04.03.2008 · Volkswagen bleibt Volkswagen und Porsche bleibt Porsche, verspricht die Unternehmensleitung in Stuttgart in einer ganzseitigen Anzeige in der F.A.Z. Der VW-Betriebsrat reagiert skeptisch.
Mit der Aussicht auf die Gründung eines Autokonzerns der Weltklasse hat Porsche um das Vertrauen der Volkswagen-Mitarbeiter geworben. „Volkswagen bleibt Volkswagen und Porsche bleibt Porsche - aber zusammen können wir zur Weltspitze vorstoßen“, erklärte Porsche in einer am Dienstag veröffentlichten Anzeige, die ganzseitig auch in der F.A.Z. erschien. Ziel sei die Schaffung einer der innovativsten und leistungsstärksten Automobil-Allianzen der Welt.
„Eine Fusion beider Unternehmen wird es nicht geben.“ Sowohl Volkswagen mit seinen Konzernmarken als auch Porsche würden ihre gewachsene Identität und ihren eigenständigen Charakter behalten. Der Porsche-Aufsichtsrat hatte am Montag den Vorstand ermächtigt, die Beteiligung auf über 50 Prozent aufzustocken. „Volkswagen und Porsche werden ihre Stärken über klar zu definierende gemeinsame Projekte bündeln und sie zum beiderseitigen Nutzen gewinnbringend einsetzen“, hieß es in der Anzeige, die von Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter unterschrieben ist. „Wir sichern damit langfristig die Zukunftsfähigkeit beider Unternehmen.“
Mitbestimmung soll gewahrt bleiben
Wiedeking sicherte dem Volkswagen-Betriebsrat abermals eine Wahrung der Mitbestimmungsrechte in der neuen Porsche-Holding zu. Nach der Genehmigung der Kartellbehörden und der Aufstockung der Anteile soll Volkswagen ein neuer Teilkonzern der Holding werden. „Damit werden Arbeitnehmervertreter aus dem Volkswagen-Konzern in den Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE einziehen.“ Zusammen mit den Porsche-Kollegen bildeten sie im zwölfköpfigen Holding-Aufsichtsrat die Arbeitnehmerseite und stellten die gewünschte Parität von Arbeit und Kapital sicher. Zeitgleich würden die von europäischen Volkswagen-Mitarbeitern zu wählenden Arbeitnehmervertreter in den SE-Betriebsrat aufgenommen. „Aufgrund der unterschiedlichen Größenverhältnisse der Beschäftigtenzahlen wird der SE-Betriebsrat von den Volkswagen-Arbeitnehmer-Vertretern dominiert sein.“
VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh reagierte mit Skepsis auf die Anzeige. Osterloh sagte der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Inhaltlich wollte sich Osterloh zu den Vorgängen um die Vorbereitungen der VW-Übernahme nicht weiter äußern. In der Porsche-Anzeige heißt es unter anderem weiter: „Volkswagen und Porsche werden gemeinsam nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch neue schaffen. Wir wollen, dass auch unser Kinder und Enkelkinder eine Zukunft in unseren Unternehmen finden.“ VW-Chef Martin Winterkorn begrüßte die Porsche-Entscheidung. „Sie zeigt, das Vertrauen, das Porsche in Volkswagen hat“, sagte der Manager am späten Montagabend auf dem Genfer Autosalon. Er rechne mit einer Menge interessanter Vorhaben in der Zukunft.
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