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Wenig Verkehr Deutscher Bahn droht hoher Verlust

01.10.2009 ·  Im vergangenen Jahr konnte die Bahn noch einen Rekordgewinn feiern. Doch die Krise macht der Bahn vor allem im Güterverkehr zu schaffen. Jetzt hat der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube seine Führungskräfte unterrichtet: In diesem Jahr könnte der Verlust bis zu 500 Millionen Euro betragen.

Von Kerstin Schwenn
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Die Deutsche Bahn steuert nach dem Rekordgewinn 2008 in diesem Jahr auf einen hohen Verlust zu, der bis zu 500 Millionen Euro betragen könnte. Die Umsatzerlöse des Konzerns lagen in den ersten acht Monaten um 3,2 Milliarden Euro (14,5 Prozent) unter dem Vorjahreswert von knapp 19 Milliarden Euro. Darüber hat der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube jetzt seine Führungskräfte unterrichtet.

Der andauernde Nachfragerückgang als Folge der Konjunkturkrise spiegele sich am deutlichsten in der Logistik und bei der Güterbahn wider, die einen Umsatzrückgang von mehr als 25 Prozent verzeichneten, heißt es in einem Papier, das der F.A.Z. vorliegt. In der Logistik musste der Konzern von Januar bis August ein Umsatzminus um 2,5 Milliarden Euro und bei der Güterbahn um 857 Millionen Euro verkraften. Außerdem wirkten sich Umsatzeinbußen im Netz (um 94 Millionen Euro) und Fernverkehr (um 65 Millionen Euro) aus.

Hohe Zinsbelastung wegen hoher Schulden

Dem Umsatzrückgang stehen beim Aufwand für Material und Personal wegen der hohen Fixkosten kaum Einsparungen gegenüber. Das Umsatzminus schlägt somit fast ungebremst auf das Ergebnis durch. Da sich derzeit in der Transportbranche keine Erholung abzeichnet, droht der Überschuss des vorigen Jahres von knapp 2,6 Milliarden Euro (bei 33,4 Milliarden Euro Umsatz) aufgezehrt zu werden.

Grube bezifferte die Zinsbelastung kürzlich auf 700 Millionen Euro, sie würde eine „operative Null“ in einen hohen Verlust verwandeln. Die Schulden der Bahn belaufen sich derzeit auf 15,3 Milliarden Euro.

Ein kleines Plus im Regionalverkehr

Allein der Regionalverkehr kann den Abwärtstrend des Konzerns etwas mildern. Hier ergab sich in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahr ein geringfügiges Umsatzplus um 0,4 Prozent. In Streckenausschreibungen ist die Bahn derzeit erfolgreicher als in früheren Jahren, vor allem weil die Konkurrenten in der Wirtschaftskrise Schwierigkeiten mit der Fahrzeugfinanzierung haben und sich an einigen Ausschreibungen erst gar nicht beteiligen.

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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