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Trotz Abgas-Skandal : Volkswagen verkauft mehr Autos

  • Aktualisiert am

Ein Güterzug voller Volkswagen Bild: dpa

Bei der Aufarbeitung des VW-Abgas-Skandals ist bislang kein Ende abzusehen - den Verkaufszahlen des Autobauers schadet das aber erkennbar nicht. Die Auslieferungen legen zu.

          Mitten in der Aufarbeitung des Abgas-Skandals steigert der Volkswagen-Konzern seine Verkaufszahlen weiter. Im ersten Halbjahr 2017 hat Europas größter Autobauer knapp 5,2 Millionen Fahrzeuge an seine Kunden übergeben - 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Juni legten die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,2 Prozent auf 920 700 Neuwagen zu, wie der Hersteller am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte.

          Konzern-Vertriebschef Fred Kappler sprach von einem starken Monat, in dem alle Marken ihre Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr verbessert hätten: „Das stabile Wachstum in den Kernregionen lässt uns zuversichtlich in die zweite Jahreshälfte starten.“

          Während der Absatz in den ersten sechs Monaten in Europa um 3,5 Prozent auf knapp 2,3 Millionen Fahrzeuge, in Osteuropa um 12,9 Prozent auf 366.000 Fahrzeuge und in den Vereinigten Staaten um 7,2 Prozent auf rund 293.000 Fahrzeuge wuchs, musste Volkswagen auf dem wichtigen chinesischen Markt Federn lassen: VW übergab dort im ersten Halbjahr zwar mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge an seine Kunden - das waren aber 1,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern begründete dies mit dem schwachen ersten Quartal: Im Juni dagegen wurden rund 315.000 Fahrzeuge und damit 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeliefert.

          In Deutschland sind die Verkäufe leicht gesunken

          Auch auf dem deutschen Heimatmarkt musste Volkswagen einen Rückschlag hinnehmen: Im ersten Halbjahr verkaufte der Konzern dort knapp 680.000 Autos und damit 1,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Juni gab es ein Minus von 2,3 Prozent auf rund 124.000 Fahrzeuge.

          Unter den einzelnen Marken wuchsen die Auslieferungen der Pkw-Kernmarke VW mit Modellen wie Golf und Passat im ersten Halbjahr leicht um 0,3 Prozent auf rund 2,9 Millionen Autos - im Juni verkaufte VW dagegen fast 513.000 Autos, ein Plus von 4,0 Prozent.

          Die Tochter Seat steigerte ihre Verkäufe im ersten Halbjahr um 13,7 Prozent auf rund 247.000 Autos. Im Juni gab es ein Plus von 12,6 Prozent auf rund 45.000 Autos.

          Einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 909.000 Autos musste Audi im ersten Halbjahr hinnehmen. Im Juni allerdings schaffte die Marke ein Plus von 1,0 Prozent auf mehr als 170 000 Autos.

          Anfang Juli hatten der Verband der Automobilindustrie (VDA) und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bekanntgegeben, dass die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr um rund drei Prozent auf gut 1,7 Millionen Autos gestiegen war. Dabei schlug sich auch die Diesel-Debatte nieder: Laut KBA lag der Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen bei 41,3 Prozent - im ersten Halbjahr 2016 waren es noch 46,9 Prozent. Davon profitierten Benziner sowie - auf geringem Niveau - Elektro- und Hybrid-Autos.

          Eine Ursache dieser Entwicklung dürften drohende Fahrverbote in mehreren deutschen Städten wegen zu hoher Stickoxid-Emissionen von Diesel-Autos sein. Die deutschen Hersteller planen laut VDA ein Software-Update für Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5.

          Quelle: dpa

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