21.04.2006 · Der Betriebsrat von Volkswagen hat sich erstmals grundsätzlich bereit erklärt, über längere Arbeitszeiten in den westdeutschen Werken zu verhandeln. Über die nächsten Jahre soll VW schrittweise zur 35-Stunden-Woche zurückkehren.
Der Betriebsrat von Volkswagen hat sich erstmals grundsätzlich bereit erklärt, über längere Arbeitszeiten in den westdeutschen Werken zu verhandeln. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Betriebsratschef Bernd Osterloh am Freitag: „Wenn es um eine Verlängerung der Arbeitszeit gehen sollte, dann wird sich keiner von euch im Interesse der gemeinsamen Zukunftssicherung verschließen. Aber nicht ohne Gegenleistung, und schon gar nicht, wenn andere dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren.“
Nach den internen Vorstellungen des Vorstands soll Volkswagen über die nächsten Jahre schrittweise zur 35-Stunden-Woche zurückkehren. Dies ist Teil der Restrukturierungspläne, mit der die großen Ertragsprobleme bei der Marke VW gelöst werden sollen. Seit Anfang der neunziger Jahre wird in den westdeutschen VW-Werken an vier Tagen in der Woche 28,8 Stunden gearbeitet.
„In unser aller Interesse“
Die kurzen Arbeitszeiten tragen mit dazu bei, daß VW die höchsten Arbeitskosten je Stunde in der Automobilindustrie hat. Nach Analystenschätzungen würde ein Wechsel zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich Einsparungen von rund 1 Milliarden Euro bringen. Ohne Einzelheiten zu nennen, bereitet Osterloh seine Kollegen in dem Brief schon einmal auf Einschnitte vor: Bei den Maßnahmen, über die der Vorstand in Kürze konkret mit dem Betriebsrat verhandeln werde, werde die Interessenlage der Anteilseigner mit derjenigen der Arbeitnehmer „definitiv kollidieren“.
Aber aus dem „täglichen Erleben“ sei den Mitarbeitern klar, „daß bei Volkswagen auf jeden Fall etwas passieren muß“. Man wolle gemeinsam und „in unser aller Interesse“ die Zukunft dieses Unternehmens mitgestalten, ohne alte Fehler zu wiederholen oder einseitig zu Lasten der Beschäftigten zu handeln, schreibt Osterloh.
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