VW-Chef Martin Winterkorn, bekennender Fußballfan, hat sein Führungsteam neu durchgemischt: „Damit gewinnen wir neue Schubkraft“, sagt der Vorstandsvorsitzende am Samstag. Als Aufsteiger der Saison dürfen sich zwei Manager fühlen, die von außen betrachtet schon auf Abstiegsplätzen standen. Jochem Heizmann, vor Jahren als Produktionsvorstand abgelöst, wird nun „Mister China“ im VW-Vorstand, ein neugeschaffenes Amt, das die immens gewachsene Bedeutung des Marktes verdeutlicht: Nirgendwo auf der Welt verkauft der VW-Konzern heute mehr Autos.
Bisher war Karl-Thomas Neumann, ehemals Conti-Chef, für China zuständig, wenn auch nicht im Rang eines Vorstandes. Für ihn solle nun eine andere Aufgabe im Konzern gefunden werden, sagte VW-Chef Winterkorn - dass Neumann, der schon als sein Kronprinz gehandelt wurde, nach dem Dämpfer nicht lieber anderswo neue Herausforderungen sucht, ist keinesfalls auszuschließen.
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Jochem Heinzmann, 60, wird „Mister China“ im VW-Vorstand - ein neu geschaffenes Amt. Vorher war er seit Oktober 2010 Nutzfahrzeug-Vorstand, davor im Vorstand zuständig für die Produktion. Im Jahr 2010 reiste er mit dem Ehepaar Köhler nach Indien. Dort zeigt ihn das Foto - zwischen dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise.
Der zweite Aufsteiger in dem Spiel heißt Leif Östling, bisher Scania-Chef. Der Schwede hatte sich einst gegen eine Übernahme durch MAN gestemmt, jetzt wird er der oberste aller Trucker im VW-Vorstand - und damit für die Tochtergesellschaften Scania wie MAN zuständig. Für den Machtverlust wird MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen mit einem Sitz im erweiterten Vorstand entschädigt, wo er das Geschäft mit Motoren koordinieren soll.
Volkswagen, seit längerem Großaktionär von Scania und MAN, war unzufrieden mit den Fortschritten der LKW-Allianz. Das soll sich nun ändern. „Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie wir Synergien heben wollen“, sagte Winterkorn, sein ehrgeiziges Ziel fest vor Augen: Im Jahr 2018 soll Volkswagen der größte und beste Autokonzern der Welt sein.
