
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 30.07.2010, 20:11 Uhr
Je nun...
Closed via SSO (jgr271)
- 30.07.2010, 20:14 Uhr
Die Unschuldsvermutung....
Hans-Dietmar Venema (ochsenfrosch)
- 30.07.2010, 20:44 Uhr
Schwer verständlich
Ute Spangenberger (Hosiana)
- 31.07.2010, 00:52 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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