http://www.faz.net/-gqe-76cg2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 06.02.2013, 15:39 Uhr

Wegen des Zinsskandals Deutsche Bank entlässt Händler

Immer noch prüfen Aufsichtsbehörden und Banken, wie wichtige Referenzzinssätze im Rahmen der Finanzkrise manipuliert worden sind. Die Deutsche Bank hat nun fünf weitere Händler entlassen.

von
© AFP In Grau: Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat im Skandal um Zinsmanipulationen weitere fünf Geldmarkthändler beurlaubt. Zu entsprechenden Informationen aus Finanzkreisen erklärte ein Sprecher der Bank am Mittwoch, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten habe. Diese seien suspendiert oder entlassen worden und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten worden. Die Deutsche Bank wird nach seinen Worten ähnlich durchgreifen, sollte in den laufenden Untersuchungen ein Fehlverhalten weiterer Mitarbeiter festgestellt werden.

Markus Frühauf Folgen:

Derzeit läuft bei der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Affäre um Absprachen bei Interbankenzinsen wie Libor oder Euribor eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Diese ist noch nicht abgeschlossen. Mit Ergebnissen ist im März zu rechnen. In der Vergangenheit mussten in der Zinsaffäre schon zwei Händler gehen.

Insgesamt sieben Händler im Verdacht

Damit hat das größte deutsche Geldhaus im Skandal um die Manipulation von Zinsen nun insgesamt sieben Händler im Verdacht. Zwei waren zuvor bereits entlassen worden. Auf der ganzen Welt wird gegen mehr als ein Dutzend Geldhäuser ermittelt. Die Royal Bank of Scotland muss wegen der Affäre mehr als 600 Millionen Dollar zahlen, wie das teilverstaatlichte Institut am Mittwoch bekanntgab.

Vor Wochen wurde bekannt, dass dem früher im Geldmarkthandel tätigen und mittlerweile entlassenen Händler Christian Bittar noch ausstehende Boni von 40 Millionen Euro gestrichen wurden. Für den Geldmarkthandel war Co-Vorstandsvorsitzender Anshu Jain als früherer Chef des Investmentbankings verantwortlich. Die Bank verweist auf eine interne Untersuchung vom Juli 2012, wonach kein Vorstandsmitglied in die Zinsaffäre verwickelt gewesen sei.

Einer Pflichtmeldung vom Mittwoch zufolge haben die beiden Leiter des Investmentbankings, Robert Rankin und Colin Fan, Aktien für insgesamt 5,4 Millionen Euro verkauft. Beide gehören dem erweiterten Führungsgremium (GEC) unterhalb des Vorstands an. Rankin verkaufte am Dienstag 97000 Deutsche-Bank-Aktien für 3,6 Millionen Euro. Am Montag veräußerte Fan 48304 Titel für 1,8 Millionen Euro. Seit Anfang der Woche hat der Aktienkurs der Deutschen Bank um 3,6 Prozent auf 37 Euro nachgegeben.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Volkswagens Steuerzahlungen Der Abgas-Skandal hat jetzt auch diese Folge

Bürger in ganz Deutschland merken den Abgas-Skandal des Autokonzerns Volkswagen im eigenen Geldbeutel. Eine Umfrage. Mehr

29.08.2016, 07:44 Uhr | Wirtschaft
Pegasus Schadsoftware bedroht Millionen iOS-Geräte

Eigentlich gelten Apple-Produkte als sicher. Doch vor Kurzem wurde eine Schadsoftware entdeckt, die Hackern vollen Zugriff auf alle Daten ermöglicht. Die Schadsoftware mit dem Namen Pegasus kann auf das Gerät gelangen, wenn Nutzer im Safari-Browser einen präparierten Link anklicken. Am Freitag veröffentlicht Apple ein Update, das die Sicherheitslücke schließen soll. Mehr

28.08.2016, 15:57 Uhr | Wirtschaft
Folgen des VW-Abgas-Skandals Wolfsburg erhöht Hundesteuer

Deutschlands größter privater Arbeitgeber ist auch ein wichtiger Steuerzahler. Das merken Städte nicht nur in Niedersachsen. Hier kommen einige Beispiele. Mehr

29.08.2016, 10:57 Uhr | Wirtschaft
Kurz erklärt Tagesgeld wechseln – Lohnt sich das?

Die Tagesgeld-Zinsen sinken immer weiter. Nur wenige Banken bieten noch ein bisschen Zins. Wie viel bringt der Wechsel? Mehr Von Kerstin Papon und Reinhard Weber

30.08.2016, 16:48 Uhr | Finanzen
Aufnahme im EuroStoxx Die Adelung der Adidas-Aktie steht unmittelbar bevor

Der Herzogenauracher Sportkonzern könnte ab Mitte September im Leitindex der Eurozone gelistet sein. Aber nicht nur Aktionäre der bekannten Drei Streifen dürfen sich freuen. Mehr

30.08.2016, 10:07 Uhr | Finanzen

Der Commerzbank-Kauf ist ein Luftschloss

Von Gerald Braunberger

Auf dem Papier mag die Übernahme der Commerzbank für die Deutsche Bank reizvoll sein. Realistisch ist das derzeit aber überhaupt nicht. Ein Kommentar. Mehr 1

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden