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Wagner-Festspiele : Katharina Wagner will mehr Geld für Bayreuth

  • Aktualisiert am

Versteinertes Antlitz: Richard Wagner-Büste im Park vor dem Festspielhaus Bild: dpa

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele bedauert, dass die Festspiele kein Familienbetrieb mehr sind. Und fordert mehr öffentliche Mittel: Die würden schon deshalb gebraucht, um Lohnerhöhungen zahlen zu können.

          Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, hat mit Blick auf ihre anstehende Vertragsverlängerung zusätzliche öffentliche Mittel für ihr Haus gefordert. „Die Bayreuther Festspiele GmbH wird schon aufgrund von Tarifsteigerungen mehr Geld benötigen“, sagte Wagner in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Zugleich forderte sie die Gesellschafter dazu auf, bald in entsprechende Verhandlungen einzutreten: „Die Gespräche mit meiner Schwester und mir sind jetzt zu führen.“ Auf eine weitere Amtszeit wollte sie sich noch nicht festlegen. „Es kommt natürlich auf mögliche Vertragsbedingungen an“, fügte sie hinzu.

          Zugleich bedauerte Wagner in dem Interview, dass die Festspiele kein Familienbetrieb mehr seien. „Mit einem zunehmenden Verwaltungsaufwand sind auch Kosten verbunden“, sagte sie. „Früher war unser Vater Wolfgang Wagner der alleinige Geschäftsführer und Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH. Unter ihm gab es zum Beispiel weit weniger bindende Vorgaben aus Tarifverträgen.“ Das habe für die künstlerische Arbeit auch Vorteile gehabt. „Wenn ein Regisseur nach Ablauf der Probenzeit sagte, lasst uns diese Szene noch mal wiederholen, war das leichter möglich.“

          Neuer Geschäftsführer hat eingeschränkte Kompetenzen

          Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner machte auch deutlich, dass der neue kaufmännische Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense sein Amt an diesem Montag nur mit eingeschränkten Kompetenzen antreten werde. „Er soll uns vor allem bei Verwaltungsformalitäten unterstützen“, erläuterte Wagner. „Budgetär haben meine Schwester und ich alles im Griff.“ Sense sei auf ihren ausdrücklichen Wunsch eingesetzt worden. Die neue Stelle war eingerichtet worden, nachdem der Bundesrechnungshof massive Kritik am Geschäftsgebaren der Festspiele geübt hatte, insbesondere an der Kartenvergabe.

          Katharina Wagner, die Tochter des langjährigen Festspielleiters Wolfgang Wagner, führt die Festspiele seit dem Jahr 2008 gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier in neuer Struktur. Als Gesellschafter fungieren seither die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth. Der jetzige Vertrag des Geschwisterpaares läuft bereits im Jahr 2015 ab.

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