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Wegen des Zinsskandals : Deutsche Bank entlässt Händler

In Grau: Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: AFP

Immer noch prüfen Aufsichtsbehörden und Banken, wie wichtige Referenzzinssätze im Rahmen der Finanzkrise manipuliert worden sind. Die Deutsche Bank hat nun fünf weitere Händler entlassen.

          Die Deutsche Bank hat im Skandal um Zinsmanipulationen weitere fünf Geldmarkthändler beurlaubt. Zu entsprechenden Informationen aus Finanzkreisen erklärte ein Sprecher der Bank am Mittwoch, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten habe. Diese seien suspendiert oder entlassen worden und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten worden. Die Deutsche Bank wird nach seinen Worten ähnlich durchgreifen, sollte in den laufenden Untersuchungen ein Fehlverhalten weiterer Mitarbeiter festgestellt werden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Derzeit läuft bei der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Affäre um Absprachen bei Interbankenzinsen wie Libor oder Euribor eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Diese ist noch nicht abgeschlossen. Mit Ergebnissen ist im März zu rechnen. In der Vergangenheit mussten in der Zinsaffäre schon zwei Händler gehen.

          Insgesamt sieben Händler im Verdacht

          Damit hat das größte deutsche Geldhaus im Skandal um die Manipulation von Zinsen nun insgesamt sieben Händler im Verdacht. Zwei waren zuvor bereits entlassen worden. Auf der ganzen Welt wird gegen mehr als ein Dutzend Geldhäuser ermittelt. Die Royal Bank of Scotland muss wegen der Affäre mehr als 600 Millionen Dollar zahlen, wie das teilverstaatlichte Institut am Mittwoch bekanntgab.

          Vor Wochen wurde bekannt, dass dem früher im Geldmarkthandel tätigen und mittlerweile entlassenen Händler Christian Bittar noch ausstehende Boni von 40 Millionen Euro gestrichen wurden. Für den Geldmarkthandel war Co-Vorstandsvorsitzender Anshu Jain als früherer Chef des Investmentbankings verantwortlich. Die Bank verweist auf eine interne Untersuchung vom Juli 2012, wonach kein Vorstandsmitglied in die Zinsaffäre verwickelt gewesen sei.

          Einer Pflichtmeldung vom Mittwoch zufolge haben die beiden Leiter des Investmentbankings, Robert Rankin und Colin Fan, Aktien für insgesamt 5,4 Millionen Euro verkauft. Beide gehören dem erweiterten Führungsgremium (GEC) unterhalb des Vorstands an. Rankin verkaufte am Dienstag 97000 Deutsche-Bank-Aktien für 3,6 Millionen Euro. Am Montag veräußerte Fan 48304 Titel für 1,8 Millionen Euro. Seit Anfang der Woche hat der Aktienkurs der Deutschen Bank um 3,6 Prozent auf 37 Euro nachgegeben.

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