Home
http://www.faz.net/-gqi-75vn1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

„Westfälische Rundschau“ Proteste gegen Schließung der „WR“-Redaktion

In Dormund haben am Samstag Hunderte in Dortmund gegen die geplante Schließung der Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ protestiert.

© dapd Vergrößern Die Außenwerbung der Westfälischen Rundschau in Dortmund hinter einer roten Ampel

Mehr als 500 Menschen haben am Samstag in Dortmund gegen die Schließung der Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ durch die WAZ Mediengruppe protestiert. Die Demonstranten trugen Schilder und Transparente mit Sprüchen wie „Die WAZ-Axt schlägt wieder zu!“ oder „WAZ-Gier kostet Meinungsvielfalt“. Die WAZ Mediengruppe hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sie die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ (WR) mit 120 Mitarbeitern wegen Millionenverlusten schließt. Die WR-Lokalteile werden ab Februar von anderen Zeitungen, darunter auch Konkurrenzverlagen, zugeliefert.

Zur Demonstration am Dortmunder Redaktionshaus und in der Fußgängerzone hatten die Betroffenen gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband DJV und der Deutschen Journalisten-Union DJU aufgerufen. Die WR ist eine von vier NRW-Zeitungen der WAZ-Gruppe. „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ WAZ, „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ NRZ, „Westfalenpost“ WP und WR haben zusammen eine verkaufte Auflage von täglich 700 000.

Kundgebung Westfälische Rundschau Dagegen: Eine Frau demonstriert in Dortmund gegen die Schließung der WR-Redaktion © dpa Bilderstrecke 

Für die Protestaktion hatten sich die Teilnehmer mit Fahnen, Trillerpfeifen und Rasseln bestückt. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) sagte, er wolle „kein Geschnipsel“ als Zeitung lesen - „das ist nicht meine Vorstellung von Zeitung“. Eine Zeitung dürfe nicht wie „Zitronen und Blumenkohl auf dem Wochenmarkt“ gehandelt werden. NRW-Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) kritisierte die Schließung als Schlag gegen die Meinungsvielfalt.

Die WAZ Mediengruppe hat angekündigt, dass für die entlassenen WR-Mitarbeiter ein Sozialplan mit Abfindungen gilt. Im Interesse des gesamten Unternehmens sehe man keine Möglichkeit, die WR-Redaktion zu erhalten. Die Lokalteile kommen künftig von der WAZ-eigenen WP sowie von den „Ruhr Nachrichten“ aus dem Dortmunder Medienhaus Lensing, vom „Hellweger Anzeiger“ in Unna und vom Märkischen Zeitungsverlag in Lüdenscheid, der zur Verlagsgruppe Ippen gehört.

Die WAZ-Gruppe ist auch in Thüringen und Niedersachsen sowie in Österreich und Osteuropa aktiv. Außer Tageszeitungen bringt sie Illustrierte, Fachzeitschriften und Anzeigenblätter heraus und verbuchte 2011 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema

Quelle: LNW

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Lokales soll gestärkt werden Hanauer Anzeiger will Mantelproduktion aufgeben

Hessens Zeitungsmarkt ist in Bewegung. Anteile an Redaktionen werden verkauft, Berichterstattungen ausgelagert. Vor allem die Lokalteile stehen im Mittelpunkt. Jüngstes Beispiel: Hanauer Anzeiger. Mehr

20.01.2015, 15:17 Uhr | Rhein-Main
Dortmunder Krise Klopp fordert großen Kampf

Borussia Dortmund ist im Abstiegskampf angekommen. Mit Abwarten und Tee trinken ist es nicht getan. Trainer Jürgen Klopp fordert großen Kampf mit einer herausragenden Einstellung. Mehr

04.12.2014, 09:02 Uhr | Sport
Protest gegen Karikaturen Unser Prophet, unsere Ehre!

In Iran, Pakistan und Afghanistan protestieren zehntausende Gläubige nach dem Freitagsgebet gegen Mohammed-Karikaturen in der Zeitschrift Charlie Hebdo. In Kabul fallen vor der französischen Botschaft Warnschüsse. Mehr

23.01.2015, 16:56 Uhr | Politik
Paris "Charlie Hebdo" zeigt Mohammed

Alles ist vergeben: Die Satirezeitung Charlie Hebdodruckt in ihrer ersten Ausgabe nach dem Anschlag auf ihre Redaktion eine Mohammed-Karikatur auf die Titelseite – weinend, in der Hand ein Schild mit der Aufschrift Je suis Charlie. Mehr

13.01.2015, 20:08 Uhr | Aktuell
Aktienkauf New York Times wird mexikanischer

Der Multimilliardär Carlos Slim Helú stockt seinen Anteil an dem Zeitungsverlag auf – und wird nun dessen größter Aktionär. Mehr Von Roland Lindner, New York

15.01.2015, 07:08 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.01.2013, 10:49 Uhr

Scheinstabilität in Riad

Von Markus Bickel

Saudi-Arabien steht am Wendepunkt: weiter sanfte Reformen oder reaktionäres Religions-Establishment? Deutschland sollte das zu denken geben. Das gilt vor allem für seine Rüstungsexporte. Mehr 16 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Was man bei Google verdienen kann

Google-Mitarbeiter in Amerika verdienen gut. Aber wie gut? Das zeigen nun Daten für 15 Schlüsselpositionen. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden