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Wertpapierverkauf Abu Dhabi verklagt Citigroup

16.12.2009 ·  Abu Dhabi fühlt sich von der amerikanischen Großbank hinters Licht geführt und verlangt nun milliardenschweren Schadenersatz. Das Emirat verlangt demnach die Annullierung eines früheren Geschäfts oder alternativ 4 Milliarden Dollar.

Von Roland Lindner
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Wenige Tage, nachdem das Emirat Abu Dhabi seinem angeschlagenen Nachbarn Dubai mit einer Finanzspritze von 10 Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen hat, versucht sich der dortige Staatsfonds, einer anderen milliardenschweren Verpflichtung zu entkommen. Die Abu Dhabi Investment Authority (Adia) hat in New York eine Klage gegen die Citigroup eingereicht und fordert darin die Auflösung einer Vereinbarung, wonach sie für 7,5 Milliarden Dollar Aktien der amerikanischen Bank kaufen muss. Falls das Abkommen aufrechterhalten wird, will Abu Dhabi 4 Milliarden Dollar Schadenersatz von der Citigroup.

Der Staatsfonds wirft der Bank „betrügerische Falschangaben“ vor, als die Vereinbarung im November 2007 geschlossen wurde. Die Citigroup bezeichnete die Vorwürfe aus Abu Dhabi als gegenstandslos und kündigte an, sich „energisch“ zu verteidigen.

Abu Dhabi hat bei seiner Investition in die Citigroup einen unglücklichen Zeitpunkt gewählt: Citigroup kämpfte im Herbst 2007 bereits mit den Auswirkungen der Immobilienkrise und musste Milliardenabschreibungen auf zweitklassige Hypotheken („Subprime“) hinnehmen. Die Bank suchte nach Investoren, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Der Staatsfonds aus Abu Dhabi erklärte sich bereit, 7,5 Milliarden Dollar in die Citigroup zu investieren. Dafür bekam Abu Dhabi Wertpapiere, die von März 2010 an für einen Preis von 31,83 bis 37,24 Dollar in Stammaktien der Bank umgewandelt werden müssen, sowie eine hohe Dividende von 11 Prozent auf die Investitionssumme. Der Aktienkurs der Citigroup lag zum damaligen Zeitpunkt um 33 Dollar, und Abu Dhabi äußerte damals seine Zuversicht, dass die Bank „Wert für die Aktionäre“ schaffen könne.

Stattdessen wurde die Citigroup im Jahr nach dem Abkommen mit Abu Dhabi mit voller Wucht von der Finanzkrise getroffen. Die Lage der Citigroup wurde so prekär, dass die Bank in mehreren Notaktionen mit Staatskrediten von insgesamt 45 Milliarden Dollar gestützt werden musste. Die amerikanische Regierung hält mittlerweile 34 Prozent an der Citigroup. Der Aktienkurs der Bank stürzte ab und rutschte in diesem Jahr sogar zwischenzeitlich unter die Marke von einem Dollar. Mittlerweile hat sich die Bank zwar wieder etwas stabilisiert und vor wenigen Tagen die Rückzahlung der Staatskredite angekündigt. Auch der Aktienkurs hat sich erholt und notiert derzeit um 3,50 Dollar. Das ist aber noch immer nur ein Bruchteil dessen, was Abu Dhabi vom März nächsten Jahres der Vereinbarung zufolge bezahlen müsste.

Experten zufolge wird es das Emirat nicht leicht haben, seine unglückliche Investition auf ein Fehlverhalten der Citigroup zurückzuführen. Andere Investoren hatten mit Engagements bei der Citigroup mehr Glück: So hat der Golfstaat Kuwait im vergangenen Jahr 3 Milliarden Dollar in die Citigroup investiert. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Staatsfonds Kuwait Investment Authority an, seinen Anteil mit einem Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar verkauft zu haben.

Unterdessen berichtete die „New York Times“, dass die amerikanische Regierung womöglich selbst dazu beigetragen hat, der Citigroup die Loslösung von der staatlichen Überwachung und die Rückzahlung der Kredite zu ermöglichen. So habe die Steuerbehörde IRS in der vergangenen Woche eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die es der Citigroup ermöglicht hat, Steuervergünstigungen von 38 Milliarden Dollar zu behalten.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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