Home
http://www.faz.net/-gqi-11ept
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wegen Steuerärgers? Milliardär Würth will Österreicher werden

18.12.2008 ·  Liegt es am Ärger mit den Steuerbehörden? Der Schraubenmilliardär Reinhold Würth will Österreicher werden. Dies bestätigte sein Unternehmen, ohne Angaben zu den Gründen zu machen. Seine deutsche Staatsbürgerschaft will der 73 Jahre alte Schwabe jedoch behalten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (14)

Der Unternehmer Reinhold Würth bemüht sich um die österreichische Staatsbürgerschaft. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Demnach prüfen die österreichischen Behörden derzeit einen Antrag Würths auf Erteilung der Staatsbürgerschaft. Seine deutsche Staatsangehörigkeit wolle der 73-jährige Unternehmer dennoch behalten. Das zuständige Innenministerium in Wien lehnte dem Blatt zufolge Auskünfte zu dem Fall des Prominenten ab.

Eine Sprecherin von Würth bestätigte dem Blatt die Pläne des Firmengründers: „In der Europäischen Union ist die Zugehörigkeit zu zwei Staatsbürgerschaften nichts Ungewöhnliches.“ Für eine doppelte Staatsbürgerschaft brauche der Betreffende jedoch eine Ausnahmegenehmigung der Behörden. In einem vertraulichen Schreiben an die Regierung in Wien, das den „Stuttgarter Nachrichten“ vorliegt, hat der Schraubenmilliardär die Absicht erklärt, seinen Wohnsitz nach Salzburg zu verlegen.

Keine Angabe zu den Hintergründen

Zu den Hintergründen für den Staatsbürgerschaftsantrag wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Zuletzt war mehrfach spekuliert worden, der Firmen-Patriarch wolle Baden-Württemberg verlassen. Als mögliche Gründe wurden seine Unzufriedenheit mit der deutschen Steuerpolitik und seine Verärgerung über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung genannt. Im Sommer war die Akte gegen Zahlung eines Strafbefehls in Millionenhöhe geschlossen worden. Würth gilt seitdem als vorbestraft.

Die Firmengruppe beschäftigt weltweit 65.000 Menschen und hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 8,49 Milliarden Euro erzielt. Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Würth-Gruppe ihre Auslandsaktivitäten künftig komplett aus Rorschach (Schweiz) steuert. Der Stammsitz in Künzelsau wird nur noch für das Inlandsgeschäft zuständig sein.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 12 19

30.05.2012 12:26 Uhr
  Vortag
Dax 6.321,06 −1,18%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.378,59 −1,12%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2440 −0,39%
Rohöl Brent Crude 105,13 $ −1,61%
Gold 1.579,50 $ 0,00%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.