Home
http://www.faz.net/-gqi-757mj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Wegen Funden aus der letzten Durchsuchung Neue Razzia bei der Deutschen Bank

Dieses Mal geht es um den Streit mit Leo Kirch: Eine Woche nach der letzten Razzia haben wieder Staatsanwälte die Büros der Deutschen Bank durchsucht. Die Bankmitarbeiter, die noch in Untersuchungshaft waren, sollen heute entlassen werden.

© dapd Vergrößern Bewölkter Himmel über der Deutschen Bank.

Neue Woche, neue Razzia: Abermals haben Strafverfolger Büros der Deutschen Bank durchsucht. Eine Woche nach der Frankfurter Staatsanwaltschaft haben nun die Münchener Strafverfolger die Zentrale des größten deutschen Geldhauses durchsucht.

Dabei geht es um den bereits seit mehr als einem Jahr bekannten Vorwurf des Prozessbetrugs gegen ehemalige Vorstände des Instituts - im Rahmen des Rechtsstreits mit der Familie des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch. Das Oberlandesgericht München hatte die Bank Ende vergangener Woche im Kirch-Verfahren grundsätzlich zu Schadenersatz verurteilt. Die Höhe soll in einem Gutachten ermittelt werden.

Diesmal keine Festnahmen

Die Kirch-Erben werfen dem Institut vor, für den Zusammenbruch des Medienimperiums vor zehn Jahren verantwortlich zu sein. Ex-Chef Breuer hatte damals in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert. Seither überzieht die Familie die Bank mit Klagen. Daneben muss sich das Institut weltweit mit Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Experten erwarten deswegen Sonderlasten in Milliardenhöhe.

Die Beamten hätten Materialien beschlagnahmt, aber keine Personen festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die Bank bestätigte die Durchsuchungsaktion. Sie wies den Vorwurf, der sich unter anderem gegen die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer und Josef Ackermann richtet, abermals zurück.

Durchsuchung kleiner als die vorige

Beobachtern zufolge war diese Durchsuchung deutlich kleiner als vor einer Woche, als rund 500 Polizisten Gebäude der Bank filzten. Da ging es um den Vorwurf des Steuerbetrugs im Zusammenhang mit dem Handel von CO2-Verschmutzungsrechten. Fünf Mitarbeiter der Bank wurden festgenommen, wovon drei derzeit noch in Haft sind. Sie sollten im Lauf des Tages entlassen werden, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittig. Der Haftgrund der Verdunklungsgefahr sei entfallen.

Das könnte bedeuten, dass die Ermittler alle Beweise gesichert haben. Denkbar ist auch eine umfassende Aussage des Beschuldigten. Ursprünglich waren gegen fünf Mitarbeiter des Instituts Haftbefehle wegen des Verdachts der Geldwäsche beziehungsweise der versuchten Strafvereitelung ergangen. Zudem wird in dem Zusammenhang gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

Mehr zum Thema

Bei dieser Durchsuchung ging es um den seit zehn Jahren laufenden Prozess der Kirch-Familie gegen die Deutsche Bank. Die Staatsanwaltschaft wirft vier ehemaligen Vorständen der Bank vor, in dem Prozess die Unwahrheit gesagt zu haben. In den vergangenen Wochen seien neue Erkenntnisse aufgetaucht, die zu der Durchsuchung geführt hätten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hing die Razzia mit der vor einer Woche zusammen. Damals seien Unterlagen beschlagnahmt worden, die auch für den Prozessbetrugsfall bedeutsam seien, meldete das Blatt.

Quelle: FAZ.net / Reuters, dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutsche Bank Zulassung der Fitschen-Anklage steht noch aus

Noch hat das Landgericht in München nicht entschieden, ob es die Klage gegen Jürgen Fitschen, den Co-Chef der Deutschen Bank, zulässt. Doch hat der zuständige Richter schon einmal Termine für die Verhandlungen festgelegt. Mehr

26.02.2015, 18:27 Uhr | Wirtschaft
Razzien in Leipzig BKA stellt tonnenweise Crystal-Grundstoff sicher

Deutschen und tschechischen Fahndern ist ein Schlag gegen einen internationalen Rauschgifthändlerring gelungen. Nach mehrmonatigen Ermittlungen seien bei Razzien in Leipzig 2,9 Tonnen der Chemikalie Chlorephedrin sichergestellt worden, teilte das BKA mit. Mehr

13.11.2014, 17:41 Uhr | Gesellschaft
Swiss Leaks Razzia bei HSBC in Genf

Die Genfer Niederlassung der britischen Großbank HSBC soll jahrelang Schwarzgeld für Steuerhinterzieher und andere Kriminelle gehortet haben. Nun ermittelt die Justiz. Mehr

18.02.2015, 10:37 Uhr | Wirtschaft
Operation Onymos Online-Drogenhandel aufgeflogen

Bei der Operation Onymos sind internationale Ermittler gegen illegale Plattformen für Rauschgifthandel im Internet vorgegangen. Im sogenannten Darknet sind einige Drogen beschlagnahmt worden. Mehr

11.11.2014, 16:52 Uhr | Gesellschaft
Bankenstrafen-Ticker Morgan Stanley zahlt Milliardenstrafe für windige Hypothekendeals

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Nun kommt die Beilegung eines Hypothekenstreits Morgan Stanley teuer zu stehen. Mehr

26.02.2015, 08:54 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.12.2012, 15:55 Uhr

Finanzinvestoren werden bescheidener

Von Klaus Max Smolka

Einst als „Heuschrecken“ geschmäht, tun die Beteiligungsprofis heute alles, um nützlich zu wirken. Mehr 1 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Milliardenschwere Startups

Ein Startup, das eine Milliarde Dollar wert ist - ist das noch eine Besonderheit? Scheint nicht so. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden