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WestLB Intrigen, Gerüchte und jede Menge Fragen

Der erzwungene Abgang des Vorstandschefs, Thomas Fischer, hat die WestLB nicht befriedet. Hartnäckige Gerüchte über eine Schieflage an den Kreditmärkten sorgen für Unruhe. Intrigen im Vorstand wirken nach.

© ddp Vergrößern Vor großen Aufräumarbeiten: Bauzaun vor der Zentrale der WestLB

Er wurde als Sanierer geholt und als Retter gefeiert. Thomas „Tommy“ Fischer, der Mann, der wie kein Zweiter in der deutschen Bankbranche polarisiert, sollte die WestLB aus ihrer schwersten Krise führen.

Nun ist Fischer gegangen, wenn auch nicht freiwillig. Er stolperte über Fehlspekulationen im Aktienhandel in Höhe von 240 Millionen Euro. Die Höhe nimmt sich bescheiden aus angesichts der neuen Gerüchte, gegen die sich die WestLB derzeit wehren muss: Die Tochtergesellschaft Brightwater Capital Management in New York wurde von der Krise an den amerikanischen Hypothekenmärkten heftig in Mitleidenschaft gezogen.

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Intrige aus den eigenen Reihen?

Nicht nur die fehlgeschlagenen Aktiengeschäfte haben Fischers Abgang erzwungen. Offenbar ist er auch Opfer einer Intrige geworden - und zwar aus den eigenen Reihen. Offenbar haben Vorstandskollegen gegen ihn opponiert unter Beteiligung von Fischers Stellvertreter Norbert Emmerich.

WestLB Logos © dpa Vergrößern Verwirrende Lage: Logo der WestLB in Glastür

Die Schwierigkeiten bei der WestLB könnten die Verluste aus dem Aktienhandel übersteigen - und zwar um einen viel größeren Betrag. Erinnerungen an den Fall der IKB werden wach. Denn die Konstruktion bei Brightwater sieht ähnlich aus wie bei der IKB Deutsche Industriebank, die wegen ihres Finanzvehikels Rhineland Funding an den Rand des Abgrunds geraten war. Nur ist die WestLB viel stärker engagiert: Rhineland Funding war mit 13 Milliarden Euro dabei, die 31 Beschäftigten von Brightwater verwalten 35 Milliarden Dollar - das sind umgerechnet rund 26 Milliarden Euro.

Die Situation lasse sich in keiner Weise mit der Schieflage der IKB vergleichen, reagierte die WestLB am Donnerstag, nachdem sie schon am Mittwoch mit diesen Gerüchten konfrontiert worden war. Die IKB war bei ihren Fehlspekulationen angesichts eines Eigenkapitals von 1,4 Milliarden Euro durch die Schieflage völlig überfordert. Ihr musste die staatliche Bank KfW mit einer Garantiezusage über 8,1 Milliarden Euro beispringen (siehe auch: KfW als staatlicher Feuerlöscher bei der IKB).

„Ein ziemlich großes Rad“

Auch die finanziellen Möglichkeiten der WestLB sind nicht unerschöpflich. Ihr Eigenkapital beläuft sich auf 6,8 Milliarden Euro. „Fischer hat ein ziemlich großes Rad bei der WestLB gedreht“, sagt ein Kenner aus dem Zinsgeschäft einer Bank in Frankfurt. Bei ihren Geschäften waren Investoren wie Brightwater oder Rhineland finanziell rasch überfordert. Möglich waren sie nur, weil sie Tochtergesellschaften großer Banken sind. Dennoch waren sie darauf angewiesen, dass weitere Banken ihnen Liquiditätsgarantien stellten. Diese Banken gaben - gegen Provision selbstverständlich - die Zusicherung, jederzeit, auch kurzfristig mit frischem Geld beizuspringen, wenn Brightwater oder Rhineland darauf angewiesen sein sollten.

Doch vielen Banken, die diese Garantien anboten, wurden diese Zusicherungen zuletzt zu heiß. „Die WestLB ist derzeit hektisch unterwegs, um zu verhindern, dass Brightwater Liquiditätszusagen wegbrechen“, hat ein Zinsspezialist in einer Frankfurter Bank beobachtet. Denn dies löste die Krise bei der IKB aus: nämlich dass die Deutsche Bank - aus gutem Grund - nicht mehr länger bereit war, die riskanten Geschäfte von Rhineland mitzutragen. Sie kündigte ihre Liquiditätszusage für die Finanzgesellschaft. Damit war das Schicksal dieser Finanzgesellschaft besiegelt.

Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt in den Kapitalmarktabteilungen der Banken. Welche Bank ist nach der IKB die nächste, die kippt? Wie solide sind die anderen? Bei der WestLB versucht man, die Sorgen in der Branche zu zerstreuen. Mehr als die Hälfte der 35 Milliarden Dollar bei Brightwater seien Kundengelder, sagt ein Sprecher der Bank.

Hohe Kursverluste

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