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Veröffentlicht: 12.11.2013, 12:49 Uhr

Welt-Energiebericht Amerika wird größter Erdölproduzent der Welt

Der neue Welt-Energiebericht zeigt, wie sich die Gewichte auf den Energiemärkten verschieben. Amerika wird schon im Jahr 2015 die Rolle des größten Erdölproduzenten der Welt übernehmen. Der Umbruch könnte Europa und Japan hart treffen.

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© dpa Eine Ölbohrplattform in Pennsylvania, bei der nach der Fracking-Methode Öl gefördert wird.

Der Hunger nach Energie bleibt vor allem in Asien groß: Bis zum Jahr 2035 wird die Energienachfrage auf der Welt gegenüber dem heutigen Stand deshalb um ein Drittel steigen. Vor allem in Indien und Ländern in Südostasien wird die Nachfrage in der zweiten Hälfte dieser Zeitspanne erheblich steigen, China wird in dieser Dynamik dann nicht mithalten. Indien wird China deshalb als größtes Nachfrageland nach 2020 ablösen. Das geht aus der jüngsten Ausgabe des Weltenergiereports hervor, der am Dienstag von der Internationalen Energieagentur (IEA) in London vorgelegt worden ist.

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Dabei wird die Weltwirtschaft auch in den nächsten Jahrzehnten weiter auf das Öl aus dem Nahen Osten angewiesen sein – allerdings wird sich der Energiemarkt durch die Nachfrageverscheibung nach Asien und die Gewinnung von Öl und Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten durch das sogenannte Fracking vor allem in den Vereinigten Staaten erheblich verändern. So werden die Vereinigten Staaten schon im Jahr 2015 die Rolle des größten Erdölproduzenten der Welt übernehmen, sagte der IEA-Chefökonom Fatih Birol. „Viele der langjährigen Grundsätze des Energiesektors müssen neu geschrieben werden“, stellt die IEA fest.

Für 2035 sagt die IEA einen Ölpreis von 128 Dollar pro Barrel  voraus, nachdem sie im vergangenen Jahr noch von 125 Dollar  inflationsbereinigt ausgegangen war. In diesem Jahr liegt der Preis durchschnittlich bei rund 100 Dollar. So wird ab Mitte der 2020er Jahre auch der Nahe Osten wieder seine Rolle als der Schlüssellieferant zusätzlichen Öls übernehmen, ist die IEA-überzeugt. Zugleich wird er der Nahe Osten künftig auch selbst einen sehr viel höheren Energiebedarf haben - im Jahr 2020 wird die Region zum zweitgrößten Gasverbraucher der Welt, bis 2030 zum drittgrößten Ölverbraucher der Welt.

Infografik / So wächst die Energienachfrage der Welt © F.A.Z. Vergrößern

Ein anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die Industriestaaten der OECD: Hier wird die Nachfrage nach Energie kaum noch steigen – und bis zum Jahr 2035 im Gesamtvolumen weniger als die Hälfte der übrigen Länder erreichen. Und „in einigen Regionen wirft der rasche Ausbau von Wind-und Solarkraft grundlegende Fragen über die Gestaltung der Strommärkte und ihre Fähigkeit auf, angemessene Investitionen und langfristige Zuverlässigkeit zu gewährleisten“, schreibt die Energieagentur.

In der Folge wird der Umbruch am Energiemarkt Europa und in Japan hart treffen: Der Exportanteil aus Europa und Japan bei Gütern, die mit hohem Energieaufwand hergestellt werden, könnte um insgesamt ein Drittel zurückgehen. So lägen die Preise für Naturgas in den Vereinigten Staaten bei einem Drittel der EU-Importpreise und bei einem Fünftel der Preise in Japan. Der Preisunterschied wird in den kommenden Jahrzehnten zwar sinken, aber in der gesamten Zeit signifikant bleiben.

Infografik / Europa exportiert immer weniger energieintensive Güter © F.A.Z. Vergrößern

Unterschiedliche Energiepreise würden die Entscheidungen von Investoren beeinflussen, hebt die IEA hervor – und entsprechend zu Verlagerungen von Produktion führen: Dabei sind die Energiekosten vor allem für die Produktion von Chemikalien, Aluminium, Zement, Eisen und Stahl, Papier, Glas und Raffinerieprodukten von Bedeutung.

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Viel zu wenig genutzt werden nach Meinung der IEA die Möglichkeiten, mit Energie effizienter umzugehen, zudem würden fossile Brennstoffe auf der Welt zu stark und erneuerbare Energien nicht intelligent genug subventioniert. Deshalb werden auch die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2035 um 20 Prozent steigen. Damit bleibe die Welt deutlich hinter den vereinbarten Klimaschutzzielen zurück.

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