23.11.2010 · Wer noch der romantischen Vorstellung anhängt, Weihnachtsgeschenke seien etwas ganz Persönliches, kennt die Marktforschung schlecht. Firmen wie die Nürnberger GfK durchleuchten die Deutschen bis zur letzten gekauften Krawatte. Die Ergebnisse hauen einen nicht immer vom Stuhl. Manches aber ist aufschlussreich.
Von Thiemo HeegWer noch der romantischen Vorstellung anhängt, Weihnachtsgeschenke seien etwas ganz Persönliches, kennt die Marktforschung schlecht. Firmen wie die Nürnberger GfK durchleuchten die Deutschen bis zur letzten gekauften Krawatte. Die Ergebnisse hauen einen nicht immer vom Stuhl: „Wer viel verdient, plant große Geschenke, wer weniger hat, ist erwartungsgemäß bescheidener“, lautet eine Erkenntnis der GfK-Studie „Weihnachtsgeschenke 2010“, für die 4174 Personen befragt wurden.
Andere Resultate hingegen sind durchaus aufschlussreich. „Rund 93 Prozent der Deutschen beabsichtigen, für durchschnittlich 245 Euro Weihnachtsgeschenke zu kaufen“ – so bringen es die Marktforscher auf den Punkt. Mithin sind rund 7 Prozent der Bevölkerung „Geschenkemuffel“, und zwar deutlich mehr Männer (10 Prozent) als Frauen (5 Prozent). Menschen in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1500 Euro im Monat planen im Schnitt 146 Euro für Geschenke ein. Liegt das monatliche Nettoeinkommen bei mehr als 3500 Euro, steigt der Wert der geplanten Geschenke auf durchschnittlich 366 Euro.
Die Ostdeutschen, die über ein im Schnitt geringeres Nettoeinkommen verfügen, wollen mit 224 Euro weniger ausgeben als die Westdeutschen (251 Euro). Dabei bevorzugen sie auch andere Geschenkarten als die Bewohner der alten Länder. Lebensmittel und Getränke wollen im Osten 38 Prozent der Befragten verschenken, im Westen sind es nur 23 Prozent.
„Basteln ist Frauensache“
Die generell beliebtesten Geschenke der Deutschen, egal ob Ost oder West, füttern aber nicht den Magen, sondern den Kopf. Rund 40 Prozent wollen Familie und Freunde mit neuem Lesestoff versorgen (siehe Grafik). Vor allem Frauen setzen auf das Buch (45 Prozent), markant weniger die Männer (34 Prozent).
Den zweiten Rang in der Beliebtheitsskala belegen Kleidung und Accessoires. Noch vor Lebensmitteln liegen Spielwaren auf Platz drei. Sie stehen bei einem Drittel aller Deutschen auf der Einkaufsliste für das Fest.
Insgesamt kann der Handel nach Berechnung der GfK mit einem Geschenkeumsatz von 14 Milliarden Euro rechnen. Auf Bekleidung/Accessoires entfallen dabei 1,74 Milliarden Euro, auf Spielwaren 1,57 Milliarden Euro, auf Bücher 1 Milliarde Euro, auf Lebensmittel 650 Millionen Euro, auf Schmuck und Uhren 640 Millionen Euro. Wer Gutscheine oder schlicht Bargeld schenkt, gibt dafür im Schnitt 183 Euro aus.
Origineller ist das selbstgebastelte Geschenk. Allerdings gilt laut GfK: „Basteln ist Frauensache.“ Während jede dritte Frau entsprechend aktiv wird, sind es gerade mal 13 Prozent der Männer.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.367,15 | −0,12% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2396 | +0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 103,14 $ | −0,11% |
| Gold | 1.540,00 $ | 0,00% |
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