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„Westfälische Rundschau“ : Proteste gegen Schließung der „WR“-Redaktion

  • Aktualisiert am

Die Außenwerbung der Westfälischen Rundschau in Dortmund hinter einer roten Ampel Bild: dapd

Hunderte Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen die geplante Schließung der Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ protestiert.

          Mehr als 500 Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen die Schließung der Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ durch die WAZ Mediengruppe protestiert. Die Demonstranten trugen Schilder und Transparente mit Sprüchen wie „Die WAZ-Axt schlägt wieder zu!“ oder „WAZ-Gier kostet Meinungsvielfalt“. Die WAZ Mediengruppe hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sie die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ (WR) mit 120 Mitarbeitern wegen Millionenverlusten schließt. Die WR-Lokalteile werden ab Februar von anderen Zeitungen, darunter auch Konkurrenzverlagen, zugeliefert.

          Zur Demonstration am Dortmunder Redaktionshaus und in der Fußgängerzone hatten die Betroffenen gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband DJV und der Deutschen Journalisten-Union DJU aufgerufen. Die WR ist eine von vier NRW-Zeitungen der WAZ-Gruppe. „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ, „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ NRZ, „Westfalenpost“ WP und WR haben zusammen eine verkaufte Auflage von täglich 700 000.

          Dagegen: Eine Frau demonstriert in Dortmund gegen die Schließung der WR-Redaktion Bilderstrecke
          Dagegen: Eine Frau demonstriert in Dortmund gegen die Schließung der WR-Redaktion :

          Für die Protestaktion hatten sich die Teilnehmer mit Fahnen, Trillerpfeifen und Rasseln bestückt. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) sagte, er wolle „kein Geschnipsel“ als Zeitung lesen - „das ist nicht meine Vorstellung von Zeitung“. Eine Zeitung dürfe nicht wie „Zitronen und Blumenkohl auf dem Wochenmarkt“ gehandelt werden. NRW-Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) kritisierte die Schließung als Schlag gegen die Meinungsvielfalt.

          Die WAZ Mediengruppe hat angekündigt, dass für die entlassenen WR-Mitarbeiter ein Sozialplan mit Abfindungen gilt. Im Interesse des gesamten Unternehmens sehe man keine Möglichkeit, die WR-Redaktion zu erhalten. Die Lokalteile kommen künftig von der WAZ-eigenen WP sowie von den „Ruhr Nachrichten“ aus dem Dortmunder Medienhaus Lensing, vom „Hellweger Anzeiger“ in Unna und vom Märkischen Zeitungsverlag in Lüdenscheid, der zur Verlagsgruppe Ippen gehört.

          Die WAZ-Gruppe ist auch in Thüringen und Niedersachsen sowie in Österreich und Osteuropa aktiv. Außer Tageszeitungen bringt sie Illustrierte, Fachzeitschriften und Anzeigenblätter heraus und verbuchte 2011 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

          Quelle: LNW

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