26.07.2005 · Der von Außenminister Fischer entlassene frühere Botschafter in Indien, Frank Elbe, berät dort nun Volkswagen. Dies geht aus einem Brief von Konzernchef Pischetsrieder an die Regierung des Bundesstaates Andhra Pradesh hervor.
Der frühere deutsche Botschafter in Indien, Frank Elbe, ist neuer Berater des krisengeschüttelten Autobauers Volkswagen für den Subkontinent. Dies geht aus einem Brief von VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder an die Regierung des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh hervor, der der dpa vorliegt. Darin bekräftigt der Autobauer zugleich sein „starkes“ Interesse an einem Eintritt in den wachstumsträchtigen indischen Markt.
Elbe, zuletzt deutscher Botschafter in der Schweiz, war im April dieses Jahres von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) in den Ruhestand versetzt worden. Als Grund galt Elbes Kritik an der von Fischer angeordneten hausinternen Gedenkpraxis für verstorbene Diplomaten, wonach ehemaliger NSDAP-Mitglieder nicht mehr mit einem ehrenden Nachruf gedacht wird. Elbe hatte Fischer unter anderem „miserables Krisenmanagement“ und eine „Spaltung“ des Auswärtigen Amtes vorgeworfen.
Der Autobauer habe Elbe bevollmächtigt, die Interessen von VW in Indien zu vertreten, hieß es am Dienstag. Elbe, von 1993 bis 1997 Botschafter in Indien, sei als Berater ausgewählt worden wegen seines Wissens über Indien und seines langen Einsatzes für die deutsch-indischen Beziehungen. Er solle mit den indischen Behörden kommunizieren, um Schaden für die Beziehungen von VW zu verhindern.
VW war in Indien im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre schwer in die Kritik geraten. In der vergangenen Woche hatte der Autobauer mitgeteilt, dem Bundesstaat Andhra Pradesh knapp zwei Millionen Euro zurückzuzahlen. Damit trete der Konzern für den Schaden ein, der durch vermutlich illegale Machenschaften des ehemaligen Skoda- Personalvorstandes Helmuth Schuster entstanden sei, hieß es. Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen habe Schuster, der in Indien für den Bau einer Fabrik als VW-Unterhändler auftrat, ohne Befugnisse gehandelt und zudem den Staat Andhra Pradesh getäuscht.
Schuster soll zwei Millionen Euro indische Steuergelder vom Konto der Firma Vashishta Wahan abgehoben haben. Das Geld hatte die Regierung Andhra Pradeshs für den Bau einer VW-Fabrik überwiesen. Die Regierung ging nach eigenen Angaben davon aus, daß Vashishta Wahan zu VW gehörte. Laut VW ist der Konzern an einer solchen Firma aber nicht beteiligt. Vashishta Wahan sei eine Projektgesellschaft gewesen, die für VW eine Fabrik hätte errichten sollen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,59 | −1,12% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2440 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,13 $ | −1,61% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?