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Wasserpfeifen-Boom : Das Geschäft der Shisha-Bars floriert

Immer bunter und vielfältiger wird das Angebot an Wasserpfeifen. Bild: Picture-Alliance

Wasserpfeifen liegen im Trend. Die Zahl der Shisha-Bars steigt, und im Hintergrund etablieren sich spezialisierte Zulieferer. Doch die Branche kämpft mit einem zweifelhaften Ruf.

          Was haben Maßkrüge mit Wasserpfeifen zu tun? Bei Frank Kleespies zumindest eine ganze Menge. Der 48 Jahre alte Maschinenschlosser verkauft in seiner Gelnhäuser „Shisha-Manufaktur“ die „ShishaBavaria“ – einen zur Wasserpfeife umfunktionierten Bierkrug mit aufgedrucktem bayerischen Muster. Der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne kommt bei der Kundschaft von Kleespies gut an. „Vor allem junge Leute finden das klasse und nehmen die ShishaBavaria auch gern mal mit auf das Oktoberfest“, sagt der Händler. Nicht von ungefähr hat er den Namen seines Produkts beizeiten schützen lassen.

          Kleespies’ ausgefallene Idee zeigt, wie sich die Branche binnen weniger Jahre radikal verändert hat. „Die ersten Shishas, mit denen in Deutschland gehandelt wurde, waren Ausstellungsstücke aus dem Antik-Handel“, erinnert sich der Geschäftsmann. Anfangs seien die meisten Wasserpfeifen noch aus Blech gewesen, heute gebe es hochwertige Edelstahlprodukte, die zwischen 180 und 500 Euro kosteten. Ein Besuch in der Manufaktur in Gelnhausen zeigt, dass die Produktpalette bunter geworden ist.

          Mittlerweile gibt es sogar E-Shishas und die dazu passenden E-Liquids – also jene Flüssigkeiten, die beim Konsum von E-Shishas verdampft werden – in unzähligen Aromasorten. Neben Eigenprodukten wie der ShishaBavaria oder der Shisha „Nordwind“ aus Glas verkauft Kleespies auch noch Wasserpfeifen traditioneller Hersteller weiter. Darunter sind bekannte Namen wie Amy, Nargilem oder Aladin aus Wiesbaden zu finden.

          Shisha - Made in Germany

          Die Einzelteile für seine selbstentworfenen Produkte lässt Kleespies von kleineren Zuliefererfirmen herstellen. Mit drei Glasbläsereien, einem Schlauchhersteller, einem Korkhersteller sowie zwei Drehereien arbeitet seine Shisha-Manufaktur zusammen. Der findige Unternehmer legt dabei größten Wert darauf, dass bis auf den Korkverschluss und den Glasbehälter – auch Bowl genannt – alle Teile aus deutscher Produktion stammen. „Die Bowl lassen wir in Asien fertigen, der Korkverschluss kommt aus Portugal“, sagt er. Auch deshalb, weil Portugal die Hochburg der Korkhersteller ist. Viele andere Anbieter, sagt er, würden komplett in China produzieren lassen.

          Wenn es jedoch um die Produktion von Shisha-Kohle geht, ist Indonesien die erste Adresse. „Blackcoco’s“, einer der führenden Kohlehersteller in Deutschland, bezieht nicht nur alle Ressourcen aus dem rohstoffreichen Land in Südostasien, sondern lässt seine Naturkohle auch vor Ort produzieren. Shisha-Kohle wird meist aus Kokosnussschale hergestellt, die eine besonders lange Brenndauer hat. Auch einzelne Kohleproduzenten haben ihre Nischen gefunden und stellen in ihren Werbeauftritten Aspekte wie Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in den Mittelpunkt – so etwa auch der Hersteller „CocoGreen“ bei Fulda.

          Das florierende Shisha-Geschäft findet auch auf stark besuchten Ausstellungen wie der „Shisha-Messe“ seinen Niederschlag, die 2013 in Frankfurt am Main als erste Fachmesse der Welt für Wasserpfeifenbedarf ins Leben gerufen wurde und sich binnen Kürze etabliert hat: Verzeichneten die Organisatoren im ersten Jahr noch rund 4000 Besucher und 30 Aussteller, waren es 2017 schon 22.000 Besucher und 200 Aussteller. Damit nicht genug. Wegen starken Andrangs und der hohen Nachfrage wird die Shisha-Messe in diesem Jahr in Berlin wiederholt.

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