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VW, Daimler, BMW : Deutsche Autobauer sollen Kartell gebildet haben

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Die Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche (Daimler AG, links), Harald Krüger (BMW, Mitte) und Matthias Müller (Volkswagen) Bild: dpa

Haben sich die deutschen Autobauer jahrzehntelang in geheimen Treffen über technische Fragen, Kosten und Zulieferer abgestimmt? Der VW-Konzern hat dies in einem Schreiben an die Wettbewerbsbehörden angeblich eingestanden.

          Die deutsche Autoindustrie hat sich angeblich seit den Neunzigerjahren in geheimen Arbeitskreisen über die Technik ihrer Fahrzeuge, über Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und sogar über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen. Das behauptet das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ und beruft sich dabei auf einen Schriftsatz, den der VW-Konzern bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht habe. Es handele sich um eine Art Selbstanzeige. Dem „Spiegel“ zufolge könnte das Verfahren einer der größten Kartellfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte werden.

          An den Absprachen seien laut Schriftsatz, den der VW-Konzern am 4. Juli 2016 eingereicht habe, alle großen deutschen Autobauer beteiligt gewesen: Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler. Es bestehe „der Verdacht“, erklärt Volkswagen in seinem Schriftsatz auch für Audi und Porsche, dass es zu „kartellrechtswidrigem Verhalten“ gekommen sei.

          Auch Auswahl von Lieferanten und Preisen besprochen

          Demnach hätten sich seit den Neunzigerjahren mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in mehr als 60 Arbeitsgruppen zu allen Bereichen der Auto-Entwicklung abgestimmt. Es sei also um Benzin- und Dieselmotoren gegangen, um Bremsen, Kupplungen und Getriebe. Die Hersteller hätten auch die Auswahl von Lieferanten und die Preise von Bauteilen besprochen.

          Besonders brisant seien die Absprachen über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge. Seit dem Jahr 2006 hätten sich Daimler, BMW, Audi, Porsche und Volkswagen auf zahllosen Treffen darüber verständigt, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten, ein Harnstoffgemisch mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Große Tanks wären teurer gewesen. Die Autohersteller hätten sich deshalb auf kleine Tanks verständigt. Die darin enthaltene Menge AdBlue habe später aber nicht mehr ausgereicht, die Abgase ausreichend zu reinigen.

          Auch Daimler hat nach Angaben des „Spiegel“ eine Art Selbstanzeige eingereicht. Der Autohersteller erklärte in einer ersten Stellungsnahme, das Unternehmen äußere sich grundsätzlich nicht zu Spekulationen. Auch Volkswagen und BMW wollten sich nicht zu dem Bericht äußern.

          Die Aktien der Autobauer sackten nach dem Bekanntwerden des Berichts deutlich ab. Die Wertpapiere von BMW verloren zwischenzeitlich mehr als 3 Prozent, die von Daimler fast 3 Prozent. Die Aktien von VW gaben knapp 5 Prozent nach.

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