Home
http://www.faz.net/-gqi-76cg2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Wegen des Zinsskandals Deutsche Bank entlässt Händler

Immer noch prüfen Aufsichtsbehörden und Banken, wie wichtige Referenzzinssätze im Rahmen der Finanzkrise manipuliert worden sind. Die Deutsche Bank hat nun fünf weitere Händler entlassen.

© AFP Vergrößern In Grau: Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat im Skandal um Zinsmanipulationen weitere fünf Geldmarkthändler beurlaubt. Zu entsprechenden Informationen aus Finanzkreisen erklärte ein Sprecher der Bank am Mittwoch, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten habe. Diese seien suspendiert oder entlassen worden und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten worden. Die Deutsche Bank wird nach seinen Worten ähnlich durchgreifen, sollte in den laufenden Untersuchungen ein Fehlverhalten weiterer Mitarbeiter festgestellt werden.

Markus Frühauf Folgen:    

Derzeit läuft bei der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Affäre um Absprachen bei Interbankenzinsen wie Libor oder Euribor eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Diese ist noch nicht abgeschlossen. Mit Ergebnissen ist im März zu rechnen. In der Vergangenheit mussten in der Zinsaffäre schon zwei Händler gehen.

Insgesamt sieben Händler im Verdacht

Damit hat das größte deutsche Geldhaus im Skandal um die Manipulation von Zinsen nun insgesamt sieben Händler im Verdacht. Zwei waren zuvor bereits entlassen worden. Auf der ganzen Welt wird gegen mehr als ein Dutzend Geldhäuser ermittelt. Die Royal Bank of Scotland muss wegen der Affäre mehr als 600 Millionen Dollar zahlen, wie das teilverstaatlichte Institut am Mittwoch bekanntgab.

Vor Wochen wurde bekannt, dass dem früher im Geldmarkthandel tätigen und mittlerweile entlassenen Händler Christian Bittar noch ausstehende Boni von 40 Millionen Euro gestrichen wurden. Für den Geldmarkthandel war Co-Vorstandsvorsitzender Anshu Jain als früherer Chef des Investmentbankings verantwortlich. Die Bank verweist auf eine interne Untersuchung vom Juli 2012, wonach kein Vorstandsmitglied in die Zinsaffäre verwickelt gewesen sei.

Einer Pflichtmeldung vom Mittwoch zufolge haben die beiden Leiter des Investmentbankings, Robert Rankin und Colin Fan, Aktien für insgesamt 5,4 Millionen Euro verkauft. Beide gehören dem erweiterten Führungsgremium (GEC) unterhalb des Vorstands an. Rankin verkaufte am Dienstag 97000 Deutsche-Bank-Aktien für 3,6 Millionen Euro. Am Montag veräußerte Fan 48304 Titel für 1,8 Millionen Euro. Seit Anfang der Woche hat der Aktienkurs der Deutschen Bank um 3,6 Prozent auf 37 Euro nachgegeben.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutsche Bank Der Kulturwandel wird zum Kulturkampf

Die Deutsche Bank muss sich neu aufstellen. Das reißt alte Gräben auf. Im Vorstand stehen sich der Co-Vorsitzende Jain und Privatkundenchef Neske gegenüber. Mehr Von Markus Frühauf

20.12.2014, 10:28 Uhr | Wirtschaft
Obsterzeuger spüren Russland-Sanktionen

Die deutschen Landwirte spüren die Einfuhrverbote Russlands für westliche Agrar-Erzeugnisse. Die hiesigen Bauern exportierten vergangenes Jahr Obst und Gemüse im Wert von rund 60 Millionen Euro nach Russland. Mehr

19.08.2014, 15:01 Uhr | Wirtschaft
Keine Tabus Deutsche Bank prüft Verkauf der Postbank

Die Deutsche Bank prüft ihre Strategie ohne Denkverbote. Ihr Aktienkurs entspricht schon lange nicht mehr den Erwartungen. Selbst ein Verkauf der Postbank gilt nicht mehr als Tabu. Mehr Von Markus Frühauf

18.12.2014, 17:13 Uhr | Wirtschaft
Merkel kündigt Millionenhilfe für die Ukraine an

Die Bundeskanzlerin nannte bei einem Treffen mit Präsident Poroschenko in Kiew einen Garantierahmen von 500 Millionen Euro. Mehr

23.08.2014, 17:28 Uhr | Politik
Amerika Commerzbank droht Milliardenstrafe

Es geht um Missachtung von Sanktionen und Geldwäsche. Nun stehen Commerzbank und Amerikas Behörden kurz vor einem außergerichtlichen Vergleich. Die Bank würde damit gleich zwei Vorwürfe vom Tisch wischen. Mehr Von Norbert Kuls, New York

12.12.2014, 06:03 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.02.2013, 15:39 Uhr

Der Dauerstreik

Von Carsten Knop

Die Amazon-Mitarbeiter streiken, nur kaum jemand merkt es. Doch in den Versandzentren tut sich was. Mehr 2 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden